Mikroplastik in der Umwelt

Hell leuchtender Wasserfloh Bild vergrössern Fluoreszierende Kunststoffpartikel in einem Wasserfloh. Wasserflöhe ernähren sich von kleinen Algen, die sie zusammen mit Plastikteilchen aufnehmen können. Wasserflöhe sind Nahrungsquelle für Fische; Foto: Dr. Hannes Imhof, Prof. Dr. Christian Laforsch, Universität Bayreuth

Forschungsaktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene zum Thema Mikroplastik konzentrierten sich bisher hauptsächlich auf die Untersuchung mariner Ökosysteme. Die Belastung von Flüssen und Seen mit Mikroplastikpartikeln und deren mögliche Auswirkungen auf die dort lebende Tierwelt waren bislang weitgehend unerforscht. Untersuchungen am Gardasee und an anderen europäischen Binnengewässern sowie aktuelle Studien an bayerischen Gewässern zeigen, dass Mikroplastik auch in Binnengewässern nachweisbar ist.

Als Mikroplastik werden Kunststoffpartikel bezeichnet, die kleiner als fünf Millimeter sind. Aufgrund der unterschiedlichen Entstehung wird zwischen primärem und sekundärem Mikroplastik unterschieden. Dieses kann auf verschiedenen Wegen in Flüsse und Seen gelangen:

Primäres Mikroplastik wird in Form von kunststoffbasierten Granulaten bzw. Pellets, die in einer Vielzahl von Reinigungsmitteln und kosmetischen Produkten wie z.B. Hautpeelings enthalten sind, gezielt industriell hergestellt. Diese Mikroplastikpartikel werden vermutlich hauptsächlich über den Abwasserpfad in die Gewässer eingetragen.

Sekundäres Mikroplastik entsteht aus größerem Plastikmüll, wie z.B. Plastiktüten oder Plastikflaschen, der durch eine unsachgemäße Entsorgung in die Umwelt gelangt. Durch mechanische, chemische oder biologische Einflüsse zerfallen diese Kunststoffe in immer kleinere Einzelteile zu Mikroplastik. Kunststofffasern aus Textilien, die sich bei Waschvorgängen aus der Kleidung lösen, gelangen über den Abwasserpfad in Gewässer. Auch Verluste bei der Kunststoffherstellung und –verarbeitung tragen zur Umweltbelastung bei. Nach heutigem Kenntnisstand stellt sekundäres Mikroplastik die Haupteintragsquelle in die Umwelt dar.