Fluoreszenzmikroskopie

Mikroplastik kann relativ einfach und schnell mit einem Fluoreszenzmikroskop identifiziert werden, wenn es entweder selbst fluoresziert, oder mit einem Fluoreszenzfarbstoff (zum Beispiel Nilrot) angefärbt wurde. Durch diese Technik sind selbst Partikel im Mikrometerbereich gut zu detektieren, was beispielsweise eine rasche Quantifizierung, also Zählung der Partikel, nicht jedoch eine Bestimmung der Kunststoffsorte möglich macht.

Leider ist aber weder Eigenfluoreszenz auf Kunststoffe beschränkt, noch färben Fluoreszenzfarbstoffe ausschließlich Kunststoffe an. In Umweltproben kommt einerseits oftmals eine Vielzahl organischer Materialen vor, die ebenfalls mit diesen Farbstoffen mit angefärbt werden und so fälschlicherweise miterfasst würden. Andererseits werden nicht alle Kunststoffsorten und Alterungszustände eines Kunststoffs gleich gut gefärbt, was wiederum eine Unterschätzung des vorhandenen Mikroplastiks zur Folge hätte. Dies erschwert einen Einsatz als alleinige Nachweismethode für Mikroplastik in der Umweltanalytik.

Mikroplastik Partikel, die angeregt mit unterschiedlichen Wellenlängen Fluoreszenz verschiedener Farben abgeben. Mikroskopische Aufnahme fluoreszierender Mikroplastik-Partikel, die einem geklärten Abwassers vor Filtration zugegeben wurden

Jedoch ist diese Technik für spezielle Fragestellungen auf Grund der im Vergleich zu anderen Analysetechniken kurzen Messzeit und der schnellen Auswertbarkeit der Ergebnisse die Methode der Wahl. Bei Versuchen im Labor können die Wissenschaftler selbst entscheiden, welche Kunststoffe und Fluoreszenzfarbstoffe eingesetzt werden. Indem gezielt Farbstoff-markierte Mikroplastik-Partikel genutzt werden, welche in der zu untersuchenden Probe typischerweise nicht vorkommen, kann die genannte Problematik umgangen werden. So kann mit Hilfe der Fluoreszenzmikroskopie zum Beispiel festgestellt werden, ob Organismen die angefärbten Mikroplastikpartikel aufgenommen haben oder deren Verhalten in Kläranlagen im Labormaßstab untersucht werden.