Die Regierung von Niederbayern stellt mit der AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ Informationen zu laufenden und geplanten Projekten zur Verfügung.

Insbesondere Vorhaben, die der Grundwasserbelastung durch Nitrat und Pflanzenschutzmittel (PSM) entgegenwirken, sollen bekannt gemacht und erläutert werden.

Aktuelle Projekte und Vorhaben

  • seit Oktober 2017 finden regelmäßig Niederbayerische Wasserforen statt.
  • Das Nachfolgeprojekt zu "Landwirtschaft und Grundwasserschutz in den Gebieten Hohenthann, Pfeffenhausen und Rottenburg a.d.Laaber" wird vor allem hinsichtlich der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt und der bewährte Runde Tisch wird weiter geführt.
  • Überarbeitung der "Wasserschule Niederbayern" für den Grundschulbereich.

Überblick

Erfolgsprojekt: fünf Jahre niederbayerischer "Grundwasserschutz zum Genießen"

Am 21. November 2025 hat die Regierung von Niederbayern zu einem besonderen Jubiläum eingeladen: dem fünfjährigen Geburtstag der von ihr unterstützten Initiative „Wasserschutz-Weizen Niederbayern“, die sich seit ihrem Start 2020 zu einem Erfolgsprojekt entwickelt hat. Dank der teilnehmenden Partner, darunter Landwirte, Müller, Bäcker und Wasserversorger, wie Regierungspräsident Rainer Haselbeck bei der Jubiläumsveranstaltung hervorhob, die vom Korn übers Mehl bis hin zum Gebäckstück mit dem Wasserschutz-Weizen arbeiten und damit seit einem halben Jahrzehnt einen aktiven Beitrag zum Trink- und Grundwasserschutz leisten. Die Initiative startete damals mit gerade einmal sieben Teilnehmern: Den „Wasserschutz-Weizen“-Pionieren der ersten Stunde, die der Regierungspräsident am Freitag für ihr Engagement auszeichnete. Auf knapp 50 Projektpartner ist die Initiative mittlerweile angewachsen, zuletzt um zwei weitere Landwirte und eine Bildungseinrichtung, die Haselbeck ebenso beim Treffen willkommen hieß. Damit sind die „Wasserschutz-Weizen“-Backwaren schon jetzt fast in ganz Niederbayern erhältlich – passend zum Anlass ab sofort in einer Jubiläumstüte.

Wasserforen Niederbayern

Am 14.11.2025 fand das 6. Wasserforum statt.

Langanhaltende Hitze- und Trockenphasen wie auch Starkregenereignisse mit einhergehenden Überflutungen beeinflussen zunehmend das Leben sowohl im ländlichen Raum als auch in den Städten Bayerns.

Vor diesem Hintergrund wurde am Beispiel der Schwammregion Kelheim aufgezeigt, welche Anpassungsmaßnahmen den Kommunen, Landwirten und weiteren Akteuren im ländlichen Raum zum Erhalt eines natürlichen Landschaftswasserhaushalts zur Verfügung stehen.

Im Siedlungsbereich mögliche Anpassungsmaßnahmen wurden anhand von Praxisbeispielen – Stichwort Schwammstadt – vorgestellt.

Im Anschluss erfolgte ein Überblick über die entsprechenden Fördermöglichkeiten.

Vorträge zum Herunterladen:

  • Schwammregionen – Konzeption und Umsetzung von Maßnahmen am Beispiel Landkreis Kelheim
  • Bauen – Bewirtschaften – Ordnen für einen wirksamen Starkregenschutz
  • Schwammstadt – Beispiele aus der Praxis
  • Fördermöglichkeiten: RZWas2025, Wasser- und Sedimentrückhalt, Maßnahmen zur gewässerschonenden Bewirtschaftung, Städtebauförderung

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Regierung von Niederbayern.

Am 08.11.2024 fand das 5. Wasserforum statt.

„Für viele Menschen beschränkt sich der tägliche Kontakt mit der Wasserversorgung auf den selbstverständlichen Griff zum Wasserhahn. Die Verantwortlichen wiederum stellt diese komplexe Aufgabe immer wieder vor neue Herausforderungen. Insbesondere die für uns alle entscheidend wichtige Sicherung der Wasserversorgung wird zunehmend zum drängenden Thema. Mit Blick darauf stand die neue Trinkwassereinzugsgebieteverordnung und deren Umsetzung als neuer Baustein zur Sicherung der Wasserversorgung im Mittelpunkt des diesjährigen Wasserforums.“

Beim Wasserforum wurden folgende Vorträge gehalten:

  • Wasserentnahmeentgelt Trinkwassereinzugsgebieteverordnung Interkommunale Zusammenarbeit; Dr. Juliane Thimet
  • Die neue Trinkwassereinzugsgebieteverordnung (TrinkwEGV) Verfahrensablauf und LAWA-Vollzugshilfe; Moritz Wulff (StMUV)
  • Fortschreibung der Wasserversorgungsbilanz Niederbayern -Erste Ergebnisse-; Josef Halser
  • - Zukunftsfähige Wasserversorgung – Fortschreibung WVB und SüSWasser; Michael Belau (LfU)

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Regierung von Niederbayern.

Teilnahme an der Umweltmesse in Landshut 2024

Die AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ nahm an der diesjährigen Umweltmesse in Landshut teil und war vom 08.03. bis 11.03.2024 zusammen mit dem Wasser-Info-Team e. V. in Form eines Informationsstandes auf der Messe vertreten. Die Besucher und Besucherinnen konnten sich an dem Stand rund um das Thema Grundwasserschutz informieren, dessen Wert, die Bedeutung für unser Trinkwasser und was jeder Einzelne dazu beitragen kann. Dabei wurde besonders die Grundwassersituation in Niederbayern thematisiert. Zusätzlich wurde auch das Projekt "Wasserschutzweizen" präsentiert. Hierbei handelt es sich um eine regionale Kooperation zwischen Landwirten, Mühlen und Bäckereien, bei der beim Weizenanbau auf die letzte Stickstoffdüngung verzichtet wird, wodurch der Nitrateintrag ins Grundwasser verringert wird. Das fertige Produkt, das Wasserschutzbrot, kann in vielen Bäckereien in Niederbayern, Unterfranken, Mittelfranken und Oberfranken erworben werden. Interessierte Besucher der Messe konnten zudem am Freitag in einem Vortrag von Dr. Zuber viel Wissenswertes rund um die aktuellen Herausforderungen und Anstrengungen der bayerischen Wasserwirtschaft im Allgemeinen und die AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ im Speziellen erfahren.

Pressetermin zum Wasserschutzbrot am 06.11.2023

Für die Initiative Wasserschutzbrot konnten in Niederbayern acht neue Wasserschutzbäckereien gewonnen werden. Diese wurden am Montag den 06.11.2023 von Regierungspräsident Rainer Haselbeck an der Regierung von Niederbayern herzlich willkommen geheißen und für ihr Engagement mit einer Urkunde ausgezeichnet.

Vor vier Jahren startete die Initiative gerademal mit einem Landwirt, einem Müller und fünf Bäckern. Seitdem wächst diese deutlich und kann aktuell 12 Landwirte, 4 Mühlen und 16 Bäckereien in sieben von neun Landkreisen Niederbayerns verzeichnen. Auch die Anbaufläche hat sich verzwanzigfacht und ist von anfangs 5 Hektar auf nun über 100 Hektar angewachsen. Erhältlich sind die regional und wasserschonend hergestellten Backwaren in über 50 Verkaufsstellen.

Durch bewusste Kaufentscheidungen trägt der Kunde einer Wasserschutz-Bäckerei direkt zum Grund- und Trinkwasserschutz bei und erhält gleichzeitig ein regionales Produkt, dessen Herkunft transparent vom Acker bis zur Ladentheke dargestellt werden kann.

Die Durchwachsene Silphie als mögliche alternative Energiepflanze

Auf der Suche nach einer mögliche Alternative zum Energiemaisanbau wurde im Jahr 2019 im Wassereinzugsgebiet Mannersdorf bei Zeilarn ein Anbauversuch gestartet. Zwei Landwirte bauen auf sieben Hektar die Durchwachsene Silphie zur Weiterverwertung in der Biogasanlage an. Im Rahmen der AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ werden sie gefördert und begleitet von der Regierung von Niederbayern, dem Zweckverband Wasserversorgung Rottal und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Pfarrkirchen.

Die mehrjährige Staudenpflanze, auch Becherpflanze genannt, bietet viele Vorteile gegenüber dem Energiemaisanbau:

  • Lange Lebensdauer (15 bis 30 Jahre)
  • Langandauernde Bodendeckung (Erosionsschutz, Humusaufbau, Wasserhaltevermögen)
  • Ab dem 2. Jahr keine Bodenbearbeitung und Pflanzenschutzmaßnahmen (Herbizide) mehr erforderlich
  • Lebensraum für viele Insekten und andere Tierarten
  • Lange Blühzeit (Juli bis September)
  • Trockentoleranz durch tiefe Bodendurchwurzelung (bis 2 m)
  • Besseres Wasserhaltevermögen und höhere Wasseraufnahme des Bodens
  • 30 % weniger N-Bedarf im Vergleich zu Mais
  • Hohes N-Aneignungsvermögen reduziert ganzjährig den N-Gehalt im Boden
  • Gut geeignet für Wasserschutzgebiete.

Mit dem Anbau der Durchwachsenen Silphie kann eine dauerhaft reduzierte Düngung der im Einzugsgebiet des Brunnens Mannersdorf liegenden Äcker erreicht werden.
Dafür haben Wasserversorger und Landwirte Kooperationsverträge abgeschlossen.

Die Vorteile für den Wasserversorger liegen auf der Hand. Durch den Anbau der Durchwachsenen Silphie wird bereits im Vorfeld einer möglichen Grundwasserverunreinigung durch übermäßige Düngung und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vorgebeugt.

Aber auch für die Landwirte bringt der Anbau durchaus einen Gewinn. Die etwas geringere Energieausbeute wird durch verschiedene Punkte nahezu ausgeglichen. Die durchwachsene Silphie wird einmal angebaut und eventuell nachgesät. Um den Ernteverlust im ersten Jahr gering zu halten, kann zusätzlich in jeder zweiten Reihe Mais mit angebaut werden. Bereits im darauffolgenden Jahr erreicht die durchwachsene Silphie dann eine Höhe von 1,8 bis 3,0 Meter.

  • Der Ertrag liegt in etwa auf dem Niveau von Silomais.
  • Der Boden muss nicht mehr bearbeitet werden.
  • Eine erneute Ansaat ist nicht nötig, da die Durchwachsene Silphie immer wieder nachwächst.
  • Die Ernte kann zusammen mit dem Silomais Ende September erfolgen.
  • Pflanzenschutzmittel sind nach dem ersten Jahr nicht mehr erforderlich.
  • Mehrmalige arbeitsintensive und kostenverursachende Maßnahmen, über das Jahr gesehen, werden eingespart.

Durch das Projekt und die Auswertung sowie Verbreitung der Ergebnisse erhofft man sich weitere Landwirte von dieser Energiepflanze zu überzeugen.

Detaillierte Informationen zur Durchwachsenen Silphie

Für Auskünfte zum Anbauversuch in Niederbayern wenden Sie sich bitte an:

Regierung von Niederbayern

Sachgebiet 52 – Wasserwirtschaft
Regierungsplatz 540
84028 Landshut

Telefon: 0871/808-1854