Vogelfreundlicher Garten – Ein Projekt mit dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV)

Die Auszeichnung "Vogelfreundlicher Garten" schafft Akzeptanz für mehr Unordnung in Gärten. Gartenbesitzende erhalten mit der Plakette eine Wertschätzung ihres Engagements für einen artenreichen Garten. Die Auszeichnung ist ein gemeinsames Projekt vom Bayerischen Artenschutzzentrum (BayAZ) und dem LBV. Am Bayerischen Artenzentrum im Landesamt für Umwelt ist die Aktion Teil der Kampagne gArtenvielfalt.

Das Projektteam aus BayAZ und LBV entwickelte gemeinsam einen Kriterienkatalog zur Bewertung von bayerischen Privatgärten. Folgende Fragen unterstützten bei der Definition der Kriterien:

  • Worauf kommt es in einem vogelfreundlichen Garten an?
  • Wie finden Vögel genug Nahrung in meinem Garten (Insekten und Sämereien)?
  • Wie locke ich Insekten in den Garten?
  • Wie sorge ich für mehr Artenvielfalt in meinem Garten?
Auszeichnungsplakette Vogelfreundlicher Garten hängt von kleinem Baum im Garten herab. Diese Plakette erhalten Besitzerinnen und Besitzer vogelfreundlicher Gärten. Foto: Carola Bria, LBV

Einen vogelfreundlichen Garten zeichnet unter anderem aus:

  • Spezielle Strukturen, die Nahrung, Deckung und Nistmöglichkeiten für Vögel und Insekten bieten,
  • eine arten- und strukturreiche Gestaltung des Gartens,
  • heimische Pflanzen mit einem Blütenangebot von Frühjahr bis Herbst, deren Samenstände über den Winter stehen bleiben,
  • Bäume und Sträucher mit Früchten sowie
  • Futter- und Wasserstellen.

Teilnahmebedingungen und Ausschlusskriterien

Die Plakette "Vogelfreundlicher Garten" erhalten die Gartenbesitzenden, die gewisse, festgelegte Bedingungen erfüllen. Neben den "Muss"-Kriterien, die ein vogelfreundlichen Garter erfüllen sollte, gibt es Ausschlusskriterien. Wer im Garten beispielsweise einen Mähroboter und/oder Pestizide einsetzt, kann die Plakette nicht bekommen.

In einer Pilotphase erhielten im April 2021 etwa 40 ehrenamtliche LBV-Mitglieder ihre Ausbildung, um anschließend als Gartenjury Gärten zu bewerten. In Teams von mindestens zwei Bewertenden prüften sie bis Herbst 2021 über 100 Gärten in ganz Bayern auf ihre Vogelfreundlichkeit und zeichneten sie aus.

Im Mai 2022 startete die erste offizielle, landesweite Bewertungsphase. Der Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber gab dazu als Schirmherr der Aktion den Startschuss mit der Auszeichnung des 111. Gartens. Zuvor wurden bayernweit mehr als 300 interessierte Ehrenamtliche als Gartenjury ausgebildet.

Die Bewertungssaison für 2022 endete im November. Über 2.600 Gartenbesitzende haben sich für die Auszeichnung "Vogelfreundlicher Garten" beworben. Die mehr als 300 Ehrenamtlichen leisteten unzählige Stunden an freiwilligem Engagement und zeichneten bayernweit über 1.200 Gärten mit der Plakette aus. Die Begeisterung für die Aktion war bei allen Teilnehmenden zu spüren. Die Aktion zeigt: Artenschutz macht Spaß und kann im eigenen Garten umgesetzt werden.

Bis Mitte Oktober 2023 waren die Jury-Teams zum zweiten Mal in ganz Bayern unterwegs und bewerten die angemeldeten Gärten. Die mittlerweile knapp 600 ehrenamtlichen Mitglieder der Gartenjury haben in den vergangenen beiden Jahren insgesamt über 3.000 Gärten als vogelfreundlich ausgezeichnet. 1.800 davon 2023. Das Interesse an der kostenlosen Auszeichnung ist weiterhin ungebrochen: circa 1.200 Gärten stehen bereits für 2024 zur Bewertung auf der Liste.

Vogelfreundlicher Garten in den Medien

Die Aktion Vogelfreundlicher Garten wird seit 2022 kontinuierlich in den Medien aufgegriffen. Zahlreiche Pressemitteilungen des Organisationsteams oder von Gartenjury-Mitgliedern wurden in lokalen und überregionalen Zeitungen veröffentlicht. Der Bayerische Rundfunk berichtete ebenfalls in zwei Fernsehbeiträgen über die Auszeichnung.

Weiterführende Informationen

Links

Teilen