Aktuelle Messwerte

Die bayerischen Fließgewässer und Seen werden regelmäßig an ausgewählten Messstellen auf die biologische, chemische und chemisch-physikalische Gewässerqualität hin untersucht.

An Überblicksmessstellen, die an größeren Flusseinzugsgebieten oder an größeren und bedeutenden Seen liegen, werden seit langem regelmäßige Untersuchungen durchgeführt. Das hilft dabei langfristige Veränderungen in den Gewässern zu beobachten und zu bewerten.

Die ortho-Phosphat-Phosphor-Konzentrationen im Main bei Kahl im Jahresmittel. Die Konzentrationen lagen von 1982 bis 1986 über 0,5 Milligramm pro Liter und sind durch erhebliche Anstrengungen im Bereich der kommunalen Kläranlagen auf 0,2 Milligramm pro Liter im Jahr 1991 gesunken. Seitdem schwankt die Konzentration bis 2019 um den Wert von 0,1 Milligramm pro Liter. Abbildung 1: Konzentration von ortho-Phosphat-Phosphor im Main bei Kahl

In der Abbildung 1 sind für die Messstelle am Main bei Kahl die Jahresmittelwerte des Parameters ortho-Phosphat-Phosphor für den Zeitraum 1982 bis 2019 in einem Säulendiagramm dargestellt. Der deutliche Rückgang der Konzentrationen Mitte der 1980er-Jahre spiegelt die erheblichen Anstrengungen im Bereich der kommunalen Kläranlagen wider.

Konzentration von Gesamt-Phosphor im Jahresmittel im Ammersee im Zeitraum von 1975 bis 2019. Die Phosphorkonzentration 1975 ist über die Jahre deutlich gesunken von 43 Mikrogramm pro Liter auf 6 Mikrogramm pro Liter im Jahr 2019. Abbildung 2: Konzentrationen von Gesamt-Phosphor im Ammersee

In der Abbildung 2 sind für den Ammersee die Jahresmittelwerte des Parameters Gesamt-Phosphor für den Zeitraum 1975 bis 2019 in einem Säulendiagramm dargestellt. In den 1980er-Jahren wurden immer mehr Haushalte an das Abwassernetz angeschlossen. Gleichzeitig wurden Kläranlagen und eine Ringkanalisation gebaut. In diese fließen seitdem die Abwässer aus den Gemeinden und Städten und haben dafür gesorgt, dass die Phosphorkonzentration im Ammersee gesunken ist.

In Bayern werden an rund 900 Fließgewässern und 49 Seen biologische Untersuchung durchgeführt und chemisch-physikalische Parameter, darunter auch Phosphat bzw. Phosphor, erhoben. Mit Hilfe dieser Parameter kann der ökologischen Zustand eines Gewässers zusätzlich beurteilt werden.

An rund 70 % der Fließgewässermessstellen und in 34 Seen wird der Orientierungswert für Phosphor bzw. ortho-Phosphat -Phosphor für den guten ökologischen Zustand eingehalten. An rund 30 % der Fließgewässer in Bayern wird der Orientierungswert überschritten. In neun von zehn Fließgewässern, in denen der Orientierungswert überschritten wird, liegt dieser um das bis zu 3,5-Fache darüber.
In Seen liegen die Konzentrationen von Phosphor natürlicherweise wesentlich niedriger als in Fließgewässern. Bei 14 Seen wird der vom Seetyp abhängige Orientierungswert überschritten.
An rund 45 % der Fließgewässermessstellen befinden sich die pflanzlichen Biokomponenten (Makrophyten und Phytobenthos sowie Phytoplankton) in einem guten bzw. sehr guten Zustand.
An 36 Seen ist der Zustand des Phytoplanktons gut bzw. sehr gut. Die Biokomponente "Makrophyten und Phytobenthos" weist an 27 Seen einen guten bzw. sehr guten Zustand auf (Quelle: Grundlage sind die Monitoringergebnisse für den 3. Bewirtschaftungsplan, Stand: 01.09.2020).