Lärmbelastung

Aktueller Trend

Der Anteil der Menschen, die von Lärm betroffen sind, ist je nach Bundesland unterschiedlich. In den Stadtstaaten und dicht besiedelten Ländern ist der Anteil am höchsten. In Bayern sind vergleichsweise wenig Menschen dauerhaft hohen Geräuschbelastungen ausgesetzt. Aussagen über die Entwicklung der Lärmbelastung sind derzeit noch nicht möglich, da bislang nur wenige Berechnungen vorliegen.

Anteil der von Lärm betroffenen Bevölkerung in Prozent für die einzelnen Bundesländer. Als Lärmbelastung gelten  Werte am Tag über 65 Dezibel und nachts über 55 Dezibel. Die Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg weisen den höchsten Anteil auf, Schleswig-Holstein und Mecklenburg den geringsten. Bayern liegt im unteren Drittel Bild vergrössern Anteil der von Lärm betroffenen Menschen an der Gesamtbevölkerung im Bundesvergleich (Stand: 2014)

Empfehlung

Empfehlung des Sachverständigenrats für Umweltfragen: Die Gesamtlärmbelastung der Bevölkerung im Wohnbereich ist dauerhaft abzusenken. Kurzfristig sollten Werte von tags 65 Dezibel (A) und nachts 55 Dezibel (A) erreicht werden, mittelfristig sind tags 55 Dezibel (entspricht einer Unterhaltung in Zimmerlautstärke) und nachts 45 Dezibel anzustreben.

Stressfaktor Lärm: Dauerhafte Geräuschbelastung schadet der Gesundheit

Dauerhafter Lärm ist die Umweltbelastung, die am häufigsten wahrgenommen wird: Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung fühlen sich dadurch belästigt. Lärm verursacht Stressreaktionen. Der Körper schüttet verstärkt Stresshormone aus, der Blutdruck steigt, das Herz schlägt schneller. Ist es während der Nacht sehr laut, schläft man schlechter ein, die Tief- und Traumschlafphasen dauern kürzer oder fehlen ganz, man wacht öfter auf und schläft weniger lang. Von vielen Menschen wird der Schlaf bereits ab Pegeln von 25 bis 30 Dezibel als weniger erholsam empfunden.

Eine dauerhafte Lärmbelastung von mehr als 55 Dezibel in der Nacht und mehr als 65 Dezibel am Tag erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachweislich – selbst dann, wenn die Betroffenen die Geräusche nicht als störend wahrnehmen. Die beiden Dezibelwerte werden daher als Schwellenwerte für den Indikator Lärmbelastung herangezogen. Mit ihm wird erfasst, wie hoch der Anteil der Menschen ist, der in Ballungsräumen, in der Umgebung von Hauptverkehrswegen und Großflughäfen lebt und dauerhaft einer erhöhten Geräuschbelastung ausgesetzt ist. Das heißt, nicht das ganze Bundesland, sondern nur lärmbelastete Gebiete gehen in die Betrachtung ein. Der Indikator wird entsprechend den Anforderungen der EG-Umgebungslärmrichtlinie ermittelt und fortlaufend beobachtet.

Um Gesundheitsschäden durch Lärm vorzubeugen, empfiehlt der Sachverständigenrat für Umweltfragen, den Dauerschallpegel langfristig abzusenken – und zwar auf Tag- und Nachtwerte, die deutlich unterhalb der aktuellen Schwellenwerte liegen.

Aktuelle Trends für alle Bundesländer stellt die Länderinitiative Kernindikatoren zur Verfügung.

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