Luftqualität

Kleinfeuerungs- und Industrieanlagen bewirken zusammen jeweils knapp ein Drittel der relevanten Luftschadstoff-Emissionen in Bayern. Aufgrund der Quellhöhe können sich die industriebedingten Abgase und in gewissen Grenzen auch die Emissionen der Gebäudeheizungen mit der freien Luftströmung relativ schnell verteilen, so dass ihr Verursacheranteil an der Immissionskonzentration im Bereich von Belastungsschwerpunkten meist geringer ist als ihr Anteil an der Emission. Weitere bedeutende Quellen insbesondere für Feinstaub sind die Landwirtschaft und der Güterumschlag.

Straßenverkehr als wesentliche Quelle der Luftschadstoffe

Der überwiegende Anteil der Luftschadstoffe wird durch den Straßenverkehr freigesetzt. Anders als bei industriellen Quellen und Kleinfeuerungsanlagen werden die straßenverkehrsbedingten Emissionen in geringen Höhen und in direkter Nähe zum Schutzgut (menschliche Gesundheit) freigesetzt.

Um die Gesamtimmissionsbelastung einer autochthonen Wetterlage für Bayern abschätzen zu können, sind räumlich hochvariable Daten zur Hintergrundkonzentration der Schadstoffkomponenten nötig. Die Ermittlung der Hintergrundbelastung aus den sommerlichen Maximalwerten der Messstationen des Lufthygienischen Landesüberwachungssystems Bayern hat sich hierbei als zu aufwändig und räumlich nicht hoch genug aufgelöst erwiesen.

In der vorliegenden Untersuchung wird die Luftqualität daher allein aufgrund der Zusatzbelastungen des Straßenverkehrs abgeleitet. Als Indikator für die Luftgüte wird die Ausbreitung der Luftschadstoffkomponenten Stickstoffoxid (NOx) und Feinstaub (PM10) im Strömungsfeld der Kaltluft bzw. die daraus resultierende momentane Immissionskonzentration verwendet. Die Ausgangswerte hierfür liefern die Berechnungen der Emissionsmengen auf der Basis des durchschnittlichen täglichen Verkehrsaufkommens. Die Verdriftung der Emissionen erfolgt bei austauscharmen Wetterlagen für das Katluftströmungsgeschehen um 07:00 Uhr morgens. Die aus dem Straßenverkehr resultierenden Emissionen werden in der Karte "Luftschadstoff-Emissionen" in Gramm pro Tag auf einem Streckenabschnitt von einem Meter angegeben. In der Karte "Luftschadstoff-Zusatzbelastung Straßenverkehr" sind die Straßenabschnitte entsprechend ihrer Schadstoffbelastung mittels einer fünfstufigen Skala bewertet.

Mögliche Zusatzbelastung durch Großemittenten

Neben den untersuchten Straßenverkehrsemissionen werden in der Karte "Luftschadstoff-Emissionen" nachrichtlich die Standorte genehmigungsbedürftiger Anlagen dargestellt. Zur Quantifizierung der Massenströme und Jahresfrachten dieser "Großemittenten" wurden die aktuell vorliegenden Angaben aus den Emissionserklärungen (EE) für das Jahr 2016 ausgewertet. In den wenigen Fällen, in denen zu den betreffen Anlagenstandorten keine Angaben aus den EE 2016 vorliegen, wurde auf Werte aus den aktuell vorliegenden Berichten zum Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister (PRTR) bzw. für Großfeuerungsanlagen (GFA) nach der 13. BImSchV zurückgegriffen. Die Großemittenten treten normalerweise als Linienquelle in Erscheinung, so dass hier die Gesamtsummen der Abgasfrachten pro Jahr angegeben werden.

Luftqualität innerhalb der relevanten Kaltluft- und Frischluftaustauschbahnen

Die lufthygienische Qualität innerhalb der relevanten Kaltluft- und Frischluftaustauschbahnen wurde in drei Belastungsstufen gegliedert: unbelastet, mäßig belastet und hoch belastet. Ebenso wurden die genehmigungsbedürftigen Anlagen entsprechend ihrer Belastung in drei Stufen klassifiziert.

Weiterführende Informationen

Dokumente

Teilen