Schwermetalleintrag

Aktueller Trend

Die Hintergrundeinträge von Schwermetallen schwanken in Bayern im aktuellen 10-Jahres-Trend (2008 bis 2017) und lassen keinen klaren Trend erkennen. Da Schwermetalle biologisch nicht abbaubar sind, verbleiben diese Stoffe weiterhin in der Umwelt und verbreiten sich.

Der Eintrag von  Schwermetallen aus der Luft stagniert in Bayern im aktuellen Bewertungszeitraum (2008 bis 2017). Der Schwermetalleintrag pro Jahr wird mit einem Indexwert angegeben. Er fasst alle 15 untersuchten Metalle in einer Kenngröße zusammen. Entwicklung des Indikators für Schwermetalleinträge aus der Luft in Bayern seit 1999

Zielsetzung

Die Schwermetalleinträge sind weiter zu senken, vor allem im Hinblick auf eventuelle Kombinationswirkungen oder Langzeitwirkungen (Vorsorgegedanke).

Positiver Trend gestoppt: Schwermetalleinträge nehmen nicht mehr ab

Schwermetalle werden aus vielfältigen Quellen freigesetzt: vor allem in der Industrie, aber auch im Verkehr und in der Landwirtschaft. Sie sind meist an Aerosole gebunden und werden so über die Luft weiträumig verteilt. Durch die Ablagerung von Staubpartikeln und Niederschläge (Regen, Schnee, Nebel) gelangen sie auf Böden und Pflanzen. Technische Entwicklungen spielen dabei eine große Rolle. Beispielsweise wurde in den 1990er-Jahren der krebserregende Stoff Asbest in Bremsbelägen durch eine Verbindung ersetzt, die das Schwermetall Antimon enthielt. Dadurch wurde beim Bremsen Antimon freigesetzt und zum Teil weit verfrachtet. Im Schwermetallmonitoring wurde daraufhin ein erheblicher Anstieg von Antimon beobachtet. Die anschließende Diskussion um den Schadstoff führte dazu, dass Antimon durch andere Verbindungen ersetzt wurde und diese Einträge mittlerweile erheblich zurückgegangen sind. Dafür haben Metalle wie Bismut, Molybdän und Zinn die Funktion des Elements Antimon in Bremsbelägen übernommen.

Der Eintrag von Antimon und anderen giftigen Schwermetallen belastet die Umwelt auf lange Sicht: Sie sind nicht abbaubar und werden nur sehr langsam aus den natürlichen Stoffkreisläufen entfernt. Sie können Ökosysteme, aber auch den menschlichen Organismus schädigen, etwa wenn sie über die Atemluft oder die Nahrung in den Körper gelangen. Akute Schäden in Ökosystemen sind bei der Größenordnung derzeitiger Hintergrundeinträge zwar nicht bekannt, doch erhöht sich das Risiko dafür, je mehr Schwermetalle sich mit der Zeit anreichern.

In Bayern nahm der Indikator für Schwermetalleinträge aus der Luft noch bis 2010 ab. Dieser Trend wurde mittlerweile gebrochen, da die Staubeinträge seit Anfang der 2010er-Jahre wieder deutlich zugenommen haben. Ein Grund dafür könnte unter anderem die Staubaufwirbelung von versiegelten Flächen sein, die stetig zunehmen. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Schwermetallen: Während zum Beispiel die Einträge von Zink im aktuellen Bewertungszeitraum (2007 bis 2016) deutlich zurückgegangen sind, ist etwa bei Bismut und Eisen ein signifikanter Anstieg zu erkennen.

Um die Umweltbelastung durch Schwermetalle zu verringern, muss sich vor allem auch das Verhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern verändern. Wer Produkte wie Smartphones, die Schwermetalle und seltene Erden enthalten, länger nutzt und das Auto öfter stehen lässt, setzt weniger Schwermetalle frei.

Aktuelle Trends für alle Bundesländer stellt die Länderinitiative Kernindikatoren zur Verfügung.

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