Agrarumweltmaßnahmen und Insekten

Der Rückgang der Artenvielfalt insbesondere der Insekten wird momentan intensiv diskutiert. Vieles deutet darauf hin, dass die Intensität der Nutzung landwirtschaftlicher Flächen die Insektenfauna stark beeinflusst.

In Bayern wird bereits seit mehreren Jahrzehnten im Rahmen von Agrarumweltprogrammen die naturschonende Bewirtschaftung und der damit verbundene Erhalt von seltenen Arten und Lebensräumen honoriert.

Eine schwarz-gelb gestreifte Schwebfliege sitzt auf einer pink-farbenen Blüte. Schwebfliegen zählen zur Gruppe der bestäubenden Insekten, die damit eine wichtige Funktion in der Agrarlandschaft erfüllen; Foto: Josephine Jedicke

Wie erfolgreich sind KULAP und VNP?

Inwieweit und in welchem Umfang gezielt die Insektenfauna durch derartige Agrarumweltmaßnahmen beeinflusst wird, ist bisher nicht für alle Fördermodule ausreichend bekannt. Deshalb führt das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) in Kooperation mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) seit 2019 das Projekt "Evaluierung der Wirkung von Agrarumweltmaßnahmen auf Insekten" durch.

Hierbei bearbeitet die LfL ausgewählte Agrarumweltmaßnahmen vorwiegend des Kulturlandschaftsprogramms (KULAP) und das Bayerische Artenschutzzentrum (BayAZ) am LfU untersucht Maßnahmen des Vertragsnaturschutzprogramms (VNP).

Im Allgemeinen honoriert das VNP die naturschonende Bewirtschaftung von Wiesen, Weiden, Äckern und Teichen in ökologisch wertvollen Gebieten. Hierbei können Maßnahmen zum Teil flexibel kombiniert werden, um den situationsbedingten Zielen der Erhaltung und Verbesserung von Lebensräumen und der Erhaltung bestimmter Tier- und Pflanzenarten gerecht zu werden.

Extensivierung soll Vielfalt der Insekten fördern

Dabei werden auch Extensivierungsmaßnahmen auf Acker- und Grünland angeboten, welche die Vielfalt der Insekten fördern sollen. So werden zum Beispiel der Verzicht auf Düngemittel und auf Pestizide oder auch einen Streifen mit Altgras auf der Wiese zu belassen, als naturschonende Maßnahmen honoriert. Konkrete Erhebungen, ob derartige Extensivierungsmaßnahmen auf Acker- und Grünlandflächen einen positiven Einfluss auf den Erhalt der Insekten haben, sind Inhalt dieses Projekts.

Eine Waage, ein Binokular und Gefäße zur Sortierung der Insekten in unterschiedliche Gruppen und Arten stehen auf einem Tisch. Die Insektenproben werden im Labor aufbereitet und es werden Biomasse, Häufigkeiten und Artenzahlen bestimmt

Wichtige Funktion in der Agrarlandschaft

Im Detail wird die Untersuchung als "Mit-Ohne-Vergleich" durchgeführt. Dabei wird die Insektenfauna von VNP-Flächen der Insektenfauna von Flächen ohne VNP-Vereinbarung gegenübergestellt. Einen Schwerpunkt bei der Erfassung bilden Fluginsekten (Schwebfliegen, Bienen, Wespen), welche als Bestäuber eine wichtige Funktion in der Agrarlandschaft haben. Zusätzlich werden Laufkäfer und Spinnentiere erfasst, bei denen Schädlinge auf dem Speiseplan stehen. Sie spielen so für den integrierten Pflanzenschutz eine Rolle. Die Untersuchungen konzentrieren sich auf Regionen in Nordbayern (zum Beispiel Rhön-Grabfeld, Bayreuth). Zur Erfassung der Insekten werden überwiegend Malaise- und Bodenfallen eingesetzt.

Das Projekt hat eine Laufzeit von 2019 bis 2022 und wird durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert.

Bayernkarte mit hervorgehobener Darstellung der Landkreise Rhön-Grabfeld, Bayreuth und Kulmbach. Die Untersuchungen der VNP-Maßnahmen erfolgen in verschiedenen Regionen Nordbayerns (zum Beispiel Rhön-Grabfeld, Bayreuth, Kulmbach)

Teilen