Aktueller Trend
Der Trend des Flächenverbrauchs in Bayern ist im Bewertungszeitraum von 2015 bis 2024 indifferent, das heißt er nimmt weder eindeutig zu noch ab. Er lag zuletzt bei knapp zehn Hektar pro Tag und schwankt seit Jahren auf hohem Niveau.
Entwicklung des Flächenverbrauchs für Siedlungen und Verkehr in Bayern seit 2001
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Ziel der Bayerischen Staatsregierung
Bayerisches Landesplanungsgesetz: Wenn Freiflächen im Außenbereich erstmals für Siedlungs- oder Verkehrsprojekte geplant und genutzt werden, soll landesweit darauf hingewirkt werden, die Inanspruchnahme auf eine Richtgröße von 5 ha pro Tag zu begrenzen; dieses Ziel soll bis spätestens 2030 erreicht sein.
Standortkonkurrenz und größere Wohnungen: Flächenverbrauch hat viele Ursachen
Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Landesfläche Bayerns wächst Jahr für Jahr, denn ständig werden neue Flächen für Wohnen, Infrastruktur, Handel und Gewerbe beansprucht. Landesweit wurden im Jahr 2024 durchschnittlich täglich 9,8 Hektar an Freiflächen für diese Zwecke umgenutzt. Die Gründe für den hohen Flächenverbrauch sind vielfältig: Handel und Gewerbe konkurrieren um Standorte und Kommunen um Einwohner. Die Nachfrage nach Baugrundstücken in Ortsrandlagen ist groß. Auch die wachsende Zahl kleiner Haushalte und der Wunsch nach größeren Wohnungen erhöhen den Bedarf. In zunehmendem Maße trägt auch die Ausweitung von Photovoltaikanlagen auf Freiflächen zum Flächenverbrauch bei. Für das Jahr 2024 entfielen darauf bereits rund 3,7 Hektar pro Tag.
In ländlichen Gebieten, in den Grenzregionen und in eher strukturschwachen Räumen ist der Flächenverbrauch deutlich höher als in den Ballungsgebieten. Teilweise werden trotz schrumpfender Bevölkerungszahlen zusätzliche Wohn- und Gewerbeflächen mit Straßen, Kanälen und anderen Infrastrukturen gebaut. Ein Grund dafür sind die oftmals niedrigeren Grundstückspreise in diesen Regionen. Auf lange Sicht wird allerdings der Unterhalt dieser Strukturen für die Kommunen hohe Kosten verursachen. Unter dem Flächenverbrauch und dem zunehmenden Verkehr leiden Natur und Landschaft, aber auch die Attraktivität von Orten. Die Bundesregierung verfolgt daher das Ziel, den Flächenverbrauch in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf unter 30 Hektar pro Tag zu begrenzen. Zwischen 2019 und 2022 wurden in der Bundesrepublik im Mittel etwa 52 Hektar pro Tag überbaut.
Auch in Bayern soll der Flächenverbrauch deutlich reduziert werden. Die Staatsregierung setzt dabei auf ein Bündel von Maßnahmen, um die Kommunen bei einem sparsameren Umgang mit der Ressource Boden zu unterstützen. Beispiele dafür sind das Bündnis zum Flächensparen, die Flächenmanagement-Datenbank des Landesamts für Umwelt und der Folgekosten-Schätzer. Zudem wurde im Juli 2019 die Flächensparoffensive ins Leben gerufen. Sie hat das Ziel, weitere Maßnahmen ressortübergreifend zu entwickeln und umzusetzen und damit die Flächeninanspruchnahme zu reduzieren.
Aktuelle Trends für alle Bundesländer stellt die Länderinitiative Kernindikatoren zur Verfügung.
Bayerisches Klimainformationssystem
Zum Nachlesen
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