Insekten und Blühflächen

Blühflächen werden vielfach angesät, um dem Rückgang der Biodiversität zu begegnen. In einem Projekt am Bayerischen Artenschutzzentrum (BayAZ) wird untersucht, wie solche Flächen und andere Maßnahmen zur Förderung der Insektendiversität und des Biotopverbunds beitragen können. Richtig angelegt kann ein Mehrwert für Pflanzen und Tiere entstehen. Bei mancher gut gemeinten Maßnahme sind die positiven Effekte hingegen gering oder es besteht sogar die Gefahr, die heimische Flora zu verfälschen, wenn keine gebietseigenen Pflanzenarten ausgebracht werden.

Wie wirken Blühflächen in der Praxis optimal für den Schutz von Insekten?

Die verschiedenen Akteure, unter anderem im Bereich Naturschutz, Straßenbau und Kommunen, benötigen klare Empfehlungen, welche Maßnahmen zur Förderung der Insektenvielfalt effektiv und zielführend sind. Wissenschaftliche Studien zu dem Thema liegen zahlreich vor, behandeln aber meist nur einen Teil der naturschutzrelevanten Aspekte. Deshalb ist eine umfassende, praxisgerechte Zusammenschau der relevanten Ergebnisse notwendig.

Eine artenreiche Wiese im Blühaspekt mit violettem Wiesen-Salbei und weißen Margeriten. Eine gute Alternative: artenreiches Extensivgrünland; Foto: Marcel Ruff

Ein Projektteam am BayAZ bearbeitet nun das Thema "Bewertung und Erprobung von Maßnahmen zur Förderung der Insektendiversität und des Biotopverbunds mittels Blühflächen" – kurz "Insekten und Blühflächen". Über das Projekt sollen Grundlagen erarbeitet und zusammengestellt werden, um effektive Maßnahmen durchführen zu können.

Auch Überwinterungs- und Niststrukturen sind wichtig

Diese Maßnahmen zielen darauf ab, das Blütenangebot zu verbessern sowie nötige Strukturen zu schaffen (Überwinterungs- und Niststrukturen), um insbesondere gefährdete Insekten zu fördern. Dabei liegt der Fokus neben der richtigen Anlage von Blühflächen auch auf deren Alternativen und dem Biotopverbund. Lineare Elementen wie Wegränder und Säume spielen eine besondere Rolle.

Eine wichtige Aufgabe ist zudem die Zusammenarbeit, Abstimmung und Beratung von und mit verschiedenen Gruppen von Akteuren und die Beteiligung der Forschung.

Bis Ende 2024 bearbeitet das Projektteam folgende Schwerpunkte:

  • Grundlagen für die Umsetzungspraxis erarbeiten,
    • Literatur recherchieren, Praxiserfahrungen und Fragestellungen zusammenstellen,
    • vorhandene Blühflächen in Hinblick auf Insektendiversität und Botanik bewerten, Maßnahmen erproben – Best-Practice-Beispiele entwickeln,
  • Positivliste für gebietseigenes Saatgut aktualisieren,
  • Konzept erstellen, um Feld- und Wegränder aufzuwerten,
  • Blühmischungen weiterentwickeln, mit Saatgutproduzenten abstimmen, Akteure beraten,
  • Spenderflächenkataster aufbauen und befüllen.