Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Moore

Moore leisten einen wertvollen Beitrag zum Schutz hoch bedrohter Tier- und Pflanzenarten, zum Erhalt einer besonders vielfältigen Biodiversität, verfügen je nach Erhaltungszustand und Lage über ein enormes Wasserrückhaltevermögen und tragen durch eine dauerhafte Fixierung ihres hohen Kohlenstoffvorrates sehr wesentlich zum Klimaschutz bei.

Durch die Bindung des Kohlenstoffs in Form eingelagerter Pflanzenreste, dem Torf, speichern Moore große Mengen an Kohlenstoff und wirken somit als klimafreundliche Stoffsenke. Bleibt dieser Schutz der Moore mit ihren durchfeuchteten Torfkörpern ganz oder teilweise aus, so besteht Gefahr, dass diese Feuchtgebiete ihre "Dienstleistungen" für den Menschen (Selbstreinigung der Gewässer, Filter der Luft, Ausgangsstoffe für Medikamente und Nahrungsmittel) noch weiter verlieren bzw. nicht mehr im bisherigen Umfang erbringen können.

Moore können diese wichtigen Funktionen im Naturhaushalt nur in einem intakten Feuchtezustand erfüllen. Die meisten bayerischen Moore werden diesen Bedingungen heute nicht mehr gerecht. Durch die Entwässerung und "Kultivierung" von Mooren entstanden zwar vielfach geeignete Flächen für die Land- und Forstwirtschaft. Durch die Zersetzung der einst unter Luftabschluss eingelagerten Pflanzen entsteht jedoch insbesondere Kohlendioxid. Jeder Hektar entwässertes Hochmoor setzt im Jahr die gleiche Menge an Kohlendioxid frei wie ein Mittelklassewagen mit einer Fahrtleistung von 20.000km. Außerdem verlieren Moore durch die Torfzersetzung ihre Substanz und sacken zusammen.

Personen am Moospegel Bild vergrössern Der Moospegel im Donaumoos bei Ludwigsmoos zeigt den deutlichen Moorbodenverlust seit 1836 (Foto: U.M. Sorg)

Über die bisher schon geleistete Renaturierungsarbeit der Naturschutzbehörden, der Naturschutzverbände und Forstverwaltung hinaus, besteht die Notwendigkeit einer durchgreifenden Verbesserung und Weiterentwicklung des Erhaltungszustandes der Moore.

Das LfU hat im Jahr 2003 begonnen, fachliche Grundlagen für einen fach- und ressortübergreifenden Moorschutz für Bayern zu erstellen und entwickelt diesen Ansatz kontinuierlich zu einem Moorschutzprogramm weiter.

Die praktische Umsetzung des Moorschutzes erfolgt durch die Naturschutz- und Forstbehörden sowie die Naturschutz- und Landschaftspflegeverbände mit unterschiedlichen Förderungen. Die Schwerpunktsetzung bei den Maßnahmen orientiert sich an der vierstufigen Bewertung und den Zielaussagen des Arten- und Biotopschutzprogrammes (ABSP).

Mit dem von der Bayerischen Staatsregierung 2008 eingeführten und 2015 neu aufgelegten Klimaschutzprogramm Bayern (KliP 2050) und den dafür zur Verfügung gestellten Mitteln übernahm das LfU die zentrale fachliche Koordination zur inhaltlichen Erweiterung des Moorschutzes. Mit Hilfe einer wissenschaftlicher Begleitung wird seither insbesondere auch die Einsparungsleistung an Treibhausgasen möglichst genau ermittelt und dokumentiert.

Mit dem Ziel, den Moorschutz kontinuierlich weiter zu entwickeln, befinden sich das LfU – Referat Arten und Lebensraumschutz, die zuständigen Naturschutzbehörden und das Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, im Verbund mit den Naturschutzverbänden sowie den der Landesanstalten der Land- und Forstwirtschaft und die Bayerischen Staatsforsten im regelmäßigen fachlichen Austausch.

Ansprechpartner: Tel.: 0821/9071-5105; Michael Winterholler.

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Beispiele für ausgewählte fachliche Grundlagen im Moorschutz

Zur Entwicklung der Übergangs- und Hochmoore im Chiemgau zwischen den Jahren 1969-72 und 2010/2012 wurde eine vergleichende, überwiegend vegetationskundliche Untersuchung durchgeführt. Die Auswertung und Aufarbeitung der aktuellen Wiederholungskartierung in den bayerischen Hoch- und Übergangsmooren durch Giselher Kaule und Alexander Peringer durch die Universität Stuttgart wurde aus Mitteln des Bayerischen Landesamtes für Umwelt - Moorrenaturierung im Rahmen des Klimaschutzprogramm 2050 gefördert.