Obermain-Schollenland

Auen und Täler

Die Lage des Obermain-Schollenlandes in Bayern, im Bereich östlich von Coburg bis etwa Bayreuth. Lage des Obermain-Schollenlandes in Bayern

Das Relief im Obermain-Schollenland ist geprägt durch Täler und Terrassen vom Roten und Weißen Main, die bei Kulmbach zum Main zusammenfließen. Hochflächen auf Schichtstufen, kleinere Rücken und Riedel erreichen Höhen bis etwa 560 Meter über NN.

Ausgangsgesteine und Böden

Hellgraue, unregelmäßig geformte Gipsknolle im Tonstein des Gipskeupers (232 bis 222 Millionen Jahre) von etwa zwei bis drei Dezimetern Kantenlänge. Gipsknolle im Tonstein des Gipskeupers (232 bis 222 Millionen Jahre)

Das Obermain-Schollenland erstreckt sich von Nordwesten nach Südosten - dieser Richtung folgt auch etwa die eng nebeneinanderliegende Geologie aus Keuper, Buntsandstein und Muschelkalk.

Sandstein-Tonstein-Wechselfolgen mit Dolomitsteinlagen (Sandsteinkeuper), Tonsteine (Gipskeuper) und teils tonige Sandsteine (Buntsandstein) stellen den größten Teil der Ausgangsgesteine. Zu den verbreiteten Bodentypen gehören hier Regosole und Braunerden, sowie Pseudogleye auf den tonigeren, stauenden Ausgangsgesteinen.

Einen kleineren Teil nehmen die Kalk-, Mergel- und Tonsteine des Muschelkalks ein, die sich in einem Streifen von Marktrodach bis Weidenberg ziehen. Aus diesen Ausgangsgesteinen entwickeln sich zum Beispiel Pararendzinen, Rendzinen und Terra fuscen.

Nordwestlich von Kulmbach und nördlich von Bayreuth liegen große Schollen aus Sand-, Ton-, Mergel- und Kalksteinen des Jura. Auf diesen Ausgangsgesteinen sind zum Beispiel Regosole, Pelosole und Pseudogleye zu finden.

Drei Beispiele für Böden im Obermain-Schollenland: Braunerde-Pelosol aus Feuerletten (Mittlerer Keuper) (Neudrossenfeld), schwach pseudovergleyte, stark podsolige Braunerde aus Verwitterung des Oberen Buntsandsteins (Mitwitz) und Braunerde-Pseudogley aus lehmigen Terrassenablagerungen (Goldkronach). Beispiele für Böden im Obermain-Schollenland

Nutzung der Böden

Äcker bestimmen das Landschaftsbild der flachwelligen Terrassen und Hochflächen, weil das ebene Relief und die die hohe Natürliche Ertragsfähigkeit Gunstfaktoren darstellen. An den schwach geneigten Hängen - zum Beispiel bei Neuenmarkt oder Stadtsteinach - folgen die Äcker noch teilweise den alten Ackerterrassen. Die Traufen der Schichtstufen werden vor allem forstwirtschaftlich genutzt.

Flachwellige Feucht- und Nasswiesen mit Seggen und Binsen. Grünlandnutzung: Feucht- und Nasswiesen mit Seggen und Binsen bei Schimmendorf

Klima im Obermain-Schollenland

Im langjährigen Mittel (1951-2018) liegt die Temperatur bei etwa 7,9 Grad Celsius und der Niederschlag bei etwa 786 Millimetern. In den Flusstälern sind die Niederschläge am geringsten.

Trockenindex: An etwa 71 Tagen im Jahr liegt die Nutzbare Feldkapazität (nFK) der Böden unter 30 Prozent und verursacht den Pflanzen Trockenstress.

Bayerns schönste Geotope

Detail der Bodenmühlwand mit rotbraunen, grauen und hellbraunen Gesteinen des Mittleren Keupers am Roten Main. Bodenmühlwand am Roten Main in Oberfranken (Geotop Nr. 45)