Flächen für Naturschutzziele

Aktueller Trend

Der Anteil der Flächen in Bayern, die für Ziele des Naturschutzes ausgewiesen sind, hat im Zeitraum 2007 bis 2016 leicht, aber stetig abgenommen, der Trend ist erstmals negativ. 2016 umfassten diese Flächen 13,7 Prozent der Landesfläche.

Der Anteil der für Naturschutzziele ausgewiesenen Flächen an der Landesfläche Bayerns nach 1990 ist zunächst kontinuierlich gestiegen, zwischen 2007 und 2016 jedoch abgenommen hat. Die meisten Flächen sind gesetzlich gesicherte Flächen; die eigentumsgleich oder vertraglich gesicherten Flächen nehmen einen deutlich kleineren Anteil ein. Bild vergrössern Entwicklung des Anteils der für Naturschutzziele ausgewiesenen Flächen an der Landesfläche Bayerns seit 1990

Ziel der Bayerischen Staatsregierung

Bayerische Biodiversitätsstrategie: Bis 2020 soll Bayern sein Netz aus Schutzgebieten und weiteren Vernetzungselementen so vervollständigen, dass genügend Flächen zur Verfügung stehen, um die biologische Vielfalt umfassend und dauerhaft erhalten zu können.

Artenvielfalt braucht geschützte Flächen

Der Wandel Bayerns vom traditionell bewirtschafteten Agrarland zum hoch entwickelten Industriestaat verändert Landschaft und Naturhaushalt tief greifend. Der anhaltend hohe Druck, neue Flächen für Siedlungen, Verkehr und Tourismus zu erschließen, und die immer intensivere landwirtschaftliche Nutzung bedrohen die Artenvielfalt und beeinträchtigen die Landschaft als Lebensraum und Ort der Erholung. Arten wie Feldhamster, Großer Brachvogel oder Bekassine sind auf seltene Lebensräume oder auf Landwirtschaftsflächen angewiesen, die nicht gedüngt oder mit schweren Maschinen bearbeitet werden. Sie überleben daher nur noch auf kleinen Restflächen.

Ein wichtiges Instrument, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, ist die Ausweisung von Schutzgebieten, also gesetzlich geschützten Flächen. Sie helfen, Arten und Lebensräume zu schützen, die biologische Vielfalt ebenso wie den Charakter von Landschaften zu bewahren und die Funktionen von Ökosystemen zu erhalten. Dieselben Ziele verfolgen auch verschiedenste Akteure, allen voran Kommunen und Naturschutzverbände, durch den Erwerb ökologisch bedeutsamer Flächen. Sie werden oft mit Unterstützung des Bayerischen Naturschutzfonds oder mit EU-Fördermitteln im Rahmen spezieller Naturschutzprojekte angekauft. Ein weiterer wichtiger Baustein sind vertraglich gesicherte Flächen, die zum Beispiel über das staatlich geförderte Vertragsnaturschutzprogramm nach den Vorgaben des Naturschutzes bewirtschaftet werden. So wird etwa durch Verzicht auf Düngemittel oder durch eine spätere Mahd erreicht, dass auf diesen Flächen gefährdete Arten und Lebensgemeinschaften überleben können.

Nicht nur die Gesamtgröße der geschützten Flächen, sondern auch deren Qualität und Verbindung untereinander sind wichtige Voraussetzungen für erfolgreichen Artenschutz. Deshalb kommt dem europäischen Netz von Schutzgebieten Natura 2000 (mit einem Anteil von 11,3 Prozent an der Landesfläche Bayerns) und dem BayernNetz Natur eine herausragende Bedeutung zu. Aktuell gibt es über 400 BayernNetz Natur-Projekte. Sie fördern Anliegen des Naturschutzes, die für die jeweilige Region von Bedeutung sind, wie zum Beispiel Wiesentäler im Hochspessart oder Magerrasen im bayerischen Oberland.

Aktuelle Trends für alle Bundesländer stellt die Länderinitiative Kernindikatoren zur Verfügung.

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