Waldzustand

Aktueller Trend

Zwischen 2011 und 2020 hat sich der Kronenzustand der Waldbäume in Bayern deutlich verschlechtert. 2020 liegt der Anteil stark geschädigter Waldbäume mit 43 Prozent auf einem sehr hohen Niveau.

Entwicklung des Anteils von Waldbäumen der Schadstufen 2 bis 4 an begutachteten Waldbäumen seit 1991; zwischen 2011 und 2020 hat sich der Zustand der Baumkronen insgesamt deutlich verschlechtert, der Zustand schwankt zwischen den einzelnen Jahren zum Teil stark. Aktuell liegt der Anteil der Waldbäume in diesen Schadstufen bei rund 43 Prozent, 2013 waren es nur rund 20 Prozent. Entwicklung des Kronenzustands der Waldbäume in Bayern seit 1991

Ziel der Bayerischen Staatsregierung

Bayerisches Waldgesetz: Dauerhafte Sicherung und Stärkung der Schutzfähigkeit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Waldes.

Baumkronen zeigen: Der Wald leidet unter Folgen des Klimawandels

Der Wald bietet Lebensraum für Pflanzen und Tiere, schützt vor Bodenabtragung, filtert Schadstoffe aus der Luft, speichert Wasser und dient dem Menschen als Rohstofflieferant und Erholungsort. Doch nur gesunde Wälder können diese Funktionen voll erfüllen. Ein wichtiger Indikator für die Vitalität und Leistungsfähigkeit des Ökosystems Wald ist der Kronenzustand der Bäume. In ihm spiegeln sich die Auswirkungen vielfältiger Stressfaktoren wider, die auf den Wald einwirken. Forstexpertinnen und -experten erheben jährlich den Zustand der Waldbäume.

Dank der erfolgreichen Politik zur Luftreinhaltung in den letzten Jahrzehnten sind die Einträge von Schwefel in die bayerischen Wälder deutlich zurückgegangen. Der anhaltend hohe Eintrag von Stickstoffverbindungen verstärkt jedoch weiterhin die Versauerung und Eutrophierung der Waldböden. Ein weiterer Stressfaktor sind klimatische Extremereignisse wie der Sturm "Kolle" 2017 im Landkreis Passau oder die extrem trockenen und heißen Sommer 2003, 2015 und 2018. Außerdem ändern sich durch zunehmende Temperaturen und eine veränderte Niederschlagsverteilung die Standortbedingungen. Dadurch geraten an einigen Standorten Baumarten, die mit den bisherigen Klimabedingungen gut zurechtgekommen sind, an die Grenze ihres Toleranzbereichs. Hitze und Trockenheit begünstigen die Vermehrung von Schädlingen, die den Bäumen ebenfalls zusetzen. Der Kronenzustand hat sich daher in den beiden letzten Jahrzehnten nicht sichtbar verbessert.

Angesichts des Klimawandels müssen die Wälder an veränderte Witterungsverhältnisse angepasst werden. Das stellt die Forstwirtschaft vor besondere Herausforderungen. Die häufigste Baumart in Bayerns Wäldern ist nach wie vor die Fichte. Dieser Nadelbaum kommt mit steigenden Temperaturen und längeren Trockenperioden im Sommer vergleichsweise schlecht zurecht. Insbesondere in den warm-trockenen Regionen Mittelfrankens ist auch die Kiefer vom Klimawandel betroffen. Deswegen sollen bis zum Jahr 2020 allein in den Privat- und Körperschaftswäldern Bayerns 100.000 Hektar an reinen Nadelholzbeständen in klimatolerante Mischwälder umgebaut werden.

Aktuelle Trends für alle Bundesländer stellt die Länderinitiative Kernindikatoren zur Verfügung.

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