Monitoring von Wölfen

Aufnahme von einem Wolf im Gelände Bild vergrössern Wolfsnachweis im Nationalpark Bayerischer Wald, 2017 (Bildnachweis: Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald)

Hinweise auf Wölfe werden nach den sogenannten SCALP-Kriterien bewertet.

Die SCALP-Kriterien wurden als Grundlage für ein standardisiertes Monitoring von einer alpenweiten Expertengruppe ausgearbeitet und werden laufend fachlich weiterentwickelt. Die Abkürzung steht für "Status and Conservation of the Alpine Lynx Population". Die Methodik wird europaweit für das Monitoring der großen Beutegreifer verwendet. Dabei werden Meldungen nach ihrer Überprüfbarkeit kategorisiert:

  • C1: Fakten, Nachweise ("hard facts"): Lebendfang, Totfund, genetischer Nachweis, Bildmaterial, Telemetrieortung
  • C2: Bestätigte Hinweise ("soft facts – confirmed"): durch eine erfahrene Person bestätigte Ereignisse wie Riss oder Spur
  • C3: Nicht bestätigte Hinweise ("soft facts – unconfirmed"): Ereignisse, die nicht überprüft wurden bzw. in der Regel nicht überprüfbar sind (zum Beispiel Sichtungen ohne Bildmaterial, Rufe)

Nicht immer können Hinweise abschließend beurteilt werden. Solch nicht bestätigte Hinweise (C3) und auch widerlegte Hinweise werden nicht in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt.

Wolfsnachweise (C1) ergeben sich in der Regel aus genetischen Analysen, etwa von Speichel- oder Losungsproben, oder aus Bildmaterial mit ausreichender Qualität. Die folgende Tabelle fasst die Einzelnachweise des aktuellen Monitoringjahres zusammen. Ein Monitoringjahr beginnt mit dem 01. Mai und endet mit dem 30. April des Folgejahres.
Einzelnachweise früherer Monitoringjahre finden Sie unter "Weiterführende Informationen" am Ende dieser Seite zum Herunterladen.

C1-Nachweise zu Wölfen in Bayern: Monitoringjahr 2020/2021

Ohne Nachweise in Gebieten standorttreuer Wölfe.

Datum Landkreis Hinweisart Geschlecht Herkunft Individuum Bemerkung
06.07.2021 Tirschenreuth Foto keine Angabe keine Angabe
27.06.2021 Tirschenreuth Foto keine Angabe keine Angabe
04.05.2021 Eichstätt Genetik (Losung) weiblich GW1613f Bereits am 18.10.2020 im Gebiet nachgewiesen > standorttreu > weitere Nachweise siehe unten: Eichstätt
30.05.2021 Bamberg Foto keine Angabe keine Angabe
24.05.2021 Bayreuth Foto keine Angabe keine Angabe
22.05.2021 Bayreuth Foto keine Angabe keine Angabe
19.05.2021 Bayreuth Foto keine Angabe keine Angabe
17.05.2021 Bad Kissingen Foto männlich keine Angabe
08.05.2021 Passau Foto keine Angabe keine Angabe
03.05.2021 Dillingen Foto keine Angabe keine Angabe
02.05.2021 Wunsiedel Foto keine Angabe keine Angabe
02.05.2021 Ansbach Foto keine Angabe keine Angabe
01.05.2021 Ansbach Foto keine Angabe keine Angabe

Nachweise standorttreuer Wölfe in Bayern

In Bayern gibt es in neun Regionen standorttreue Tiere. Ein Wolf gilt als standorttreu, wenn dieser über einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten nachgewiesen wird oder eine Reproduktion belegt ist.

In folgenden Regionen können in Bayern standorttreue Wölfe nachgewiesen werden:

Allgäuer Alpen

  • Nachweis (Genetik, Urin) eines männlichen Wolfs (GW999m) am 07.03.2021
  • Vier Genanalysen der Monate Januar bis Mai 2020 identifizierten eindeutig den männlichen Wolf (GW999m), der bereits 2018 beidseits der Grenze nachgewiesen werden konnte, eine weitere vom Juni 2020 kann ihm wahrscheinlich zugeordnet werden. Nach Bewertung der in Bayern erhobenen Monitoringdaten und von Nachweisen im Bregenzer Wald (Österreich) ergibt sich in der Rückschau das Bild eines standorttreuen Einzeltieres.

Eichstätt

  • Drei Nachweise der Wölfin GW1613f (Genetik, Losung) ab 04.05.2021. Damit gilt GW1613f als standorttreu,
  • Mehrere weitere Nachweise (Genetik, Losung & Genetik, Wildtier (ohne Individualisierung) im April 2021,
  • Erste Bildhinweise auf einen Wolf ab Mai 2020, erster Bildnachweis am 18.06.2020, erster genetischer Nachweis der Wölfin GW1613f (Nachkomme Veldensteiner Forst) im Landkreis Eichstätt am 18.10.2020.

Nationalpark Bayerischer Wald Süd

  • Laufend weitere Nachweise im grenzüberschreitenden Territorium (Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava) im Süden des Nationalparks Bayerischer Wald. Der Schwerpunkt des Rudels liegt im Nationalpark Šumava. In Tschechien wurde im August 2020 ein weiblicher Nachkomme des Rudels (GW2085f) besendert.
  • Nachweis (Genetik, Losung) der standortreuen Fähe (weiblicher Wolf, GW665f) am 01.11.2020
  • Bildnachweis einer Fähe mit Gesäuge im Landkreis Freyung-Grafenau am 30.05.2020
  • Nachweis (Genetik, Totfund/Verkehrsunfall) eines aus dem Rudel abgewanderten männlichen Jährlings (GW938m)im Landkreis Harburg (Niedersachsen) am 03.05.2018. Insgesamt wurden somit 4 Welpen genetisch nachgewiesen.
  • Nachweis (Genetik, Wildtier) eines aus dem Rudel abgewanderten männlichen Welpen (GW942m) nahe Ohrdruf (Thüringen) am 19.04.2018
  • Nachweis von zwei weiblichen Welpen (GW871f und GW1112f) im Rudelgebiet am 16.11.2017 und am 23,03.2018
  • Bildnachweis von drei Welpen vom 28.07.2017
  • Erster genetischer Nachweis eines Wolfes aus der südwestlichen Alpenpopulation (keine Geschlechtsbestimmung möglich) im 'anuar 2017. Es wird angenommen, dass es sich um das Männchen handelt
  • Erster genetischer Nachweis eines weiblichen Wolfes aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation am 15.12.2016 (Individualisierung)
  • Foto-Nachweis von zwei Wölfen am 22.11.2016
  • Eine Auswertung der Fotos seit Mai 2015 ergab, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um dasselbe männliche Tier handelt
  • Foto-Nachweise im Zeitraum von 12.01.2016 bis 03.11.2016
  • Erst-Foto-Nachweis eines Wolfes am 08.05.2015

Nationalpark Bayerischer Wald Nord

  • Nachweis (Genetik, Urin) eines Rüden (männlicher Wolf, GW1488m) am 04.12.2020
  • Nachweis (Genetik, Losung) einer Fähe (weiblicher Wolf, GW871f) am 01.12.2020
  • Genetische Analysen belegen, dass ein weiblicher Nachkomme des Rudels Nationalpark Bayerischer Wald Süd aus dem Jahr 2017 (GW1112f) die Fähe eines neuen Rudels im Norden des Nationalparks ist. Fotofallenaufnahmen zeigen sowohl die Fähe als auch einen Welpen aus dem Jahr 2019. Der Schwerpunkt des Rudels liegt im Nationalpark Šumava.
  • Mehrfach genetische Nachweise zweier männlicher Wölfe – Rüde (GW1488m) und Welpe (GW1531m) – im nördlichen Teil des Nationalparks im Landkreis Regen in den Wintermonaten 2019/2020.

Truppenübungsplatz Hohenfels

  • Genetischer Nachweis (Losung) des männlichen Wolfes GW1416m am 19.11.2020
  • Foto-Nachweis eines Wolfes am 08.06.2020
  • Erster genetischer Nachweis des männlichen Wolfes GW1416m (Elternrudel Parchen, Sachsen-Anhalt) aus der zentraleuropäischen Population auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels am 10.05.2020. Genetische Proben vom 29.09.2019 in Thüringen und vom 02.01.2020 im Landkreis Hof konnten bereits demselben Individuum zugeordnet werden.

Manteler Forst

  • Genetischer Nachweis eines vierten Welpen (GW2113f) am 25.02.2021
  • Nachweis (Genetik, Totfund/Verkehrsunfall) eines weiblichen Jungtieres (GW1844f) am 02.02.2021
  • Nachweis (Genetik, Totfund/Verkehrsunfall) eines männlichen Jungtieres (GW1952m) am 29.01.2021
  • Foto-Nachweis von fünf Jungwölfen (Welpen) am 19.09.2020
  • Genetischer Nachweis (Losung) des männlichen Wolfes und eines weiblichen (GW1844f) und eines männlichen (GW1843m) Welpen am 14.09.2020
  • Foto-Nachweis einer Wölfin mit Gesäuge am 27.05.2020
  • Weitere genetische Nachweise (Losung) im Februar 2020
  • Erster genetischer Nachweis eines weiblichen (GW1062f, Elternrudel Nochten/Sachsen) und eines männlichen (GW1343m, Elternrudel Veldensteiner Forst) Wolfes aus der zentraleuropäischen Population am 30.01.2020

Truppenübungsplatz Grafenwöhr

  • Nachweis eines männlichen Wolfes (GW1799m, Nachkomme Veldensteiner Forst) am 04.05.2020, weitere Nachweise zwischen Dezember 2020 und Februar 2021, damit gilt dieser Rüde als standorttreu
  • GW663m zuletzt am 31.01.2019 nachgewiesen, laufend weitere Nachweise der standorttreuen Fähe GW664f
  • Erster genetischer Nachweis eines weiblichen Wolfes (GW664f) aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation mit Elternrudel in Lehin/Brandenburg am 07.01.2017
  • Erster genetischer Nachweis eines männlichen Wolfes (GW663m) aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation am 31.12.2016
  • Weitere Foto-Nachweise im Zeitraum von 05.12.2016 bis 08.12.2016
  • Erst-Foto-Nachweis eines Wolfes am 05.09.2016

Veldensteiner Forst

  • Nachweis eines männlichen Welpen (GW2112m) aus einer Verpaarung des bekannten standorttreuen Rüden (GW702m) mit seiner Tochter (GW1344f) am 23.02.2021
  • Nachweis (Genetik, Rissabstrich Nutztier, Wildgehege: drei Rothirsche, vier Mufflons) eines männlichen Wolfes (GW702m) am 27.02.2021
  • Nachweis (Genetik, Rissabstrich Nutztier, Wildgehege: 18 Damwild) eines männlichen Wolfes (GW702m), eines weiblichen Jungtieres (GW1968f) sowie eines weiblichen, adulten Wolfes (GW1344f) am 03.03.2021
  • Nachweis (Genetik, Rissabstrich Nutztier) eines weiblichen Jungtieres (GW1968f) am 08.02.2021
  • Zwei Genetikproben (Urin und Losung), die in engem räumlichen Zusammenhang am 18.01.2021 genommen werden konnten, zeigen zwei verschiedene Tiere: Neben dem angestammten männlichen Wolf (GW702m) wurde das männliche Tier nachgewiesen, das sich 2020 auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels niedergelassen hatte (GW1416m).
  • Foto-Nachweise von vier Jungwölfen im August 2020
  • Aus den Jahren 2018 und 2019 konnten bisher elf Welpen genetisch identifiziert werden, mindestens fünf stammen aus dem ersten Wurf. Zwei Jungtiere wurden Opfer eines Verkehrsunfalls (GW1596f bei Neu-Ulm, GW1610f bei Pressath), eines wurde im Februar 2019 im Landkreis Neustadt an der Waldnaab nachgewiesen (GW1185m) und eines hat sich im Manteler Forst angesiedelt (GW1343m). Weitere Mortalität oder Abwanderung der Nachkommen konnte bisher nicht dokumentiert werden, ist aber wahrscheinlich.
  • Foto-Nachweis einer Wölfin mit Gesäuge am 05.05.2020
  • Genetischer Nachweis für das im September tot aufgefundene Tier: Es handelt sich um den weiblichen Wolf mit der Kennung GW716f.
  • Nachweis von vier Jungwölfen sowie eines toten Wolfs im September 2019
  • Hinweis (Videoaufnahmen) auf insgesamt vier Jungwölfe im November 2018
  • Nachweis von zwei Jungwölfen im August 2018
  • Bestätigung eines Wolf-Paares im März 2018
  • Erstnachweis (Individualisierung) einer weiblichen Wölfin (GW716f) aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation mit Elternrudel in Babben/Brandenburg am 09.04.2017
  • Nachweis eines Wolfes aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation am 04.04.2017; Genetik für eine Individualisierung nicht ausreichend

Odenwald

  • Laufend weitere Nachweise in Baden-Württemberg seit Bestimmung der Standorttreue
  • Weiterer Nachweis des männlichen Tieres mit der Kennung GW1832m am 03.04.2021 in der Gemeinde Mudau (Baden-Württemberg) und in der Gemeinde Oberzent (Hessen)
    • Feststellung der Standorttreue
  • Erster genetischer Nachweis eines Wolfes aus der Alpenpopulation am 09.02.2021 im bayerischen Landkreis Miltenberg; Genetik für eine Individualisierung nicht ausreichend
  • Weitere genetische Nachweise von GW1832 in Baden-Württemberg am 24.01. und 16.02.2021
  • Erster genetischer Nachweis eines männlichen Wolfes aus der Alpenpopulation am 17.09.2021 in der Gemeinde Mudau (Baden-Württemberg), Individualisierung GW1832m

Ehemalige Wolfsterritorien, aktuell ohne Nachweis standorttreuer Tiere

Rhön

  • Letzter genetischer Nachweis von GW1069f am 28.02.2020. Nach den Monitoringstandards gilt diese Wölfin zum Stichtag 01.05.2021 nicht mehr als standorttreu, da im gesamten Monitoringjahr 2020/2021 kein Nachweis erfolgte,
  • Zweiter genetischer Nachweis von GW1069f an einem Wildtierriss vom 19.03.2019
  • Erster genetischer Nachweis eines weiblichen Wolfes aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation am 23.07.2018 (Individualisierung – GW1069f)
  • Zweiter Foto-Nachweis eines Wolfes am 15.07.2018
  • Erst-Foto-Nachweis eines Wolfes am 22.06.2018