Radon messen

Warum wird gemessen?

Die Radonkonzentration in Wohnräumen kann sehr unterschiedlich sein, sogar in Gebieten mit viel natürlichem Radon im Untergrund. Im Mittel beträgt sie in Deutschland 50 Becquerel pro Kubikmeter Luft. Die Messwerte reichen dabei von wenigen Becquerel bis zu einigen Tausend Becquerel. Eine Abschätzung allein aufgrund von Karten ist schlichtweg unmöglich!

Die Radonkonzentration in Wohnräumen kann nur durch eine Messung ermittelt werden. Auch nach der Sanierung sind Messungen erforderlich, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen.

Womit wird gemessen?

Exposimeter: schwarze, runde Kunststoffdose mit Kernspurdetektor, insgesamt nur wenig größer als eine Ein-Euro-Münze. Bild vergrößern Exposimeter

Radon in Innenräumen kann einfach, zuverlässig und kostengünstig gemessen werden. Gemessen wird in der Regel mit passiven Messgeräten, sogenannten Radon-Exposimetern. Diese Messgeräte sind klein und handlich, sie strahlen nicht und sind ungiftig. Pro Wohnung kostet eine Messung zwischen 50 und 150 Euro.

Radon-Messstellen und Radon-Fachpersonen bieten Messungen an:

Wie wird gemessen?

Ideal ist eine Messung über ein Jahr in allen bewohnten Räumen. Da das aufwendig ist und lange dauert, geht man in der Praxis meist Kompromisse ein. Folgende Mindestanforderungen muss man jedoch einhalten, damit das Ergebnis aussagekräftig ist:

  • Messdauer: mindestens drei Monate
  • Messzeitraum: mindestens die halbe Messzeit im Winterhalbjahr (circa von 15. Oktober bis 15. April)
  • Messorte: mindestens zwei getrennte Räume mit den längsten Aufenthaltszeiten, Messungen im untersten Wohngeschoss, bevorzugt im Bereich mit Erdkontakt. Wenn auch im Kellergeschoss Räume liegen, die häufig genutzt werden, sollte auch dort zusätzlich gemessen werden.

Die Exposimeter müssen über den gesamten Messzeitraum am selben Ort bleiben. Während der Messung sollte die Wohnung wie gewohnt genutzt werden.

Der Platz für die Messgeräte sollte folgende Anforderungen erfüllen:

  • nicht direkt an Türen und Fenstern
  • frei von Zugluft
  • nicht direkt an der Wand (mindestens 10 Zentimeter Abstand)
  • nicht direkt in der Sonne oder zu nahe an der Heizung
  • ungefähr in Atemhöhe
  • unzugänglich für Kinder und Haustiere

Wie werden Messwerte bewertet?

In Deutschland gibt es mit dem Strahlenschutzgesetz erstmals einen Referenzwert für Radon in Innenräumen. Er beträgt 300 Becquerel pro Kubikmeter Luft. Der Referenzwert ist jedoch kein Grenzwert.

Der Jahresmittelwert für die Radonkonzentration in der Luft wird mit dem Referenzwert verglichen. Wird er überschritten, muss geprüft werden, mit welchen Maßnahmen der Referenzwert eingehalten werden kann.

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