Flächenverbrauch

Aktueller Trend

Für den Flächenverbrauch in Bayern zeigte sich im Zeitraum 2004 bis 2013 zuletzt kein eindeutiger Trend. Die Größe der zusätzlichen Fläche, die für Siedlungen und Verkehr benötigt wird, ist auch von der Konjunktur und dem Wohnungsbedarf abhängig. Die Werte ab 2014 können für eine Trendanalyse nicht genutzt werden, da die Methode für die Erhebung geändert wurde. Verglichen mit anderen Bundesländern ist der Flächenverbrauch nach wie vor hoch.

Entwicklung des Flächenverbrauchs für Siedlungen und Verkehr in Bayern seit 2001; 2013 wurde die Erhebungsmethode umgestellt, der für 2016 erhobene Flächenverbrauch lag bei 9,8 Hektar pro Tag Bild vergrössern Entwicklung des Flächenverbrauchs für Siedlungen und Verkehr in Bayern seit 2001

Ziel der Bayerischen Staatsregierung

Bayerische Nachhaltigkeitsstrategie (2017): Langfristig deutliche Reduzierung des Flächenverbrauchs bis hin zu einer Flächenkreislaufwirtschaft ohne weiteren Flächenneuverbrauch.

Standortkonkurrenz und größere Wohnungen: Flächenverbrauch hat viele Ursachen

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Landesfläche Bayerns wächst Jahr für Jahr, denn ständig werden neue Flächen für Wohnen, Infrastruktur, Handel und Gewerbe beansprucht. In den bayerischen Kommunen wurden im Jahr 2016 durchschnittlich täglich 9,8 Hektar an Freiflächen für diese Zwecke umgenutzt. Die Gründe für den hohen Flächenverbrauch sind vielfältig: Handel und Gewerbe konkurrieren um Standorte und Kommunen um Einwohner. Die Nachfrage nach Baugrundstücken in Ortsrandlagen ist groß. Auch die wachsende Zahl kleiner Haushalte und der Wunsch nach größeren Wohnungen erhöhen den Bedarf.

In ländlichen Gebieten, in den Grenzregionen und in eher strukturschwachen Räumen ist der Flächenverbrauch deutlich höher als in den Ballungsgebieten. Teilweise werden trotz schrumpfender Bevölkerungszahlen zusätzliche Wohn- und Gewerbeflächen mit Straßen, Kanälen und anderen Infrastrukturen gebaut. Ein Grund dafür sind die oftmals niedrigeren Grundstückspreise in diesen Regionen. Auf lange Sicht wird allerdings der Unterhalt dieser Strukturen hohe Kosten verursachen. Unter dem Flächenverbrauch und dem zunehmenden Verkehr leiden Natur und Landschaft, aber auch die Attraktivität von Orten. Die Bundesregierung verfolgt daher das Ziel, den Flächenverbrauch in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf 30 Hektar pro Tag zu begrenzen. Zwischen 2012 und 2015 wurden in der Bundesrepublik im Mittel etwa 66 Hektar pro Tag überbaut.

Auch in Bayern soll der Flächenverbrauch deutlich reduziert werden. Die Staatsregierung setzt dabei auf ein Bündel von Maßnahmen, um die Kommunen bei einem sparsameren Umgang mit der Ressource Boden zu unterstützen. Beispiele dafür sind das Bündnis zum Flächensparen, die Flächenmanagement-Datenbank des Landesamts für Umwelt und der Folgekosten-Schätzer.

Aktuelle Trends für alle Bundesländer stellt die Länderinitiative Kernindikatoren zur Verfügung.

Verwandte Umweltindikatoren

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