Definitionen zu den Indikatoren

Umweltexpertinnen und Umweltexperten haben medienübergreifend neue Umweltindikatoren erarbeitet, die von Bayern bereits 2004 veröffentlicht wurden.

Damit deren Anzahl überschaubar bleibt werden sie länderübergreifend abgestimmt und an neue Themenfelder angepasst. Diese Pflege leistet eine Arbeitsgruppe der Umweltfachbehörden der Länder und des Bundes (Länderinitiative Kernindikatoren) mit Unterstützung der amtlichen Statistik bei der Datenbeschaffung.

Die folgende Übersicht benennt die Einheit in der ein Indikator gemessen wird. Sie gibt auch Hinweise auf die Daten und Verfahren, die beim Berechnen des jeweiligen Indikators genutzt werden.

Klima und Energie

Klimawandel und Vegetationsentwicklung

Klimawandel und Vegetationsentwicklung [Tag des Jahres]: Der Entwicklungsgang der Vegetation über die Jahreszeiten wird an bestimmten Entwicklungsstadien (=Vegetationsphasen) festgemacht, etwa dem Blattaustrieb, der Blüte oder der Fruchtreife. Der Beginn der Apfelblüte wird als Anzeiger des Eintritts des Vollfrühlings gewählt. Ein langfristig früherer Beginn der der Apfelblüte weist auf den Fortgang des Klimawandels hin. Der Indikator stellt für einen Zeitraum von 30 Jahren jeweils den Tag im Jahr dar, an dem die Apfelblüte begonnen hat. Mit der Berechnung eines gleitenden Mittelwertes über 30 Jahre, lässt sich der Trend anschaulich darstellen. Als weitere Interpretationshilfe wird die mittlere Veränderung (=Verfrühung des Blühbeginns) in Tagen berechnet und benannt.

Kohlendioxidemissionen

Kohlendioxidemissionen [Tonnen pro Einwohner und Jahr]: Die gesamten energiebedingten Kohlendioxidemissionen sowie der Anteil der aus der Nutzung fossiler Kraftstoffe vom Verkehr emittierte Kohlendioxidemissionen werden einwohnerbezogen dargestellt. Kohlendioxid ist in Bayern das wichtigste Treibhausgas und daher für den Klimaschutz von zentraler Bedeutung, insbesondere zunehmend im Verkehrssektor. Die Aktualität des Indikators ist wegen einer Verzögerung bei der Rohdatenlieferung an die statistischen Ämter eingeschränkt.

Energieverbrauch

Energieverbrauch [Gigajoule pro Einwohner und Jahr]: Der Verbrauch an Primärenergieträgern (wie Kohle, Erdöl, Uran) in allen Wirtschaftssektoren wird von der amtlichen Statistik umfassend einheitlich bilanziert und hier einwohnerbezogen dargestellt. Für die privaten Haushalte wird ergänzend der Verbrauch an Endenergie (wie Heizöl, Kraftstoff und Strom) gezeigt, weil dieser Sektor besonderes Gewicht hat. Der Energieverbrauch ist ein Zeiger für unterschiedlichste Umweltbelastungen, die mit der Gewinnung, dem Transport, der Umwandlung und der Energienutzung einhergehen. Die Aktualität des Indikators ist wegen der verzögerten Verfügbarkeit von Rohdaten noch immer eingeschränkt.

Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien [Prozent]: Die erneuerbaren Energien sind neben der Energieeinsparung und Energieeffizienz ein wichtiger Baustein der Energiewende. Ihr Anteil am Primärenergieverbrauch, am Endenergieverbrauch und am Stromverbrauch wird entsprechend einer einheitlichen Methodik berechnet und dargestellt. Die Aktualität ist aus Gründen der Verfügbarkeit von Rohdaten (mit Ausnahme Strom) eingeschränkt.

Natur und Landschaft

Landschaftszerschneidung

Landschaftszerschneidung [Prozent]: Straßen ab einer Verkehrsstärke von täglich 1.000 Kraftfahrzeugen, bestimmte Bahnstrecken, Ortslagen, Flughäfen und bestimmte Kanäle gelten als landschaftszerschneidend. Der Indikator stellt den noch verbleibenden Anteil der unzerschnittenen verkehrsarmen Räume (UZVR) über 100 Quadratkilometer in Prozent der Landesfläche dar. Er gibt das Ausmaß der Zerschneidung der Landschaft durch technische Infrastrukturen an. Hiervon gehen Störungen für wildlebende Tiere und Pflanzen sowie für das Naturerleben und die Erholung der Menschen aus. Bis 2000 beruhen die Ergebnisse auf Erhebungen aus Verkehrszählungen, ab 2005 werden die Ergebnisse auf Grundlage modellierter Daten berechnet.

Artenvielfalt und Landschaftsqualität

Artenvielfalt und Landschaftsqualität [index]: Der Indikator beschreibt die Bestandsentwicklung von ausgewählten, repräsentativen Vogelarten verschiedener Lebensraumtypen und macht eine Aussage zum Zustand der genutzten und nicht besonders geschützten Landschaft (Normallandschaft). Hierzu gehören die Agrarlandschaft (mit Äckern und Grünland), Wälder, Siedlungen und Gewässer. Für jede Vogelart wurde eine für das Bezugsjahr 2030 angestrebte Bestandsgröße ermittelt. Aktuell oder früher erhobene Bestände werden mit diesem Zielwert verglichen und ergeben so für jede Vogelart einen prozentualen Einzelindex. Der Indikator ist deren arithmetischer Mittelwert.
Zusätzlich werden der Anteil der Arten des Agrarlandes als "Farmland-Bird-Index" und der Anteil der Arten des Waldes als "Woodland-Bird-Index" ausgewiesen. Die länderübergreifende Harmonisierung der Methode ist noch nicht abgeschlossen.

Arten der Roten Liste

Arten der Roten Liste [Prozent]: Der Indikator zeigt das Ergebnis einer Bilanzierung der Pflanzen- bzw. Tierarten der Roten Liste Bayerns, die bislang etwa alle zehn Jahre erhoben wurde. Er gibt den prozentualen Anteil der gefährdeten Arten der Höheren Pflanzen, Wirbeltiere, Weichtiere, Ameisen, Heuschrecken und Libellen innerhalb der Gesamtartenliste Bayerns wieder. Derzeit wird die Rote Liste Bayerns fortgeschrieben, so dass sich der aktuelle Wert noch verändern kann.

Flächen für Naturschutzziele

Flächen für Naturschutzziele [Prozent]: Der Indikator besteht aus drei Teilindikatoren:
"gesetzlich geschützte Flächen", "eigentumsgleich
gesicherte Flächen" und "vertraglich gesicherte Flächen" deren jeweiliger Flächenanteil, überlagerungsbereinigt, das heißt frei von Mehrfacherfassungen, aufsummiert und als relativer Anteil an der Landesfläche angegeben wird. Tatsächlich gibt es bei den "vertraglich gesicherten Flächen" keine Verträge mehr, sondern Anträge der Landwirte, die beschieden werden. Der Indikator unterscheidet sich vom länderübergreifenden Indikator "Naturschutzflächen", der lediglich die bundeseinheitlich streng geschützten Gebiete erfasst.

Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert

Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert [Prozent]: Der Indikator bilanziert den Anteil der Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert an der gesamten Landwirtschaftsfläche. Er zeigt, wie sich der Umfang – aus Sicht des Naturschutzes – wertvoller Flächen sowie die Qualität dieser Flächen im Kontext landwirtschaftlicher Nutzungen verändern. Dazu zählen extensiv genutzte, artenreiche Grünland-, Acker-, Streuobst- und Weinbergflächen sowie Brachen. Hinzu kommen strukturreiche Landschaftselemente wie Hecken, Raine, Feldgehölze und Kleingewässer, soweit sie zur landwirtschaftlich genutzten Kulturlandschaft gehören.

Waldzustand

Waldzustand [Prozent]: Die Erfassung der Waldschäden basiert auf einer Beurteilung des Vitalitätszustands der Baumkronen.
Als wichtigste Kriterien werden hierbei der Nadel-/Blattverlust und die Vergilbung der Blattorgane vom Boden aus eingeschätzt. Eine Zusammenführung dieser Schadkriterien ergibt fünf so genannte Kombinationsschadstufen (0 = ungeschädigt, 1 = schwach geschädigt, 2 = mittelstark geschädigt, 3 = stark geschädigt, 4 = abgestorben). Dargestellt wird der Anteil der mit Schadstufe 2 bis 4 erfassten Bäume.

Säure- und Stickstoffeinträge

Säure- und Stickstoffeinträge [Kiloäquivalent Säure pro Hektar und Jahr] und [Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr]: Mittels vier Teilindikatoren werden die jährlichen Stickstoff- und Säureeinträge auf naturnahe waldfreie Ökosysteme sowie auf Freiflächen im Wald gezeigt. Die Stickstoffeinträge setzen sich aus dem im gesammelten Niederschlagswasser löslichen Nitrat- und Ammonium-Stickstoff zusammen und werden als "Kilogramm Stickstoff" zusammengefasst. Die Säureeinträge werden über die gelösten Sulfat-, Ammonium- und Nitratmengen bestimmt. Sie werden als potenzieller Säureeintrag der nassen Deposition ohne Berücksichtigung basischer Anteile errechnet und als "Kiloäquivalent Säure" angegeben. Ein Überangebot an säurebildenden Stoffen und Nährstoffen verursacht Veränderungen chemischer und biologischer Bodenparameter, die u. a. Vegetation und Grundwasser beeinflussen und zur Destabilisierung empfindlicher Ökosysteme führen können.

Stickstoffüberschuss

Stickstoffüberschuss [Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr]: Der Indikator bilanziert die Stickstoffmengen auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Auf die Fläche gelangt Stickstoff (N) in Form von Mineraldünger, Wirtschaftsdünger (Gülle, Mist, Gärreste), Sekundärrohstoffdünger (Klärschlamm, Kompost), atmosphärischen N-Einträgen sowie durch die N-Bindung von Leguminosen. Beim Wirtschaftsdünger werden vorab die N-Verluste an die Atmosphäre aus den Ställen und bei dessen Lagerung abgezogen. Den Zufuhren stehen die N-Abfuhren mit der Ernte entgegen, die von der Fläche abgefahren wird. Die Differenz zwischen N-Zufuhr und N-Abfuhr von der Fläche bildet den jährlichen Indikatorwert. Diese seit 2014 von der Umweltministerkonferenz gebilligte Methode (Flächenbilanz) wird länderübergreifend einheitlich angewendet. Der überschüssige Stickstoff hat vielfältige Auswirkungen auf den Naturhaushalt.

Ökologischer Zustand der Oberflächengewässer

Ökologischer Zustand der Oberflächengewässer [Prozent]: Bis zum Jahr 2027 sollen die Oberflächengewässer den guten oder sehr guten ökologischen Zustand erreicht haben. Der Indikator erhebt den Anteil der untersuchten Oberflächenwasserkörper (Flüsse bzw. Seen), die sich bereits in einem guten oder sehr guten ökologischen Zustand oder einem guten ökologischen Potenzial befinden. Hierzu wird die Zusammensetzung der Lebensgemeinschaft untersucht und der Grad ihrer Abweichung vom gewässertypspezifischen Referenzzustand bestimmt. Berücksichtigt werden im Wasser freischwebende Algen, Wasserpflanzen und Kieselalgen, mit bloßem Auge erkennbare Tiere der Gewässersohle sowie Fische.
Die Bewertung erfolgt in fünf Klassen: "1 = sehr gut", "2 = gut", "3 = mäßig", "4 = unbefriedigend" und "5 = schlecht". Die biologische Qualitätskomponente mit der schlechtesten Bewertung bestimmt dabei die ökologische Zustandsklasse. Diese spiegelt die Gesamtheit aller Einflussfaktoren und Störgrößen wider.

Umwelt und Gesundheit

Luftqualität – Feinstaub und Stickstoffdioxid

Luftqualität – Feinstaub und Stickstoffdioxid [Mikrogramm pro Kubikmeter Luft]: Feinstaub (PM10) und Stickstoffdioxid (NO2) sind gesundheitsrelevante Luftschadstoffe, die eine besondere Bedeutung für die Luftbelastung in Städten haben. PM10 bezeichnet die Masse aller im Gesamtstaub enthaltenen Partikel, deren Durchmesser kleiner als 10 Mikrometer ist. Für die beiden Teilindikatoren werden die Jahresmittelwerte der Konzentrationen in der Außenluft an den städtischen Hintergrundstationen in Bayern verwendet. Die zulässigen Messverfahren sind hierbei europaweit geregelt. Die Indikatorwerte zeigen die Entwicklung einer mittleren langfristigen Hintergrundbelastung. Für die Überprüfung von Grenzwerten im Kontext der Luftreinhalteplanung sind sie nicht geeignet.

Lärmbelastung

Lärmbelastung [Prozent]: Lärm ist ein gesundheitsrelevanter Umweltfaktor. Der Indikator erfasst den prozentualen Anteil der Bevölkerung, die in kartierungspflichtigen Gebieten (wie die Umgebung von Hauptverkehrsstraßen, Haupteisenbahnstrecken, Großflughäfen) dauerhaft einem definierten Geräuschpegel ausgesetzt ist. Die Kartierung erfolgt nach den Vorgaben der EG-Umgebungslärmrichtlinie. Unterschieden wird hierbei die ganztägige Belastung mit einem Pegel über 65 Dezibel (Lden > 65 dB(A)) und die nächtliche Belastung über 55 Dezibel (LNight > 55 dB(A)).

Straßenverkehrslärm

Straßenverkehrslärm [Index]: Straßenverkehr ist der Hauptverursacher bei der Gesamtlärmbelastung. Der Straßenverkehrslärm im Freien hängt vom mittleren Emissionsverhalten der Kraftfahrzeuge und von deren Gesamtfahrleistung ab. Beide Größen werden im Indikator miteinander multipliziert und als Indexwert relativ auf das Jahr 1995 (100 Prozent) bezogen. Da das mittlere Emissionsverhalten seit vielen Jahren unverändert ist, bestimmt aktuell die Gesamtfahrleistung, die vom Bundesverkehrsministerium jährlich publiziert wird ("Verkehr in Zahlen"), die Entwicklung des Indikators.

Güterverkehrsleistung

Güterverkehrsleistung [Tonnenkilometer pro Jahr] und [Prozent]: Die Güterverkehrsleistung erfasst sämtliche von Bayern ausgehende Gütertransporte. Sie entspricht dem Produkt aus transportierter Masse (in Tonnen) und der jeweiligen Transportstrecke (in Kilometern) im jeweiligen Jahr. Güterverkehr hat insgesamt vielfältige Umweltbelastungen zur Folge. Entlastungseffekte können mittels Eisenbahn und Binnenschiff erzielt werden, weshalb auch deren prozentualer Anteil im Indikator ausgewiesen wird.

Öffentlicher Personennahverkehr

Öffentlicher Personennahverkehr [Personenkilometer pro Einwohner und Jahr]: Der öffentliche Personennahverkehr entlastet die Umwelt vor allem von Umwelt- und Gesundheitseffekten des motorisierten Individualverkehrs. Einwohnerbezogen stellt der Indikator das Produkt aus transportierter Personenanzahl und der zurückgelegten Strecke (in Kilometern) im jeweiligen Jahr dar. Hierzu wird seit 2004 der Liniennahverkehr, wie Straßenbahnen, U-Bahnen, Omnibussen, Eisenbahnen und S-Bahnen von der Verkehrsstatistik erfasst.

Nitrat im Grundwasser

Nitrat im Grundwasser [Prozent]: Mit der Nitratbelastung als Indikator lassen sich die Auswirkungen von Schutzmaßnahmen zur Verminderung des Eintrages diffuser Stoffe aus der Landwirtschaft auf die Grundwasserbeschaffenheit dokumentieren. An aktuell 157 Messstellen des bayerischen Landesmessnetzes, für die über mindestens zehn Jahre jährliche Messwerte vorliegen, wird der Anteil der Messstellen mit einem mittleren Nitratgehalt über 25 Milligramm pro Liter sowie davon über 50 Milligramm pro Liter angegeben. Europaweit liegt der Grund- und Trinkwassergrenzwert bei 50 Milligramm pro Liter.

Schwermetalleintrag

Schwermetalleintrag [Index]: Schwermetalle können gesundheitsrelevant sein und bergen bei langfristigen Anreicherungen auch ökologische Risiken. Zur Bestimmung des Eintrags werden die im Staubniederschlag enthaltenen Schwermetalle gemessen. Der Indikator zeigt an, wie sich ihr Eintrag über die Luft entwickelt und gibt damit indirekt einen Hinweis auf die Emissionssituation insgesamt (u. a. Verkehr und Industrie). Der Index wird als Summe von 14 Elemente (As, Bi, Cd, Co, Cr, Cu, Mn, Mo, Ni, Pb, Sb, Sn, V, Zn) dargestellt. Dazu wird jährlich jedes Element mit dem jeweiligen Mittelwert aus dem Fünfjahreszeitraum 2003 bis 2007 in Bezug gesetzt (Index = 1) und anschließend über die Mittelung dieser Teilindizes als Gesamtindex berechnet. Datenbasis sind die Werte des bayerischen Landesmessnetzes mit seinen sechs Messstationen zur Erfassung des ländlichen Hintergrunds.

Ressourcen und Effizienz

Abfallaufkommen

[Kilogramm pro Einwohner und Jahr]: Als Abfallaufkommen werden alle verwerteten Abfälle aus Haushalten, unabhängig von der Art ihrer Verwertung sowie der Restabfall aus Haushalten bezeichnet. Dieses jährlich so ermittelte Abfallaufkommen wird in Bezug zur Einwohnerzahl gesetzt. Es steht im Zusammenhang mit Ressourcenverbrauch, Konsum und Entsorgungsbedarf und kann von jedem Einzelnen unmittelbar beeinflusst werden.

Verwertungsquote

Verwertungsquote [Prozent]: Die Verwertungsquote ist die Menge der stofflich verwerteten Abfälle geteilt durch die Gesamtmenge der Abfälle. Alle erfassten Haushaltsabfälle (Gesamtabfall) werden in der Berechnung der Verwertungsquote berücksichtigt. Dies beinhaltet kommunale und duale Wertstoffe aus Haushalten, die verwerteten Problemabfälle und die Elektro- und Elektronik-Altgeräte. Auch die Restabfälle aus Haushalten werden einbezogen. Es werden nur Abfälle berücksichtigt, die direkt in den Haushalten anfallen.

Ressourcenproduktivität

Ressourcenproduktivität [Index]: Zur Berechnung des Indikators wird das Bruttoinlandsprodukt ins Verhältnis gesetzt zum Primärenergieverbrauch (Energieproduktivität) oder dem Rohstoffverbrauch (Rohstoffproduktivität). Die Produktivität ist ein Maß für die Effizienz einer Volkswirtschaft bei der Verwendung von Ressourcen. Die Darstellung erfolgt jeweils als Indexgröße bezogen auf ein Basisjahr (Rohstoffproduktivität: 1994, Energieproduktivität 1991). Zu beachten ist, dass wegen der Zunahme der Importe von Halb- und Fertigwaren aus dem Ausland die umweltbezogene Aussagekraft der Rohstoffproduktivität abnimmt und daher derzeit eine Weiterentwicklung des Indikators verfolgt wird.

Ökologische Landwirtschaft

Ökologische Landwirtschaft [Prozent]: Ökolandbau dient dem Schutz des Bodens und der Gewässer und trägt zur Artenvielfalt bei. Der Indikator gibt den Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche in Bayern an. Grundlage hierfür ist die EU-Ökobasisverordnung 2018/848 von 2018.

Siedlungs- und Verkehrsfläche

Siedlungs- und Verkehrsfläche [Prozent]: Der Indikator setzt die für Siedlungs- und Verkehrsflächen beanspruchte Bodenfläche in Beziehung zur Gesamtfläche Bayerns. Etwa die Hälfte dieser Flächen ist versiegelt und die natürlichen Bodenfunktionen sind gestört.

Flächenverbrauch

Flächenverbrauch [Hektar pro Tag]: Als Flächenverbrauch bezeichnet man die tägliche Umwandlung von Freiflächen in Siedlungs- und Verkehrsflächen. Meist werden dabei landwirtschaftliche Flächen bebaut.

Deutschlandweit wurde die Flächenerhebung inzwischen auf das Amtliche Liegenschaftskataster-Informationssystem (ALKIS) umgestellt. Bereits seit 2014 wird in Bayern der Flächenverbrauch aus ALKIS berechnet. Die Werte für 2012 und 2013 stehen rückwirkend zum Vergleich zur Verfügung. Die neu berechneten Werte zeigen systematische und aktualisierungsbedingte Abweichungen. Insbesondere wird nunmehr die tatsächliche Nutzung der Flächen besser berücksichtigt und dem Indikator damit auch eine bessere Grundlage verschafft.

Wie Energie oder Wasser kann auch Fläche nicht tatsächlich verbraucht werden. Diese Ressourcen werden qualitativ abgewertet.

Altlasten

Altlasten [Anzahl]: Der Indikator erfasst alle Flächen mit geklärtem Altlastverdacht. Das sind Flächen, bei denen die Amtsermittlung gemäß § 9 Abs. 1 Bundes-Bodenschutzgesetz abgeschlossen ist. Flächen, bei denen der Verdacht ausgeräumt werden konnte oder die bereits saniert sind, stehen für eine Nachnutzung wieder zur Verfügung. Bei den übrigen Flächen müssen noch weitere Untersuchungen vorgenommen und gegebenenfalls Maßnahmen wie Sanierungen durchgeführt werden. Die vorliegenden Erkenntnisse über diese Flächen können aber bereits in anstehenden Planungen für eine Neunutzung übernommen werden.