Gestein des Jahres

Jedes Jahr wird ein anderes Gestein in seiner Gesamtheit ausführlich der Öffentlichkeit präsentiert. Kompaktes Wissen über seine Entstehung und Vorkommen, seine Funktionen in der Natur sowie seinen Nutzen für den Menschen werden verständlich vermittelt. Die Initiative "Gestein des Jahres" ist ein Beitrag, um die Geowissenschaften der Öffentlichkeit näher zu bringen.

Museen, Geoparks, Institutionen, Vereine und Rohstoffbetriebe erhalten so die Möglichkeit, das ausgewählte Gestein in den Vordergrund von Aktionen zu stellen, beziehungsweise für die Bewerbung von Produkten zu nutzen.

Die Wahl des Gesteins des Jahres erfolgt durch ein Gremium aus Vertretern des Berufsverbands Deutscher Geowissenschaftler e.V. (BDG) und der Deutschen Geologischen Gesellschaft - Geologische Vereinigung e.V. (DGGV) sowie Vertretern aus den Bereichen Geotourismus, Natursteinwirtschaft, Rohstoffwirtschaft und Denkmalschutz/Architektur.

Bisher wurden gewählt:

  • 2017 Diabas
  • 2016 Sand
  • 2015 Gneis
  • 2014 Phonolith
  • 2013 Kaolin
  • 2012 Quarzit
  • 2011 Tuff
  • 2010 Kalkstein
  • 2009 Basalt
  • 2008 Sandstein
  • 2007 Granit

Diabas - Gestein des Jahres 2017

Geschüttelt und schnell gekühlt

Drei kleine Grafiken stellen dar, wie sich aus den Magmakammern glutflüssige Lava durch den Meeresboden einen Weg sucht und bei Kontakt mit dem Meerwasser schlagartig abgekühlt wird. Eine dünne Kruste um den noch flüssigen Kern bildet sich, nachdrängende Lava sorgt dafür, dass die entstandene Kruste immer wieder aufplatzt und sich neue Lava-Kissen bilden.Bild vergrössern Wenn ein Lavastrom ins Meer fließt, bilden sich auch Pillows

Die Diabase entstanden, als im Erdaltertum (vor etwa 485 bis 325 Millionen Jahren) reger Vulkanismus in den Meeren und auf dem Land herrschte. Das heiße, aus Spalten austretende, basaltische Magma wurde bei Kontakt mit dem Meerwasser abgeschreckt, wobei eine dünne Kruste entstand. Dabei bildeten sich durch die einzelnen Magmenschübe kissenförmige Erstarrungsstrukturen, die sich überlagerten. Diese Gebilde nennt man wegen ihres kissenartigen Aussehens auch Pillows. Durch spätere Umwandlung wurde aus dem ursprünglich schwarzen Basalt grünlicher Diabas. Weitere charakteristische Erscheinungsformen für Diabas-Vorkommen sind die Brekzien, Sedimentgesteine aus eckig-kantigen Bruchstücken der ursprünglichen Vulkangesteine.

Sein Name ist Bas, Diabas!

Im Geologischen Garten des Hofer Zoos sind verschiedene Gesteine angeordnet. Auch ein Diabas (Lamprophyr-Mesodiabas) ist dabei. Er ist durchgeschnitten und die Schnittfläche wurde geschliffen. Gut kann man sich vorstellen, dass Künstler gerne mit dem Material arbeiten.Bild vergrössern Diabas (Lamprophyr-Mesodiabas) im Geologischen Garten des Hofer Zoos

„Bas“ wie basaltisches Gestein des Erdaltertums und „Diabas“ wie edles Urgestein, aus dem sogar Schmuckstücke und Skulpturen herausgearbeitet werden können. Der gemahlene Diabas wird auch gerne als kalzium- und magnesiumhaltiges Urgesteinsmehl im Gartenbau und in der Landwirtschaft verwendet. Der aufgeschnittene und geschliffene Lamprophyr-Mesodiabas macht deutlich, warum Diabas-Gestein von Handwerkern und Künstlern gleichermaßen geschätzt wird.

Mit der Lizenz zum Graben

Der Diabasbruch am Galgenberg bei Bernstein am Wald ist einer von Bayerns schönsten Geotopen. Das in verschiedenen Brauntönen zu sehende Gestein besteht hauptsächlich aus kissenförmig ausgebildeten Gesteinskörpern.Bild vergrössern Diabasburch am Galgenberg bei Bernstein am Wald

Diabas wird heute noch in Steinbrüchen abgebaut und vor allem wegen der hohen Druckfestigkeit und seiner Frostbeständigkeit hauptsächlich zu Schotter und Splitt aufbereitet, die im Gleis- und Straßenbau Verwendung finden. Große Steinbrüche gibt es entlang der Fränkischen Linie am Westrand des Grundgebirges von Bad Berneck bis Rugendorf, weiterhin östlich von Ludwigsstadt und in der Gegend um Hof.

Ein Quantum Stein in Oberfranken

Bild vergrössern Geologische Übersichtskarte Nordostbayern mit dem Verbreitungsgebiet des Diabas

Die Auftaktveranstaltung mit der Taufe zum Gestein des Jahres 2017 fand bundesweit stellvertretend in einem Steinbruch in Bad Berneck (Landkreis Bayreuth) statt. Auf dem Gelände des Hartsteinwerkes Schicker wurde das Gestein, wie bei einer Schiffstaufe, mit einer Getränkeflasche (in diesem Fall oberfränkisches Bier) feierlich getauft.