Wollen Kommunen die ihr begrenzt zur Verfügung stehenden Freiflächen multifunktional nutzen, können die Möglichkeiten und Synergien hierzu über eine Teilfortschreibung oder eine Neuaufstellung des Landschaftsplans aufgezeigt werden. In der Regel handelt es sich hierbei um eine „Besondere Leistung“, die über die Grundleistungen des Landschaftsplans hinausgeht.
Das Beispiel der Stadt Penzberg zeigt einige Erfolgsfaktoren, die für andere Kommunen wegweisend sein können:
- Digitale Planung: Für eine effektive Flächennutzungs- und Landschaftsplanung sind traditionelle analoge Verfahren nicht mehr ausreichend. Digitale, mit Hilfe von Geoinformationssystemen erzeugte Planwerke bieten erhebliche Vorteile. Sie ermöglichen eine schnellere Erstellung und Anpassung von Plänen, fördern die Transparenz durch klare Datenvisualisierung und erleichtern die Integration verschiedener Informationsquellen. Planungszeiträume werden kürzer, die Entscheidungsfindung wird effizienter.
- Transparenz und Beteiligung: Durch die digitale Integration und Standardisierung der Fachdaten, beispielsweise im „Digitalen Zwilling“ der Stadt Penzberg sind die Informationen für die Öffentlichkeit leichter zugänglich. Mit der gezielten Umsetzung eines auf die Bedürfnisse der Gemeinde angepassten Kommunikations- und Beteiligungskonzepts können umfassende Fachplanungen, wie ein Biotopverbundkonzept, besser vermittelt werden. Durch eine frühzeitige und niedrigschwellige Beteiligung von Öffentlichkeit und Fachbehörden steigen sowohl die Qualität der Planung als auch die Akzeptanz für die Umsetzung von Maßnahmen.
- Gemeinsam gestalten: Gerade in mittleren und größeren Kommunen ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschieden Fachbereichen und Abteilungen oft eine Herausforderung. Regelmäßige Besprechungen fördern die Kommunikation und helfen, zahlreiche parallel laufende Prozesse zu bündeln. Im vorliegenden Fall der Stadt Penzberg wurde dies von den überaus engagierten Mitarbeitern der Stadt vorbildlich umgesetzt.
- Beteiligung bündeln: Mit dem Format "Stadtwerkstatt" können die Beteiligungsmöglichkeiten zu verschiedenen Planungsprozessen gebündelt werden. Die aktive Einbindung der Bevölkerung und die Förderung von lokalem Wissen ermöglichen es, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die den Bedürfnissen der Gemeinschaft entsprechen. Ein einheitliches Beteiligungsformat für alle Projekte senkt zudem die Hemmschwelle für die Bürger, sich aktiv zu beteiligen und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Da die Ergebnisse direkt in die laufenden Planungen einfließen, wird die Transparenz erhöht.
Weiterführende Informationen
- Multifunktionale Flächennutzung - sinnvoll geplant
- Der Penzberger Weg
- Multifunktionale Flächennutzung - sinnvoll geplant - Ein innovativer Baustein zum Landschaftsplan am Beispiel der Stadt Penzberg (Oberbayern)
- Schlussbericht: Das Fachmodul „Blau – grüne Adern durch die Stadt: Biotope vernetzen – Natur begreifen – Synergien schaffen“ als innovativer Baustein zum Landschaftsplan der Stadt Penzberg
- Flächensteckbriefe: Blau-grüne Adern durch die Stadt: Biotope vernetzen – Natur begreifen - Synergien schaffen
