Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Monitoring

Aufnahme von einem Wolf im Gelände Bild vergrössern Wolfsnachweis im Nationalpark Bayerischer Wald, 2017 (Bildnachweis: Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald)

Seit 2006 konnten in Bayern mehrfach einzelne Wölfe nachgewiesen werden. In der Regel sind dies einzelne durchwandernde Tiere, die ihre Elternrudel entweder aus dem süd-westlichen Alpenbogen oder aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation, also aus Polen oder Nord-Ost-Deutschland, verlassen haben. Darüber hinaus gibt es in Bayern in drei Regionen standorttreue Wölfe.

Hinweise auf Wölfe werden nach den sogenannten SCALP-Kriterien bewertet.

Die SCALP-Kriterien sind als Grundlage für ein standardisiertes Monitoring von einer alpenweiten Expertengruppe ausgearbeitet worden und werden auch weiterhin fachlich weiterentwickelt. Die Abkürzung steht für "Status and Conservation of the Alpine Lynx Population". Die Methodik wird europaweit für das Monitoring der großen Beutegreifer verwendet. Sie teilt Meldungen nach deren Überprüfbarkeit ein und unterscheidet drei Stufen:

  • C1: Fakten, Nachweise ("hard facts"): Lebendfang, Totfund, genetischer Nachweis, Foto, Telemetrieortung
  • C2: Bestätigte Hinweise ("soft facts – confirmed"): durch eine erfahrene Person bestätigte Ereignisse wie Riss oder Spur
  • C3: Nicht bestätigte Hinweise ("soft facts – unconfirmed"): Ereignisse, die nicht überprüft wurden bzw. in der Regel nicht überprüfbar sind (z.B. Beobachtungen, Rufe)

Nicht immer können Hinweise abschließend beurteilt werden.

Solche nicht bestätigten Hinweise (C3) oder Analyseergebnisse, die im Ergebnis anderen Tieren (z.B. Hunden) zugeordnet werden konnten, werden in den nachfolgenden Tabellen nicht aufgeführt.

Abschließende Sicherheit für einen Nachweis (C1) kann nur eine genetische Analyse geben, etwa von Speichel- oder Haarproben. Bei guter Qualität der Farbbilder ist den Experten im Einzelfall jedoch eine Einschätzung mit hoher Wahrscheinlichkeit möglich.

Die folgende Tabelle fasst die aktuellen Einzelnachweise zusammen. Einzelnachweise bis zum Jahr 2016 finden sich unter den weiterführenden Informationen am Ende dieser Seite zum Download.

C1-Nachweise zu Wölfen in Bayern 2018
(ohne Nachweise in Gebieten standorttreuer Wölfe)

Datum Landkreis Hinweisart Geschlecht Herkunft Individualisierung Bemerkung
15.04.2018 Regensburg Genetik, Speichel k.A. Nordosten PM 26/2018
15.04.2018 Tirschenreuth Genetik, Speichel k.A. Nordosten PM 26/2018
10.04.2018 Neustadt a.d. Waldnaab Genetik, Speichel k.A. Nordosten PM 26/2018
09.04.2018 Regen Foto k.A. k.A. PM 18/2018
26.01.2018 Neustadt a.d. Waldnaab Foto k.A. k.A. PM 04/2018
24.01.2018 Bayreuth Genetik, Speichel männlich Nordosten GW702m PM 08/2018
Erstnachweis im Veldensteiner Forst

Vorher Nachweise auf den TÜP Hohenfels (21.07.2017 – 14.01.2018) und TÜP Grafenwöhr (07.02.2017)

Nachweise standorttreuer Wölfe in Bayern

In Bayern gibt es in drei Regionen standorttreue Tiere. Als Kriterium für einen standorttreuen Wolf gilt ein nachgewiesener Zeitraum in einer Region von mindestens sechs Monaten. Voraussetzung für die Bestimmung der Standorttreue ist eine eindeutige Individualisierung des Wolfes – meist über eine genetische Untersuchung.

In folgenden Regionen können in Bayern standorttreue Wölfe nachgewiesen werden:


  • Weitere Nachweise (Fotos, Genetik) seit August 2017
  • Erster Nachweis von drei Jungtieren: 28.07.2017
  • Erster genetischer Nachweis eines Wolfes aus der südwestlichen Alpenpopulation (keine Geschlechtsbestimmung möglich). Es wird angenommen, dass es sich um das Männchen handelt
  • Erster genetischer Nachweis eines weiblichen Wolfes aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation am 15.12.2016 (Individualisierung)
  • Foto-Nachweis von zwei Wölfen am 22.11.2016
  • Eine Auswertung der Fotos seit Mai 2015 ergab, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um dasselbe männliche Tier handelt (Individualisierung)
  • Foto-Nachweise im Zeitraum von 12.01.2016 bis 03.11.2016
  • Erst-Foto-Nachweis eines Wolfes am 08.05.2015
  • Weitere Nachweise (Fotos, Genetik) seit Februar 2017
  • Erster genetischer Nachweis eines weiblichen Wolfes (GW664f) aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation mit Elternrudel in Lehin/Brandenburg am 07.01.2017
  • Erster genetischer Nachweis eines männlichen Wolfes (GW663m) aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation am 31.12.2016
  • Weitere Foto-Nachweise im Zeitraum von 05.12.2016 bis 08.12.2016
  • Erst-Foto-Nachweis eines Wolfes am 05.09.2016
  • Weitere Nachweise (Foto, Genetik) seit April 2018
    • Bestätigung eines Wolf-Paares im März 2018
    • PM 08/2018
    • Feststellung der Standorttreue im Januar 2018
    • PM 03/2018
  • Erstnachweis (Individualisierung) einer weiblichen Wölfin (GW716f) aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation mit Elternrudel in Babben/Brandenburg am 09.04.2017
  • Nachweis eines Wolfes aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation am 04.04.2017; Genetik für eine Individualisierung nicht ausreichend

Weiterführende Informationen

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