Nitrat im Grundwasser

Aktueller Trend

Die Belastung des bayerischen Grundwassers mit Nitrat hat sich im aktuellen Bewertungszeitraum (2008 bis 2016) nicht signifikant verändert. Geringe Unterschiede zwischen den Jahren können witterungsbedingt sein: So kann etwa die Verdünnung durch höhere Niederschläge zu einer geringeren Nitratkonzentration im Grundwasser führen.

Die Nitratbelastung des Grundwassers in Bayerns zwischen 2008 und 2016 hat sich nicht bedeutend verändert; der prozentuale Anteil der Messstellen mit Nitratgehalten über 25 beziehungsweise über 50 Milligramm pro Liter ist in etwa gleich geblieben Bild vergrössern Entwicklung der Nitratbelastung des Grundwassers in Bayern seit 2008

Ziel der Europäischen Union

EG-Wasserrahmenrichtlinie: Eine weitergehende Reduzierung des Nitratgehalts im Grundwasser und ein guter chemischer Zustand aller Grundwasserkörper bis spätestens 2027.

Keine Entwarnung: Belastung des Grundwassers mit Nitrat geht noch nicht zurück

Das Grundwasser ist Teil des natürlichen Wasserkreislaufs und wichtig für die Trinkwasserversorgung. In Bayern werden daraus über 90 Prozent des Trinkwassers gewonnen. Grundwasser entsteht vor allem aus Niederschlägen, die im Boden versickern. Nach gewisser Zeit tritt das Wasser wieder an die Oberfläche und speist Bäche, Flüsse und Seen. Eine veränderte chemische Zusammensetzung des Grundwassers wirkt sich daher auch auf den Stoffhaushalt oberirdischer Gewässer aus.

Nähr- und Schadstoffe wie die Stickstoffverbindungen Ammoniak oder Nitrat können über Niederschläge in das Grundwasser gelangen. Sie werden unter anderem im Straßenverkehr, bei industriellen Prozessen und beim Heizen freigesetzt. Schätzungsweise die Hälfte des Stickstoffs und mehr als die Hälfte des Phosphors in den Gewässern Deutschlands stammt allerdings aus dem landwirtschaftlichen Sektor. Selbst bei einer bedarfsgerechten Düngung lässt sich nicht vermeiden, dass Nitrat in die Gewässer gelangt. Dennoch müssen die Einträge begrenzt werden. Für das Grundwasser ist dies besonders bedeutsam. Die Nitratgehalte des Grundwassers sind in Gebieten, in denen Ackerbau betrieben wird, besonders hoch.

Erhöhte Nitratgehalte können der menschlichen Gesundheit schaden: Wird Nitrat im Organismus zu Nitrit umgewandelt, kann das vor allem bei Säuglingen die Sauerstoffversorgung über das Blut hemmen. Europaweit wurde daher für Grund- und Trinkwasser ein Nitratgrenzwert von 50 Milligramm pro Liter festgesetzt, geringere Konzentrationen gelten als unbedenklich. In Bayern wird dieser Wert aktuell bei 5,5 Prozent der langjährig beobachteten Messstellen überschritten (Stand: 2016). Seit 2008 ist damit die Nitratbelastung des Grundwassers in etwa gleich geblieben. Bei Nitratgehalten unter 25 Milligramm pro Liter ist das untersuchte Grundwasser nur wenig durch menschliches Handeln beeinflusst. Dieser Wert wird bei circa 29 Prozent der Messstellen überschritten, eine Besserung ist nicht erkennbar.

Falls das zur Trinkwassernutzung gewonnene Grundwasser zu hohe Nitratkonzentrationen aufweist, sorgen die Wasserversorger in Deutschland durch Mischen mit weniger belastetem Wasser oder durch Trinkwasseraufbereitung dafür, dass Verbraucherinnen und Verbraucher keine überhöhten Nitratgehalte befürchten müssen. Dies ist allerdings aufwendig und kann daher den Trinkwasserpreis erhöhen. Umso wichtiger ist es, das Grundwasser zu schützen.

Aktuelle Trends für alle Bundesländer stellt die Länderinitiative Kernindikatoren zur Verfügung.

Verwandte Umweltindikatoren