Artenvielfalt und Landschaftsqualität

Aktueller Trend

Die Bestände von Vogelarten, die typischerweise in den bayerischen Landschaften vertreten sind, haben sich zwischen 1960 und 2001 in etwa halbiert. Seither hat sich der Bestandswert der Agrarlandarten auf rund 58 Prozent des für 2015 angestrebten Zielwertes (100 Prozent) eingependelt, bei den Arten der Wälder auf rund 82 Prozent, der Trend steigt bei den Arten der Wälder.

Der Bestand repräsentativer Vogelarten ist bis 2001 stark zurückgegangen. Im Vergleich zum Zielwert für das Jahr 2015 = 100 Prozent, lag er in den Jahren 1960 bis 1980 bei rund 160 Prozent, im Jahr 2001 nur mehr bei rund 78 Prozent. Die Arten der Wälder haben sich in den vergangenen 10 Jahren positiv entwickelt, 2017 lag ihr Index bei rund 80 Prozent. Die Arten des Agrarlandes haben indes stagniert, ihr Index lag 2017 unter 60 Prozent. Bestandsentwicklung ausgewählter Vogelarten in Bayern seit 1960 und Entwicklung der Wald- und Agrarlandarten seit 1998

Ziel der Bayerischen Staatsregierung

Bayerische Biodiversitätsstrategie: Bis 2020 soll das Biotopnetz vervollständigt und dadurch die biologische Vielfalt umfassend und dauerhaft erhalten werden. Schwerpunktmäßig sollen Artenhilfsprogramme für Vogelarten mit nicht günstigem Erhaltungszustand umgesetzt werden.

Verlust von Lebensräumen gefährdet Artenvielfalt

Tief greifende Veränderungen der Landschaften führten in den vergangenen Jahrzehnten dazu, dass viele bedeutende Lebensräume an Fläche und Qualität verloren haben. Dadurch ist auch die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten, die auf diese Lebensräume angewiesen sind, zurückgegangen.

Stellvertretend zeigt sich dies an den Beständen ausgewählter Vogelarten. Diese Indikatorarten repräsentieren jeweils die wichtigsten Lebensräume der Normallandschaft. In Bayern sind das: Agrarland (zum Beispiel Feldlerche), Wälder (zum Beispiel Buntspecht), Siedlungen (zum Beispiel Rauchschwalbe) und Binnengewässer (zum Beispiel Haubentaucher).

Die Entwicklung verläuft in den einzelnen Lebensraumgruppen zwar unterschiedlich, weist jedoch in Bayern wie in ganz Europa bis zur Jahrhundertwende einen deutlichen Rückgang auf. Am stärksten betroffen sind Arten der Agrarlandschaften wie die Feld- und Wiesenbrüter. Einst weit verbreitete und häufige Bewohner, zum Beispiel Kiebitz und Rebhuhn, haben im Bestand stark abgenommen oder sind gebietsweise ganz verschwunden.

Experten haben 2011 für jede Vogelart eine Bestandsgröße festgelegt, die bis 2015 erreicht werden sollte, um die Art zu erhalten. Diese Bestandsgrößen wurden einem Zielwert von 100 Prozent gleichgesetzt. Die tatsächlich gemessenen Bestandswerte lassen sich zu diesem Zielwert ins Verhältnis setzen und machen so die Entwicklung verschiedener Arten vergleichbar. Die jüngsten Zahlen von 2017 zeigen, dass sich dieser Wert bei den Arten des Agrarlands nach einem starken Rückgang im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts mittlerweile auf einem niedrigen Niveau von etwa 58 Prozent stabilisiert hat. Repräsentative Arten der Wälder sind davon nicht mehr betroffen, ihr Kennwert hat sich im Zeitraum seit 2008 wieder positiv entwickelt.

Die Indikatorwerte für Äcker und Grünland liegen also derzeit noch deutlich vom gültigen Zielwert entfernt. Weitere erhebliche Anstrengungen sind notwendig, um die Situation zu verbessern: von einem geringeren Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln bis hin zu einem schonenderen Umgang mit allen Landschaften, insbesondere der Verringerung des Flächenverbrauches.

Aktuelle Trends für alle Bundesländer stellt die Länderinitiative Kernindikatoren zur Verfügung.

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