Was ist Nitrat und wie kommt es ins Grundwasser?

Pflanzen brauchen Stickstoff um zu wachsen. Sie können ihn aber nicht direkt aus der Luft, sondern nur in einer abgewandelten Form als Salz aufnehmen. Natürlicherweise entsteht Nitrat durch Zersetzung von abgestorbenen Pflanzen, Tieren oder Fäkalien im Boden. Außerdem können bestimmte Bakterien den Stickstoff aus der Luft aufnehmen und so für Pflanzen verfügbar machen. Anfang des 20. Jahrhunderts begann der Mensch auf chemischem Weg Nitrat aus Stickstoff herzustellen: Mineraldünger. Seitdem hat der Nitratgehalt auf der Erde stark zugenommen, was zwar eine Ausweitung der landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion ermöglichte, aber auch zu Umweltbelastungen führte und immer noch führt. Denn überschüssiges Nitrat wird besonders im Winter, wenn die Pflanzen es nicht aufnehmen können, über das Niederschlagswasser in das Grundwasser ausgewaschen. Natürlicherweise ist im Grundwasser Nitrat nur in geringer Konzentration vorhanden.

Erhöhte Nitratgehalte werden seit Jahren gerade an den Stellen im Grundwasser gemessen, in deren Einzugsgebiet eine intensive landwirtschaftliche Nutzung stattfindet.

Der Anteil der Landwirtschaft am Nitrateintrag in die Gewässer beträgt rund 75 Prozent. Für die restlichen Nitrateinträge sind Verkehr, Industrie und Energiewirtschaft sowie die Abwasserbehandlung verantwortlich.