Flächenverbrauch

Aktueller Trend

Der Flächenverbrauch in Bayern ist im Vergleich mit allen anderen Bundesländern am höchsten. Er schwankt seit Jahren auf hohem Niveau und lag zuletzt bei 11,7 Hektar pro Tag. Die Werte ab 2013 können für eine Trendanalyse nicht genutzt werden, da die Methode für die Erhebung geändert wurde. Eine rückläufige Tendenz ist derzeit nicht erkennbar.

Entwicklung des Flächenverbrauchs für Siedlungen und Verkehr in Bayern seit 2001; 2013 wurde die Erhebungsmethode umgestellt, daher ist vorerst keine Aussage zum Trend möglich, der für 2017 erhobene Flächenverbrauch lag bei 11,7 Hektar pro Tag, eine rückläufige Tendenz ist derzeit nicht erkennbar Entwicklung des Flächenverbrauchs für Siedlungen und Verkehr in Bayern seit 2001

Ziel der Bayerischen Staatsregierung

Koalitionsvertrag (2018): Bayern bekennt sich zum Ziel der Bundesregierung bis 2030 den Flächenverbrauch auf bundesweit unter 30 ha pro Tag zu reduzieren und strebt daher an, eine Richtgröße für den Flächenverbrauch (in Bayern) von 5 Hektar pro Tag im Landesplanungsgesetz zu verankern.

Bayerische Nachhaltigkeitsstrategie (2017): Langfristig deutliche Reduzierung des Flächenverbrauchs bis hin zu einer Flächenkreislaufwirtschaft ohne weiteren Flächenneuverbrauch.

Standortkonkurrenz und größere Wohnungen: Flächenverbrauch hat viele Ursachen

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Landesfläche Bayerns wächst Jahr für Jahr, denn ständig werden neue Flächen für Wohnen, Infrastruktur, Handel und Gewerbe beansprucht. Landesweit wurden im Jahr 2017 durchschnittlich täglich 11,7 Hektar an Freiflächen für diese Zwecke umgenutzt. Die Gründe für den hohen Flächenverbrauch sind vielfältig: Handel und Gewerbe konkurrieren um Standorte und Kommunen um Einwohner. Die Nachfrage nach Baugrundstücken in Ortsrandlagen ist groß. Auch die wachsende Zahl kleiner Haushalte und der Wunsch nach größeren Wohnungen erhöhen den Bedarf.

In ländlichen Gebieten, in den Grenzregionen und in eher strukturschwachen Räumen ist der Flächenverbrauch deutlich höher als in den Ballungsgebieten. Teilweise werden trotz schrumpfender Bevölkerungszahlen zusätzliche Wohn- und Gewerbeflächen mit Straßen, Kanälen und anderen Infrastrukturen gebaut. Ein Grund dafür sind die oftmals niedrigeren Grundstückspreise in diesen Regionen. Auf lange Sicht wird allerdings der Unterhalt dieser Strukturen für die Kommunen hohe Kosten verursachen. Unter dem Flächenverbrauch und dem zunehmenden Verkehr leiden Natur und Landschaft, aber auch die Attraktivität von Orten. Die Bundesregierung verfolgt daher das Ziel, den Flächenverbrauch in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf unter 30 Hektar pro Tag zu begrenzen. Zwischen 2013 und 2017 wurden in der Bundesrepublik im Mittel etwa 61 Hektar pro Tag überbaut.

Auch in Bayern soll der Flächenverbrauch deutlich reduziert werden. Die Staatsregierung setzt dabei auf ein Bündel von Maßnahmen, um die Kommunen bei einem sparsameren Umgang mit der Ressource Boden zu unterstützen. Beispiele dafür sind das Bündnis zum Flächensparen, die Flächenmanagement-Datenbank des Landesamts für Umwelt und der Folgekosten-Schätzer.

Aktuelle Trends für alle Bundesländer stellt die Länderinitiative Kernindikatoren zur Verfügung.

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