FAQ: Verfüllung in Gruben und Brüchen

Dürfen mit Perlit befüllte Ziegel die auf Baustellen in kleinen Mengen als Verschnitt anfallen, zur Verfüllung von Gruben, Brüchen und Tagebauen verwendet werden?

Antwort:

Insbesondere zur Verbesserung der Wärmedämmeigenschaften werden in den letzten Jahren Ziegel hergestellt und verwendet, bei denen Hohlräume durch Dämmmaterial wie Styropor, KMF (künstliche Mineralfasern) oder auch Perlite gefüllt sind. Durch diese Füllungen und eventuell zusätzlich verwendete Bindemittel können sich allerdings Probleme bei der Entsorgung ergeben.
Der unseres Wissens derzeit einzige Hersteller perlitgefüllter Ziegel hat seine Produktion so umgestellt, dass besondere Regelungen für auf Baustellen als Verschnitt in geringen Volumina anfallenden perlitgefüllten Ziegel bei der Verfüllung von Gruben, Brüchen und Tagebauen nicht mehr erforderlich sind.
Solche perlitgefüllten Ziegel können deshalb ab sofort im Rahmen des zulässigen Bauschuttanteils (in der Regel 1/3) der jeweiligen Verfüllmaßnahme in Gruben der Kategorien B, C1 und C2 (Z1.1, Z.1.2 und Z2-Gruben) verbracht werden.

Im Vorgriff auf die bei der Fortschreibung des Leitfadens zur Verfüllung von Gruben, Brüchen und Tagebauen vorgesehene Regelung kann dabei analog zu anderem Bauschutt verfahren werden und die alleinige Überschreitung des Parameters pH im Eluat bei Z-1.1-Gruben aus unserer Sicht als bauschutt-typisch toleriert werden.
Abschließend weisen wir auf Folgendes hin: Grundsätzlich ist anzustreben, dass sowohl die beim Bau als Abfall (Bruch und Verschnitt) als auch die beim späteren Gebäuderückbau in größeren Mengen anfallenden Ziegel in geeigneten Aufbereitungsanlagen recycelt werden. Dabei sind "Ziegel" und "Dämmstoffe" (wie auch Perlite) wieder voneinander zu trennen, um eine bautechnische Verwertung der Ziegelfraktion zu ermöglichen. Derzeit fallen aber von den perlitgefüllten Ziegeln nur so geringe Mengen beim Neubau an, dass entsprechende Aufbereitungsanlagen derzeit nicht sinnvoll und wirtschaftlich zumutbar betrieben werden können.
Die Regierungen, Wasserwirtschaftsämter und die für Gruben, Brüche und Tagebauen zuständigen Genehmigungsbehörden (Kreisverwaltungsbehörden und Bergämter) wurden per E-Mail über die künftigen Möglichkeiten zur Verfüllung perlitgefüllter Ziegel in Gruben, Brüchen und Tagebauen informiert.

Kann aus einer Aufbereitung stammendes Bauschutt-Material in Gruben und Brüchen verwertet werden?

Antwort:

Grundsätzlich ist es im Sinne einer möglichst hochwertigen Verwertung sinnvoll, statt einer Verfüllung in Gruben und Brüchen geeigneten Bauschutt zu Recycling-Baustoffen aufzubereiten oder bei Aushubmaterial eine außerhalb von Gruben und Brüchen nutzbare Kiesfraktion abzutrennen und nur den verbleibenden Rest dann als „sonstige Verwertung“ (Hierarchiestufe 4 gem. § 6 KrWG) zu verfüllen, sofern das Material bautechnisch geeignet ist und die entsprechenden Zuordnungswerte einhält.

Obwohl bau- und umwelttechnisch geeignet kann Material aus einer Bauschuttaufbereitung (Siebung) in einer bestimmten Grube nicht verwertet werden, weil der zugehörige Abfallschlüssel 19 12 09 nicht im Bescheid genehmigt ist. Als Entsorgungsweg für dieses abgesiebte Material bleibt daher meist die Beseitigung auf einer Deponie. Welche Möglichkeiten bestehen, um diesen Entsorgungsweg zu vermeiden?

Antwort:

Wird das Eingangsmaterial mit dem Ziel behandelt, die höher belastete Bauschutt-Feinfraktion abzutrennen, um die niedriger belastete Bauschutt-Grobfraktion verwerten zu können, ist ein 19er Abfallschlüssel für alle Fraktionen im Ausgang der Behandlungsanlage zwingend zu verwenden.

Ein 19er Abfallschlüssel kann nachträglich genehmigt werden. Dabei ist es aus fachlicher Sicht ausreichend, wenn der Grubenbetreiber den Abfallschlüssel 19 12 09 bei der Genehmigungsbehörde anzeigt. Eine Anzeige ist insbesondere dann ausreichend, wenn bereits vergleichbare Abfälle aus Kapitel 17 (AVV) genehmigt sind.

Wie sind die erhöhten Werte der Parameter Leitfähigkeit und Chlorid bei der in der Kiesgrube zu verwertenden Bauschutt-Grobfraktion zu beurteilen?

Antwort:

Für die Bauschutt-Grobfraktion ist die Fußnote 2 in Anlage 2 des Leitfadens GBT anwendbar. Die höheren Werte für die genannten Parameter Leitfähigkeit und Chlorid beziehen sich jedoch ausschließlich auf den erlaubten Bauschuttanteil (max. ein Drittel der jährlichen Verfüllmenge); sie haben keine Gültigkeit für den mitverfüllten Boden.

Wie ist der erhöhte pH-Wert dieser Bauschutt-Grobfraktion zu beurteilen?

Antwort:

Abweichungen beim pH-Wert (im Eluat) müssen bei einer Verfüllung in GBT allein kein Ausschlusskriterium darstellen, ihre Ursache ist jedoch zu prüfen und zu dokumentieren.

Sofern das Material – anders als aus der besagten Bauschuttaufbereitung – von einer Abbruchmaßnahme stammt, kann dieses bei Einhaltung der entsprechenden Zuordnungswerte in der Regel unter dem Abfallschlüssel 17 01 07 direkt verfüllt werden. Unter welchen Voraussetzungen darf der ursprüngliche Abfallschlüssel (17 01 07) auch für Material im Ausgang von Bauschuttaufbereitungsanlagen verwendet werden?

Antwort:

Die Verwendung des ursprünglichen Abfallschlüssels (17 01 07) auch im Ausgang einer Behandlungsanlage setzt voraus, dass der Chemismus und das Schadstoffpotential im Abfall durch die Behandlung selbst nicht verändert werden; d. h. dass durch den Behandlungsvorgang (Brechen, Sieben) lediglich bautechnische Eigenschaften beim Material eingestellt werden.

Im Ausgang von Bodenbehandlungsanlagen fallen i. d. R. zwei Fraktionen an – eine geringer belastete (Grob-)Fraktion und höher belastete (Fein-)Fraktion. Diese werden getrennt analysiert und entsprechend ihrer Belastung einer Verwertung oder Beseitigung zugeführt. Kann zumindest die geringer belastete (Grob-)Fraktion bei Einhaltung der entsprechenden Zuordnungswerte in Gruben und Brüchen verwertet werden?

Antwort:

Eine Verfüllung von Boden aus Behandlungsanlagen in Gruben und Brüche ist derzeit ausgeschlossen. Aus fachlicher Sicht ist es dennoch sinnvoll, Trockenverfüllungen von Bodenmaterial aus Behandlungsanlagen (Abfallschlüssel 19 12 09) ab Standortkategorie B unter definierten Bedingungen zuzulassen. Dies könnte per Einzelfallentscheidung so genehmigt werden.