Gesundheitliche Wirkungen auf den Menschen

Radon zerfällt in kurzlebige Zerfallsprodukte, die ebenfalls radioaktiv sind. Diese Zerfallsprodukte lagern sich an Schwebeteilchen an, die in der Luft vorhanden sind (Aerosole). Mit diesen werden sie leicht eingeatmet und in der Lunge abgelagert. Radon selbst wird größtenteils sofort wieder ausgeatmet.

Gesundheitlich relevant ist also nicht das Radon selbst, sondern seine radioaktiven Zerfallsprodukte. Sie senden energiereiche, radioaktive Strahlung aus, die das unmittelbar umgebende Lungengewebe schädigen und Lungenkrebs begünstigen kann.

Risikobetrachtung

Epidemiologische Studien zeigen, dass das Lungenkrebsrisiko umso höher ist, je höher die Radonkonzentration in der Raumluft ist: Es steigt um zehn Prozent je 100 Becquerel pro Kubikmeter Luft. Der Mittelwert in bundesdeutschen Wohngebäuden liegt bei etwa 50 Becquerel pro Kubikmeter, in der Außenluft beträgt er etwa zehn Becquerel pro Kubikmeter Luft.

Beispiel Rauchen

Ein wesentlicher Faktor für diese Risikobetrachtung ist das Rauchen, denn für bis zu 90 Prozent der Todesfälle durch Lungenkrebs ist das Rauchen verantwortlich. Zudem ist anzunehmen, dass Rauchen das Lungenkrebsrisiko erhöht, das durch Radon entsteht. So treten – in absoluten Zahlen betrachtet – die meisten radonbedingten Lungenkrebsfälle bei Rauchern auf.

In der nachfolgenden Tabelle wird das Risiko bei einer hypothetischen Radonkonzentration von Null Becquerel pro Kubikmeter und bei 800 Becquerel pro Kubikmeter betrachtet.

Tabelle: absolutes Risiko, bis zum Alter von 75 Jahren an Lungenkrebs zu versterben
Radonkonzentration
0 Bq/m3
Radonkonzentration
800 Bq/m3
Lebenslange Nichtraucher 0,4 % 0,7 %
Raucher*) bis zum 30. Lebensjahr 2,3 % 3,7 %
Raucher*) bis zum 50. Lebensjahr 4,3 % 7,2 %
Raucher*) bis zum 75. Lebensjahr 10,4 % 16,9 %

*) Zigarettenkonsum 15-24 Zigaretten täglich

Quelle: Brüske-Hohlfeld, I., Kreienbrock, L. und Wichmann, H.-E.: Inhalation natürlicher Strahlung: Lungenkrebs durch Radon. In: GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, GmbH in der Helmholtz-Gemeinschaft: mensch+umwelt spezial, Strahlung. S. 37–44, 18. Ausgabe, 2006.