FAQ: Umgang mit Bodenaushub

Was muss ich vor Baubeginn beachten?

Antwort:

Sind Bodenuntersuchungen notwendig, sollten diese möglichst früh in Auftrag gegeben werden, am besten schon bei der Erstellung eines Bauleitplanes, spätestens aber im Rahmen der Baugrunduntersuchung.

Direkt danach sollten Sie einen geeigneten Verwertungsbetrieb suchen, um frühzeitig Detailfragen zu klären und eventuell Entsorgungsprobleme zu erkennen. Dabei können Sie zum Beispiel klären, welche Untersuchungen eventuell noch notwendig sind und welche Verfahren bei der Probennahme anerkannt werden.

Die frühzeitige Recherche nach geeigneten Verwertungsbetrieben hilft, Verzögerungen zu vermeiden. Außerdem sparen Sie Kosten, weil sich die Preise für die Entsorgung von Bodenaushub teilweise erheblich unterscheiden. Informationen über regionale Verwertungsbetriebe erhalten Sie bei der zuständigen Abfallbehörde vor Ort.

Im Fall von Altlastverdachtsflächen sollte ein nach § 18 Bundes-Bodenschutzgesetz zugelassener Sachverständiger beauftragt werden.

In welchen Fällen ist eine Untersuchung des Bodenaushubs erforderlich?

Antwort:

Chemische Untersuchungen sind erforderlich, wenn es Hinweise auf erhöhte Schadstoffgehalte gibt. Dies ist zum Beispiel der Fall bei Böden in Gewerbe- und Industriegebieten, militärisch genutzten Böden, im Kernbereich urbaner und industriell genutzter Gebiete, in der Nähe von Altlasten oder bekannten Emittenten, in unmittelbarer Straßennähe, in Überschwemmungsgebieten und in langjährig als Haus- und Kleingarten genutzten Böden.

Untersuchungen sind auch notwendig, wenn sie vom jeweiligen Entsorger verlangt werden.

Weitere Fälle, in denen eine Untersuchung notwendig ist, finden Sie im Merkblatt "Beprobung von Boden und Bauschutt" (Kapitel 4.2).

Müssen auch kleine Mengen Bodenaushub beprobt werden?

Antwort:

Ja, wenn es Hinweise auf eine chemische Belastung gibt, ist auch bei kleinen Mengen wie bei einem Einfamilienhaus oder einer Anhängerladung eine Beprobung notwendig (siehe Frage "In welchen Fällen ist eine Untersuchung des Bodenaushubs notwendig?").

Um Untersuchungskosten zu sparen, können Kleinmengen jedoch vom Entsorger zunächst zentral gesammelt und dann gemeinsam beprobt werden, wenn dies der weiteren Entsorgung nicht entgegensteht. Die Größe des Sammelhaufwerks darf 500 m3 nicht überschreiten.

Wie muss eine Beprobung erfolgen? Warum kann ich nicht nur eine einzelne Probe nehmen?

Antwort:

Um vergleichbare Messwerte zu erhalten, ist ein einheitliches Vorgehen bei der Probennahme wesentlich. Nur dann können die Messwerte mit den Grenz- und Beurteilungswerten verglichen werden. Das genaue Vorgehen ist im Merkblatt "Beprobung von Boden und Bauschutt" beschrieben:

Für gering belastete Böden reichen In-situ-Untersuchungen aus, bei denen man einzelne Bohrkerne oder Proben aus Baggerschürfen entnimmt. Die Untersuchungsraster richten sich im Regelfall nach den Vorgaben der LAGA-Mitteilung 20 (1997). Dies gilt für Böden, deren Schadstoffbelastung höchstens den Z 1.2-Wert des Verfüll-Leitfadens erreicht.

Bei höher belasteten Böden bildet man Haufwerke aus dem Bodenmaterial, die gemäß LAGA-Richtlinie PN 98 beprobt werden. Die Bildung ähnlich belasteter Haufwerke ist zwar zunächst aufwendiger, hilft aber Entsorgungskosten zu sparen. Zu beachten ist jedoch, dass das Kreislaufwirtschaftsgesetz das Vermischen unterschiedlich belasteter Böden nicht zulässt.

Eine einzelne Probe zu untersuchen ist in der Regel nicht ausreichend, da Böden sehr inhomogen sind: Schadstoffgehalte können kleinräumig stark variieren. Um also zu einer verlässlichen Aussage zu kommen, benötigt man mehrere Proben von verschiedenen Stellen:

Was kostet eine Untersuchung?

Antwort:

Die Kosten für Probenahme und Analytik können regional sehr unterschiedlich sein. Überschlägig können Sie bei der Untersuchung auf die Regelparameter von folgenden Schätzwerten ausgehen:

  • Anreise und Materialbereitstellung: 200,- bis 300,- Euro (abhängig von der Entfernung)
  • Probenahme: 100,- bis 150,- Euro je Mischprobe
  • Analytik nach Verfüll-Leitfaden und DepV: 300,- bis 350,- Euro je Laborprobe

Wieviel die Bodenuntersuchungen beim Bau eines Einfamilienhauses kosten, hängt von Art und Umfang der Probennahme ab, also letztlich von der Bodensituation und der Schadstoffbelastung. Folgende Schätzwerte können Ihnen eine erste Orientierung bieten:

  • In-situ-Untersuchung (4 Proben): 1.800,- bis 2.300,- Euro
  • Haufwerksuntersuchung (2 Proben, DIN 19698-2): 1.000,- bis 1.300,- Euro
  • LfU-Deponie-Info 3: Haufwerksuntersuchung bei aushubüberwachten und homogenen Böden (Entnahme von 9 Proben, Untersuchung von 2 Proben): 1.700,- bis 2.400,- Euro
  • LAGA PN 98 Haufwerksuntersuchung (Entnahme und Untersuchung von 9 Proben): 3.800,- bis 4.400,- Euro

Als Aushub wurde ein maximales Haufwerksvolumen von 500 m3 angenommen oder bei In-situ-Untersuchungen eine Fläche von 400 m2. Die ersten beiden Abschätzungen gelten für gering belastete Böden, deren Schadstoffbelastung höchstens die Z 1.2-Werte des Verfüll-Leitfadens erreicht. Die letzten beiden Abschätzungen ergeben sich für höher belastete Böden.

Wie kann es sein, dass Doppelbeprobungen und Doppeluntersuchungen notwendig werden, und wie kann ich das vermeiden?

Antwort:

Die verschiedenen Entsorgungswege stellen unterschiedliche Anforderungen. Zeigt die Analyse, dass die Grenzwerte für den angestrebten Entsorgungsweg überschritten werden, müssen daher gegebenenfalls weitere Untersuchungen gemacht werden.

Ein Beispiel: Sie planen, Ihren Bodenaushub in einer Grube zu verfüllen. Die Analyse ermittelt jedoch zu hohe Schadstoffgehalte in der bei diesem Entsorgungsweg zu untersuchenden Kornfraktion kleiner als 2mm. Sie müssen ihren Boden also auf eine Deponie bringen – und damit ist die Untersuchung des Gesamtbodens (also auch der Anteile > 2mm) auf die Schadstoffe notwendig, die in der Deponieverordnung vorgegebenen sind.

Hinweis: Im Einzelfall können Untersuchungen der Fraktion kleiner als 2mm für eine Deponierung anerkannt werden. Ob die zusätzlichen Parameter der Deponieverordnung untersucht werden müssen, entscheidet der Deponiebetreiber, gegebenenfalls nach Rücksprache mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt.

Um Doppeluntersuchungen möglichst zu vermeiden, gehen Sie folgendermaßen vor: Lassen Sie den Gutachter festlegen, welche Parameter erfahrungsgemäß oder aufgrund von Ergebnissen der Voruntersuchungen relevant für die Einstufung sein werden. Nur diese Werte lassen Sie im ersten Schritt untersuchen. Nachdem der Entsorgungsweg geklärt ist, lassen Sie die weiteren Parameter in der für den Entsorgungsweg vorgeschriebenen Korngrößenfraktion bestimmen.

Ist für die Zwischenlagerung von Bodenaushub neben der Baugrube eine Genehmigung notwendig?

Antwort:

Nein, aber Sie müssen vorab die Kreisverwaltungsbehörde informieren. Diese kann, eventuell zusammen mit dem Wasserwirtschaftsamt, gegebenenfalls Schutzmaßnahmen vorgeben, damit kein kontaminiertes Material abgeschwemmt und kein Staub verweht wird. Auch dürfen gelöste Schadstoffe nicht versickern.

Rechtlicher Hintergrund: Anlagen zur zeitweiligen Lagerung von Abfällen zur Entsorgung sind immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftig bei gefährlichen Abfällen ab 30 Tonnen und bei nicht gefährlichen Abfällen ab 100 Tonnen Lagerkapazität (4. BImSchV, Anhang 1, Nr. 8.12.1 und 8.12.2).

Diese Mengen können bei Baumaßnahmen überschritten werden, wenn vor Ort Haufwerke beprobt werden müssen.

Eine Zwischenlagerung für die Beprobung – auch auf einem an ein Bauprojekt angrenzenden Grundstück – ist jedoch eine "Bereitstellung zur Abholung" und keine Zwischenlagerung.

Für nicht kontaminierten Boden, der auf dem Grundstück, auf dem er ausgehoben wurde, wiederverwendet wird, ist ebenfalls keine Genehmigung für das Lagern notwendig (§ 2 Abs. 3 Nr. 3 BImSchG).

Wie muss ich mit anfallendem Bodenaushub umgehen?

Antwort:

Dies ist abhängig von der Art des Bodens und den möglichen Schadstoffgehalten:

Die oberste Bodenschicht (Mutterboden) ist wieder zum gleichen Zweck als Mutterboden zu verwenden (vgl. § 202 BauGB).

Unbelasteten (Unter-)Boden sollten Sie vorrangig auf der Baustelle wiederverwenden. Falls er dort und auch andernorts nicht wiederverwendet werden kann, kann er zum Beispiel in Gruben verfüllt werden. Dafür sind keine Analysen erforderlich, allerdings muss die "Verantwortliche Erklärung" ausgefüllt werden, die Sie beim Verfüllbetrieb erhalten. Eventuell verlangt jedoch der Grubenbetreiber Analysenergebnisse.

Gering belastete Böden werden zum Beispiel in Gruben, Tagebauen oder Brüchen verfüllt oder in technischen Bauwerken verbaut. Höher belastetes Material muss auf einer Deponie entsorgt werden. Die Kriterien für die verschiedenen Entsorgungswege sind im Verfüll-Leitfaden (Anlagen 2 und 3), der LAGA M 20 (1997, Tabelle II.1.2-1) oder der Deponieverordnung (Anhang 3, Tabelle 2) definiert. Bei Verdacht sind darüber hinaus weitere Schadstoffe zu untersuchen, die nicht in diesen Regelwerken genannt sind.

Die Untersuchungsberichte legen Sie bitte dem Entsorgungsbetrieb vor. Bei einer Verfüllung benötigen Sie zusätzlich die "Verantwortliche Erklärung", die Sie beim Verfüllbetrieb erhalten Bei einer Deponierung ist neben den Untersuchungsberichten die "Grundlegende Charakterisierung" erforderlich.

Was mache ich mit ausgehobenem Bodenmaterial bei Leitungsgräben oder Kanalbauarbeiten?

Antwort:

Böden mit geringen Schadstoffgehalten sollten soweit möglich vor Ort wiederverwendet werden, je nach bautechnischer Möglichkeit, hydrogeologischen Verhältnissen und technischen Oberflächenabdichtungsmaßnahmen. Das gilt für Böden, deren Schadstoffbelastung höchstens die Z 2-Werte des LAGA-Merkblatts M 20 (1997) erreicht.

Böden mit erhöhten Schadstoffgehalten können meist nicht vor Ort verwertet werden. Sie müssen dann aufbereitet oder anderweitig entsorgt werden, zum Beispiel auf einer Deponie. Manchmal können diese Böden aber auch vor Ort wieder eingebaut werden. Dafür ist aber die Zustimmung des Wasserwirtschaftsamtes erforderlich.

Wie muss ich mit Bodenmaterial mit geogen oder großflächig siedlungsbedingt erhöhten Stoffgehalten umgehen?

Antwort:

Es gibt drei Entsorgungswege. Welcher Weg möglich ist, hängt von der Schadstoffbelastung und der bautechnischen Eignung des Bodenmaterials ab. Die Entscheidung trifft die zuständige Abfallbehörde vor Ort.

A) Umlagerung
Von einer Umlagerung spricht man, wenn Bodenmaterial anderswo auf einen Boden aufgebracht oder in die durchwurzelbare Bodenschicht eingearbeitet wird. Diese Möglichkeit besteht in der Regel für Mutterböden oder kulturfähige Unterböden.

Die Umlagerung findet innerhalb des Gebietes mit erhöhten Schadstoffgehalten statt, wobei die Belastung von Natur aus vorhanden oder siedlungsbedingt entstanden sein kann. Wichtig ist, dass der Boden am Aufbringort dadurch weder in seinen Funktionen noch in seinen Schadstoffgehalten beeinträchtigt wird. Karten mit natürlich vorhandenen (geogenen) Schwermetall-Gehalten im Boden finden Sie im UmweltAtlas Bayern.

Rechtlicher Hintergrund: Für Böden aus Gebieten mit erhöhten natürlichen ("geogenen") Belastungen sind die Vorgaben der BBodSchV einzuhalten (§ 12 Abs. 10): Danach sind in Gebieten mit erhöhten Schadstoffgehalten (Kriterium: Schadstoffbelastung größer als der Vorsorgewerte der BBodSchV) Verlagerungen von Bodenmaterial innerhalb des Gebiets zulässig. Dies gilt auch für Gebiete mit großflächig siedlungsbedingt erhöhten Schadstoffgehalten (§ 9 Abs. 2 und 3 BBodSchV). Bodenfunktionen dürfen dadurch aber nicht beeinträchtigt werden (§ 2 Abs. 2 Nr. 1 und 3 Buchst. b und c des BBodSchG). Die Schadstoffsituation am Aufbringort darf ebenfalls nicht nachteilig verändert werden. Gebiete erhöhter Schadstoffgehalte kann die zuständige Behörde festlegen. Aber auch wenn eine solche Gebietsfestlegung nicht erfolgt ist, kann eine Aufbringung möglich sein (§ 12 Abs. 10 Satz 1 BBodSchV). Im Einzelfall ist zu prüfen, ob die Bodenumlagerung innerhalb eines Gebietes mit erhöhten Schadstoffgehalten stattfinden soll und die übrigen Voraussetzungen des § 12 Abs. 10 Satz 1 BBodSchV vorliegen.

B) Verwertung in technischen Bauwerken und Verfüllung von Gruben, Brüchen und Tagebauen
Wenn eine Umlagerung nicht möglich ist, kann der Boden auch in Lärmschutzwällen oder anderen technischen Bauwerken verwendet oder in Gruben, Brüchen und Tagebauen verfüllt werden. Dies hängt von seiner bautechnischen Eignung und von der Schadstoffbelastung ab. Für Verwertungsmaßnahmen in technischen Bauwerken gilt die LAGA M 20(1997), für Verfüllungen der Verfüll-Leitfaden.

C) Entsorgung
Ist weder eine Umlagerung noch eine Verwertung des Bodens möglich, muss er auf einer Deponie entsorgt werden. Je nach Belastung stehen dafür Deponien der Klassen 0, I, II oder III zur Verfügung (Deponieverordnung).

Wie muss ich mit humusreichen Böden umgehen?

Antwort:

Baumaßnahmen in Bereichen mit humusreichen Böden (Humusgehalt über 8 %) sollten Sie möglichst vermeiden, da solche Böden in der Regel ökologisch sehr wertvoll sind und zudem bei der Entsorgung zu Problemen führen können. Zu humusreichen Böden zählen vor allem anmoorige Böden und Moorböden, also zum Beispiel Böden in ehemaligen Auen, entlang von Flüssen und Bächen und in Feuchtgebieten.

Generell gibt es drei Entsorgungswege. Welcher Weg möglich ist, hängt vom Humusgehalt, der Schadstoffbelastung und der bautechnischen Eignung des Bodenmaterials ab. Die Entscheidung trifft die zuständige Abfallbehörde vor Ort.

A) Umlagerung
Sind Baumaßnahmen unumgänglich, sollten Sie den Aushub möglichst vor Ort wieder einbauen. Dabei wird das Material auf bewachsenen Boden ausgebracht oder eingearbeitet.

B) Verwertung
Humusreicher Boden kann zur Herstellung von Bodensubstraten verwendet werden. Ebenfalls möglich ist der Einbau in Dämmen und anderen technischen Bauwerken. Die Voraussetzung dafür: Er ist ausreichend standfest und lässt keine Sackungen befürchten. Auch der Einsatz in Rekultivierungen ist möglich, ebenso die Überdeckung von Bauwerken wie Tiefgaragen oder Lärmschutzwällen.

Dagegen darf humusreiches Material nicht unter- der durchwurzelbaren Bodenschicht verwendet werden. Eine Verfüllung in Gruben ist also nicht zulässig. Dies gilt für Böden mit mehr als 8 % Humus. Eine Ausnahme sind Rekultivierungen. Weniger humusreiche Böden, also mit 2 bis 8 % Humus, können im Einzelfall verfüllt werden. Fragen Sie hierzu Ihr Wasserwirtschaftsamt.

Voraussetzung für alle Verwertungen ist die Einhaltung der entsprechenden Schadstoffgrenzwerte (Bundes-Bodenschutzverordnung, Bioabfallverordnung (bei Herstellung von Bodensubstraten mit Kompost), Düngemittelverordnung (bei Verwertung in der Landwirtschaft)).

Bitte nehmen Sie für die Entsorgung überschüssiger Mengen, die verwertet werden können, frühzeitig Kontakt mit Verwerterbetrieben auf, also mit Landwirten, Erdenwerken, Kompostieranlagen oder Erwerbsgärtnereien. In der Regel macht das Ihr Entsorgungsunternehmer.

C) Entsorgung
Ist weder eine Umlagerung noch eine Verwertung des Bodens möglich, können humose Böden auf DK-0-Deponien abgelagert werden. Kriterium ist der sogenannte TOC-Wert, also der Gehalt an organischem Kohlenstoff, der nicht über 6 % liegen darf (das sind umgerechnet 8 % Humus).

Sehr humusreiche Böden müssen, wenn sie zugleich so hoch schadstoffbelastet sind, dass keine Verwertung möglich ist, auf Deponien der Klassen I oder II (Anhang 3, Tabelle 2, Fußnote 2 oder Anhang 3, Nr. 2, Satz 11 DepV) und in Ausnahmefällen sogar verbrannt werden. Vorher ist jedoch zu prüfen, ob die Schadstoffe oder der Humusanteil durch eine Aufbereitung verringert werden können.

Der Humusgehalt und der Gehalt an abbaubaren Schadstoffen können durch Behandlung in Bodenbehandlungsanlagen gesenkt werden, so dass nach der Behandlung eventuell doch eine Verfüllung möglich ist.

Was kostet die Verwertung und Beseitigung von Bodenaushub?

Antwort:

Die Kosten für die Entsorgung von Böden sind regional sehr unterschiedlich. Als Schätzwert können Sie ungefähr folgende Preisspannen veranschlagen, wobei Sie noch die Kosten für Verladung und Transport hinzurechnen müssen (Stand: 2018).

Für Böden mit Bauschuttanteilen, humusreiche und pastöse oder flüssige Böden müssen Sie bei Gruben, Brüchen und Tagebauen mit deutlich höheren Preisen rechnen.

Mutterboden liegt im Preisbereich von Z 0. Er darf allerdings nicht überall angenommen werden. Ihr jeweiliger Entsorger gibt Ihnen hierzu Auskunft.

Ein Kubikmeter Boden wiegt ungefähr 1,6 bis 1,7 Tonnen. Dieser Wert kann jedoch je nach Bodenart nach oben oder unten auch abweichen.

Entsorgungspreise nach Kategorie
Entsorgungskategorie Bruttopreise [€/t]
Z 0 2 - 10
Z 1.1 7 - 14
Z 1.2 8 - 21
Z 2 9 - 35
DK 0 10 - 25
DK I 45 - 80
DK II 60 - 120

Wo finde ich eine Übersicht über Grenzwerte?

Antwort:

Die beiliegenden Übersichten enthalten die wesentlichen Beurteilungswerte für die Entsorgung von Bodenmaterial und Beurteilungswerte, die im Zusammenhang mit der Untersuchung von Altlasten und Altlastenverdachtsflächen heranzuziehen sind.

Sie sind ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Es gelten die jeweiligen Gesetze und Richtlinien.

Eine Übersicht über die Grenzwerte der Düngemittelverordnung und der Bioabfallverordnung finden Sie im Merkblatt zum Umgang mit humusreichem und organischem Bodenmaterial (Anhang 2, Tabelle 2).

Wer hilft mir weiter? Wo finde ich Informationen?

Antwort:

Für konkrete Fragen zu Ihrem Fall wenden Sie sich bitte vor Ort an die Abfallbehörde, die in Ihrer Kreisverwaltungsbehörde, oder im Umweltamt Ihrer kreisfreien Stadt angesiedelt ist.

Konkrete Fragen zur Beprobung und zur Analyse von Bodenmaterial klären Sie am besten mit einem Gutachter oder Sachverständigen. Karten von Gebieten mit natürlich vorhandenen (geogenen) Schwermetall-Gehalten im Boden finden Sie im UmweltAtlas Bayern.

Detaillierte Informationen zum Umgang mit Bodenaushub, zur Altlastenerkundung, zur Beprobung und Untersuchung und zur Verfüllung in Gruben, Brüchen und Tagebauen finden Sie in unseren Fachinformationen.

Weitere Vollzugs- und Arbeitshilfen finden Sie auch beim Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.