Elimination von Spurenstoffen

Studie "Bewertung vorhandener Technologien für die Elimination anthropogener Spurenstoffe auf Kläranlagen"

Anlass

Für die meisten im Wasserkreislauf nachgewiesenen anthropogenen Spurenstoffe, vor allem Arzneimittelrückstände, können Kläranlagenabläufe als ein bedeutender Eintragsweg in die aquatische Umwelt identifiziert werden. Bislang ist jedoch die Datenlage zur Bewertung von anthropogenen Spurenstoffen und ihren Abbauprodukten im Wasserkreislauf unvollständig.

Bayern verfolgt daher eine schrittweise Vorgehensweise hinsichtlich des Umgangs mit anthropogenen Spurenstoffen und der Frage der Notwendigkeit einer 4. Reinigungsstufe. Ein wichtiger Baustein der schrittweisen Vorgehensweise ist die Studie "Bewertung bestehender Technologien zur Elimination anthropogener Spurenstoffe auf kommunalen Kläranlagen".

Kurzbeschreibung

Modellergebnisse zeigen, dass in Gewässerabschnitten mit hohem Abwasseranteil für bestimmte Arzneimittel die Konzentrationen in umweltrelevanten Bereichen liegen. Als Haupteintragspfad für viele anthropogene Spurenstoffe gelten kommunale Kläranlagen. Im Rahmen des Vorhabens wurden vorhandene Technologien zur Elimination von anthropogenen Spurenstoffen unter bayerischen Verhältnissen bewertet. Die Studie wurde von der Universität der Bundeswehr erstellt. Laufzeit des Vorhabens war Juli 2012 – Juli 2013.

Wesentliche Ergebnisse

Für viele Mikroverunreinigungen ist mit dem konventionellen Kläranlagenprozess eine weitergehende Verminderung bzw. gezielte Reduktion nicht möglich. Für einige Spurenstoffe kann jedoch durch die biologische Abwasserreinigung mit einem höheren Schlammalter eine höhere Eliminationsrate erzielt werden.

Grundsätzlich können mit den Verfahren der Adsorption mittels Pulveraktivkohle (PAK) oder granulierter Aktivkohle (GAK) und der Ozonierung Mikroverunreinigungen erheblich reduziert werden (Breitbandwirkung). Die Nanofiltration und die Umkehrosmose scheiden für den praktischen Einsatz aufgrund der Kosten und Entsorgungsproblematik der Filtrate aus.