Niedermoor im Donaumoos – Bayerns Boden des Jahres 2012

Das Donaumoos, das größte Niedermoor Süddeutschlands, ist Bayerns Boden des Jahres 2012. Die Wahl fiel auf das Niedermoor im Donaumoos, weil es den Bewohnern gemeinsam mit dem Zweckverband und der Umweltbildungsstätte Haus im Moos gelingt, dem Moorschwund entgegen zu wirken, die Wohn- und Lebensqualität zu erhalten und den wirtschaftlichen Erfolg der Landwirtschaft weiter zu ermöglichen.

Karte DonaumoosKarte Donaumoos
Blick auf das Donaumoos bei DinkelshausenNiedermoorlandschaft: Blick auf das Donaumoos bei Dinkelshausen

Moore entstehen durch die Verlandung offener Gewässer oder bei andauernd hohem Grundwasserstand. Anfallende Pflanzenreste können bei Luftmangel nicht ausreichend zersetzt werden und reichern sich in einer Torfschicht an (Niedermoor). Bei genügend hohen Niederschlägen kann das Moor aus dem Grundwasserkörper heraus wachsen und ein häufig kuppenförmig ausgebildetes Hochmoor bilden, in dem die Torfmoose (Sphagnum) die Niederschläge wie ein Schwamm speichern.

Auszug aus Natur.Vielfalt.Oberbayern, Seite 18 und 19:

Vor allem Niedermoor sind dem Landschaftswandel zum Opfer gefallen. Über Jahrhunderte wurden sie - naturverträglich - als Weide oder Streuwiese genutzt. Trockengelegt offenbarten sie jedoch fruchtbare Böden, die sich hervorragend zur Ackernutzung eignen. So sind im Donaumoos zwischen Ingolstadt und Neuburg - dem größten Niedermoor Süddeutschlands - inzwischen mehr als drei Viertel der Fläche zu Kartoffel- oder Maisäckern geworden. Das ist schade, denn Niedermoor sind sehr artenreiche Lebensräume. Von der winzigen Windelschnecke über Trollblume und Knabenkraut bis zum Großen Brachvogel leben hier etliche Pflanzen- und Tierarten, die optimal an die mageren und feuchten Standortverhältnisse angepasst sind.
Inzwischen weiß man, dass die Ackernutzung alles andere als nachhaltig ist. Jedes Jahr gehen Tonnen des wertvollen Bodens verloren. Darum wird versucht zu retten, was zu retten ist. Das ehrgeizigste Projekt ist wohl die Sanierung des Donaumooses. Hier hat man eigens einen Zweckverband gegründet, in dem nicht nur Landkreis und Gemeinden, sondern auch der Bezirk Oberbayern vertreten sind. Bis jetzt hat man schon mehr als 400 Hektar Fläche erwerben können. Über die Region hinaus bekannt ist auch das "Haus im Moos", eine Umweltbildungsstation, die über das Donaumoos informiert.

Zur Erhaltung und möglichen Renaturierung der Niedermoorflächen wurde das "Donaumoos-Entwicklungskonzept" erstellt. Bis 2030 ist geplant, zum einen Gebiete für Siedlungen und Landwirtschaft zu sichern und zum anderen Flächen für Moorkörperschutz, Hochwasserschutz sowie Arten- und Biotopschutz auszuweisen.

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