Grundwasserqualität

Messschacht eines Brunnens der Wasserversorgung neben dem eine Probenbox steht. Im Hintergrund Schloss Neuschwanstein. Probenahme an einem Brunnen

Grundwasser entsteht vor allem aus Niederschlagswasser, das in den Boden versickert, aber auch aus Wasser von Fließgewässern und Seen, das bei erhöhten Wasserständen in tiefere Schichten infiltriert. Der Schwerkraft folgend, sammelt sich das Wasser in den Hohlräumen wasserdurchlässiger Gesteinsschichten, den sogenannten Grundwasserleitern an. Diese Grundwasservorkommen werden in einzelne Stockwerke gegliedert und, je nach Geologie des Grundwasserleiters, in hydrogeologische Einheiten differenziert. Auf seinem Weg von der Oberfläche bis in den Grundwasserleiter nimmt das Wasser in Wechselwirkung mit Boden und anstehendem Gestein charakteristische Stoffe auf. Diese spezifischen, hydrochemischen Eigenschaften werden als Grundwassertyp bezeichnet. Eine großflächige Überdeckung schützt das Grundwasser vor Fremdstoffeintrag. Die Wirksamkeit dieser natürlichen Barriere hängt jedoch stark von der Mächtigkeit und der Filterwirkung des Bodens und Gesteins ab.

In Bayern ist das Grundwasser die Basis der Wasserversorgung. Fast 94% des Trinkwassers wird aus den Brunnen und Quellen der örtlichen Wasserversorger, sowie aus Uferfiltrat gewonnen. Die Reinhaltung und nachhaltige Bewirtschaftung des Grundwassers gehört zu den Grundansprüchen unserer Gesellschaft.

Informationen über die Wasserqualität bilden die fachliche Grundlage für wasserwirtschaftliche Planungen und die Erstellung von Handlungskonzepten. Der Landesgrundwasserdienst betreibt dazu ein umfangreiches Monitoring mit folgenden Zielen:

  • Der chemische Zustand des Grundwassers wird nach gesetzlichen Vorgaben (zum Beispiel Europäische Wasserrahmenrichtlinie, Nitratrichtlinie) erfasst, bewertet und langfristig beobachtet.
  • Die erhobenen Daten werden für die Aufstellung von Stoffbilanzen verwendet.
  • Die Daten dienen auch als Beweissicherung bei Schadensfällen.
  • Kritische Zustände werden zeitnah festgestellt und überwacht.

Die im Rahmen des Monitorings überwachten Grundwassermessstellen werden in Messnetzen organisiert und auf der Grundlage von Monitoringprogrammen untersucht.