So kommt es zu den Messergebnissen

Die Gewässer werden zur Bewertung nach der WRRL in sogenannte Wasserkörper eingeteilt. Ein Seebecken stellt einen Seewasserkörper dar. Ein Flusswasserkörper kann mehrere Gewässer zusammenfassen oder ein Teil eines großen Gewässers sein. Zum Beispiel ist die Donau in mehrere Flusswasserkörper eingeteilt. Für Bayern ergeben sich daraus über 900 Wasserkörper, an denen auch Phosphor untersucht wird.

Für die Bewertung der Auswirkungen übermäßiger Nährstoffeinträge in Gewässer eignen sich besonders die biologischen Komponenten "Makrophyten und Phytobenthos" und "Phytoplankton".

Die Bewertung der Flusswasserkörper erfolgt anhand repräsentativer Messstellen. Dabei sollen die Messstellen möglichst alle Belastungen und Nutzungen im Einzugsgebiet abbilden. Bei Seewasserkörpern erfolgt die Beprobung der chemischen und physikalischen Parameter sowie des Phytoplanktons jeweils an der tiefsten Stelle des Sees – diese ist repräsentativ für die Verhältnisse im Freiwasser. Für die Bewertung der Uferzonen wird die Komponente "Makrophyten und Phytobenthos" an so genannten Transekten, das sind festgelegte Uferabschnitte, untersucht. Die Anzahl der Transekte ist pro See abhängig von der jeweiligen Länge der Uferlinie und der unterschiedlichen Ausprägung der Ufer. Transekte liegen an repräsentativen Uferstellen und beinhalten die Fläche von der Wasserlinie bis zu der Stelle am Seegrund, an dem die Vegetationsgrenze erreicht ist.

Die chemisch-physikalischen Parameter werden im Untersuchungsjahr monatlich erhoben. Aus den Messwerten der einzelnen Parameter werden Jahresmittelwerte gebildet und mit den jeweiligen Orientierungswerten nach Oberflächengewässerverordnung abgeglichen. Die Komponente "Makrophyten und Phytobenthos" wird einmal im Jahr in der Hauptvegetationsperiode erhoben. Die Bewertung erfolgt anhand des nationalen Bewertungsverfahrens PHYLIB. Für die Komponente "Phytoplankton" ist die monatliche Beprobung während der Vegetationsperiode relevant. In der Regel werden die chemisch-physikalischen Parameter sowie die Komponenten der Gewässerflora alle drei Jahre erhoben.

In einem Fluss steht eine Mitarbeiterin der Wasserwirtschaftsverwaltung in Wathosen. In den Händen hält sie einen Sichtkasten, mit dem man unter die Wasseroberfläche und auf den Gewässergrund blicken kann. Abbildung 2: Biologische Probenahme an einem Fließgewässer. Blick unter die Wasseroberfläche mit Hilfe eines Sichtkastens.

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