Aktueller Trend

Die Grundwasserneubildung aus Niederschlag ist keine konstante Größe. Stattdessen unterliegt sie den Änderungen des Klimageschehens: Im Bewertungszeitraum hat die Grundwasserneubildung aus Niederschlag nicht weiter abgenommen, sie stagniert auf einem niedrigen Niveau. Im Bewertungszeitraum wurde auch ein Langzeitminimum registriert.

Die Grundwasserneubildung als gleitender 10-Jahresmittelwert hat in Bayern im aktuellen Bewertungszeitraum (seit 2015) nicht weiter abgenommen, sie stagniert  auf einem niedrigen Niveau. Mit rund Minus 20 Prozent wurde im Bewertungszeitraums die höchste Abweichung zum Referenzzeitraum 1971 bis 2000 erreicht. Grundwasserneubildung als 10-Jahresmittelwert als relative Abweichung gegenüber der Referenzperiode 1971 bis 2000 in Prozent

Ziel der Bayerischen Staatsregierung

Wasserzukunft Bayern 2050: Ausgehend von den zu erwartenden Veränderungen der Grundwasserneubildung sind Anpassungsmaßnahmen zur Sicherstellung der öffentlichen Wasserversorgung zu entwickeln und umzusetzen.

Voraussetzung für eine nachhaltige Trinkwasserversorgung

Im Vergleich zu Oberflächengewässern reagieren viele Grundwasservorkommen deutlich langsamer auf Änderungen des Niederschlagsgeschehens. Dies hängt von den regionalen hydrogeologischen Gegebenheiten sowie den Speichereigenschaften des Untergrundes ab. In der Folge können vor allem ergiebige Grundwasservorkommen einzelne trockene Jahre kompensieren. In Bayern liefert das Grundwasser rund 92 Prozent des Trinkwassers. Für die Wasserwirtschaft stellt die Sicherstellung des Spitzenwasserbedarfs der öffentlichen Trinkwasserversorgung in Trockenzeiten, bei gleichzeitig erhöhtem Bewässerungsbedarf seitens der Landwirtschaft, eine besondere Herausforderung dar.

Veränderte Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse, wie sie sich in den vergangenen Jahrzehnten zeigten, beeinflussen die Grundwasserneubildung aus Niederschlag. Aufgrund der Vegetationsruhe wirken sich besonders von November bis April Niederschlagsänderungen auf die Grundwasserneubildung aus – und somit auch auf die Grundwasserstände.

Der Zeitraum seit 2003 ist durch eine deutlich reduzierte Grundwasserneubildung charakterisiert. Zum Ausgleich dieses Defizits sind besonders feuchte Jahre erforderlich. Diese waren in den letzten 20 Jahren, mit Ausnahme von 2013, gar nicht vertreten. Im Mittel beträgt die Grundwasserneubildung aus Niederschlag im Bewertungszeitraum 2015 bis 2024 nur 85 Prozent gegenüber der Referenzperiode 1971 bis 2000 (Nordbayern rund 83 Prozent, Südbayern rund 86 Prozent). Derzeit werden damit die geringsten Grundwasserneubildungsraten der gleitenden 10-Jahreswerte im gesamten Beobachtungszeitraum registriert.

Aufgrund dieser Entwicklung sollten Wasserversorgungsunternehmen vorsorglich planen und rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, um eine mögliche Wasserknappheit in der Zukunft zu vermeiden. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Die frühzeitige Sicherung von potenziellen Wasserschutzgebieten
  • Die Schaffung oder Stärkung örtlicher und regionaler Verbünde mit benachbarten Wasserversorgungsunternehmen
  • Die Reduzierung von Wasserverlusten im Leitungsnetz
  • Die Einführung grundwasserschonender Bewirtschaftungsformen im Einzugsgebiet von Wassergewinnungsanlagen

Bayerisches Klimainformationssystem

Zum Nachlesen

Verwandte Umweltindikatoren