Siedlungs- und Verkehrsfläche

In Bayern hat die Siedlungs- und Verkehrsfläche im aktuellen 10-Jahres-Trend (2007 bis 2016) weiter zugenommen. 2016 lag ihr Anteil an der Landesfläche bei zwölf Prozent. Ein Vergleich der Regionen zeigt: Die Siedlungs- und Verkehrsfläche nimmt überall zu, und zwar auch in Gebieten Bayerns, in denen die Bevölkerung abnimmt.

Anteile der Siedlungs- und Verkehrsfläche in Bayern und in den sieben Regierungsbezirken in den Jahren 2000 und 2016, der Anteil ist in allen Regionen gestiegen Bild vergrössern Anteile der Siedlungs- und Verkehrsfläche in Bayern und in den Regierungsbezirken in den Jahren 2000 und 2016

Ziel der Bayerischen Staatsregierung

Landesentwicklungsprogramm Bayern (LEP) 2013: Die Ausweisung von Bauflächen soll an einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung unter besonderer Berücksichtigung des demografischen Wandels und seiner Folgen ausgerichtet werden.

Immer mehr Siedlungen und Verkehrswege – Bayern verliert an Boden

Böden sind wichtige Ressourcen. Die vielfältigen Funktionen, die sie im Naturhaushalt erfüllen, werden jedoch durch den Bau von Siedlungen und Verkehrswegen zerstört, oft sogar für immer. Überbaute Böden lassen sich nicht mehr für die Land- und Forstwirtschaft nutzen. Außerdem gehen dadurch charakteristische Landschaften und Lebensräume verloren. Ein weiteres Problem ist die Versiegelung: Mehr als die Hälfte der Siedlungs- und Verkehrsflächen ist versiegelt und von Gebäuden, Straßen und befestigten Plätzen bedeckt. Sie können deshalb deutlich weniger Wasser speichern. Das erhöht die Hochwassergefahr und erschwert zugleich die Bildung von neuem Grundwasser. Versiegelte Flächen speichern zudem Wärme und erhöhen die Temperatur vor Ort. Nicht zuletzt binden sie weniger Feinstaub aus der Luft als Grünflächen.

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Gesamtfläche lag 2016 in der Oberpfalz und in Niederbayern unter dem bayerischen Durchschnitt von 12,0 Prozent, in Unter- und Mittelfranken, Oberbayern und Schwaben dagegen darüber. In allen Bezirken hat der Anteil von 2000 bis 2016 zugenommen, am geringsten in Mittelfranken (0,8 Prozent), Unterfranken (1,0 Prozent) und Oberfranken (1,4 Prozent). Die Zunahme in Schwaben und in der Oberpfalz (jeweils 1,5 Prozent) lag knapp unter dem bayerischen Durchschnitt von 1,6 Prozent. Überdurchschnittlich zugenommen haben die Anteile in Niederbayern (1,8 Prozent) und Oberbayern (2,0 Prozent). Die Siedlungs- und Verkehrsflächen nehmen auch in bayerischen Landkreisen zu, in denen die Bevölkerungszahl zurückgeht. Das liegt unter anderem darin begründet, dass dort häufig günstigeres Bauland verfügbar ist.

Errechnet man, wie groß die versiegelte Fläche pro Einwohner ist, zeigt sich: In Ballungsgebieten mit kompakter Siedlungsstruktur, wie in München oder in der Industrieregion Mittelfranken, fällt die Pro-Kopf-Versiegelung deutlich geringer aus als im ländlichen Raum.

Aktuelle Trends für alle Bundesländer stellt die Länderinitiative Kernindikatoren zur Verfügung.

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