Aktueller Trend
Die von Bayern ausgehenden Gütertransporte auf Straßen, Schienen und Binnenwasserstraßen sind im aktuellen 10-Jahres-Trend (2015 bis 2024) nicht weiter angestiegen. Diese Güterverkehrsleistung liegt mit rund 59 Milliarden Tonnenkilometern pro Jahr dennoch auf einem hohen Niveau. Der Transitverkehr ist dabei noch nicht berücksichtigt. Der Bahn- und Binnenschiffverkehr ist im 10-Jahres-Trend zwar gestiegen, spielt aber mit knapp 21 Prozent weiterhin eine untergeordnete Rolle gegenüber dem Straßenverkehr.
Auf der Schiene lassen sich Güter umweltschonender transportieren als auf der Straße; Foto: Thomas Leiss - Fotolia.com
Entwicklung des gesamten Güterverkehrs sowie des Anteils von Eisenbahn- und Binnenschiffsverkehr in Bayern seit 1995
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Ziel
Bayerische Nachhaltigkeitsstrategie: Verlagerung möglichst großer Verkehrsanteile von der Straße auf die Schiene und auf Wasserstraßen.
Güterverkehr auf der Straße: Stau, Lärm und Abgase belasten die Umwelt
Auf welchen Wegen heute Produkte ins Supermarktregal gelangen, ist für Verbraucherinnen und Verbraucher kaum noch nachzuvollziehen. Fakt ist aber, dass der Transport von Waren über immer weitere Entfernungen Umwelt und Klima stark belastet. Vor allem der hohe Anteil des Güterverkehrs auf der Straße verursacht Lärm und Abgase und verbraucht viel Energie. Verkehrsreiche Straßen zerschneiden Landschaften und gefährden Natur- und Erholungsräume.
Die Lage Bayerns in Deutschland und im Zentrum Europas stellt hohe Anforderungen an das bayerische Verkehrsnetz. Die Verkehrsbelastung hat, insbesondere auf der Straße, mittlerweile ein sehr hohes Niveau erreicht. 2019 waren auf den bayerischen Autobahnen durchschnittlich pro Tag über 51.400, auf den Bundesstraßen über 10.300 Fahrzeuge unterwegs. Prognosen zufolge soll sowohl der Personen- als auch der Güterverkehr weiter zunehmen. Für Bayern wird im Zeitraum bis 2030 ein Wachstum der Güterverkehrsleistung um rund 38 Prozent im Vergleich zu 2010 erwartet. Der Prognose zufolge werden die meisten Warentransporte auch zukünftig über die Straße erfolgen.
Das bayerische Straßennetz ist fast 42.000 Kilometer lang, das Schienennetz ist mit etwa 6.500 Kilometer Länge deutlich kürzer. Um Bayern noch besser in den deutschen und europäischen Wirtschaftsraum einzubinden, sind der Neubau und Ausbau von Bahnstrecken erforderlich.
Der neue Bundesverkehrswegeplan sieht bis 2030 etwa 142 Milliarden Euro für den Erhalt von Verkehrswegen und etwa 98 Milliarden Euro für deren Neu- und Ausbau vor. Vom Gesamtvolumen entfallen 49 Prozent auf die Straße, 42 Prozent auf die Schiene und 9 Prozent auf die Wasserstraßen.
Gleichzeitig fördert der Bund die Verlagerung des Gütertransports von der Straße auf die umweltverträglicheren Verkehrsträger Schiene und Wasserstraße und unterstützt damit ein Ziel, das auch in Bayerns Energiekonzept formuliert ist.
Der Güterumschlag auf Donau und Main nimmt in Bayern weiter ab und erreichte auch 2023 im fünften Jahr in Folge mit 5,0 Millionen Tonnen einen neuen historischen Tiefststand. Niedrige Wasserstände als Folge des Klimawandels beeinträchtigen auch die Binnenschifffahrt.
Aktuelle Trends für alle Bundesländer stellt die Länderinitiative Kernindikatoren zur Verfügung.
