Messnetze

Messnetze allgemein

Die Überwachung der Grundwasserbeschaffenheit erfolgte anfänglich nur für ausgewählte Stoffe und meist einzelfallbezogen. So lag beispielsweise in den 1960er Jahren der Fokus vorrangig auf Mineralölprodukten während in den 1970er Jahren organische Halogenverbindungen bestimmend waren. Seit den 1980er Jahren wird in Bayern die Grundwasserqualität systematisch überwacht. Die Anzahl von zunächst 58 untersuchten Messstellen wurde im Laufe der Jahre den verschiedenen gesetzlichen Anforderungen zum Beispiel der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) angepasst, so dass derzeit insgesamt ca. 670 Messstellen in Beobachtung sind.

Aktuell werden unter anderem die folgenden Messnetze betrieben:

  • Landesmessnetz Grundwasserbeschaffenheit
  • Überblicksmessnetz nach WRRL
  • Operatives Messnetz nach WRRL
  • EUA-Messnetz (Europäische Umweltagentur)
  • EU-Nitratmessnetz (EUA Teilmessnetz Landwirtschaft)
  • LIKI-Messnetz (Länderinitiative Kernindikatoren)

Zusätzlich dazu gibt es Messnetze für Sonderuntersuchungen und lokale Messnetze der Wasserwirtschaftsämter.

Bei Bedarf wird die Messstellenanzahl der Messnetze an neue fachliche und rechtliche Vorgaben angepasst.

Messstellenauswahl

Quellwasser tritt an einer Steinfassung in einem Wald aus natürlicher Quellaustritt

Ein repräsentatives Messnetz basiert auf geeigneten, in der Regel langfristig zur Verfügung stehenden Messstellen. Ein und dieselbe Messstelle kann dabei in verschiedenen Messnetzen Verwendung finden. Die Messstellen erfassen, je nach Fragestellung, die Einflüsse der Geologie, der verschiedenen Grundwasserleiter und Landnutzungsarten. Um eine repräsentative Probenahme sicherzustellen, muss der bauliche Zustand der Messstelle den anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Wenn möglich, wird auf bereits vorhandene Messstellen zurückgegriffen. Folgende Messstellentypen stehen hierbei zur Verfügung:

  • Grundwassermessstellen
  • natürliche Quellen
  • Brunnen der Trinkwasserversorgung
  • Quellen der Trinkwasserversorgung