Abwasserentsorgung im Karst

Pilotprojekt Ursensollen

Anlass

Karstgebiete und Gebiete mit klüftigem Untergrund enthalten in der Regel Grundwasserreserven, auf die insbesondere zur Sicherung der Trinkwasserversorgung nicht verzichtet werden kann. Grundwasser und Grundwasserleiter sind gegen Verunreinigungen in diesen Gebieten besonders empfindlich. Obwohl die Ableitung des Abwassers zu einer zentralen Kläranlage bzw. des gereinigten Abwassers zu einem aufnahmefähigen Fließgewässer aus wasserwirtschaftlicher Sicht Priorität hat, kann insbesondere bei kleineren Ortschaften und Ortsteilen eine Versickerung des behandelten Abwassers sinnvoll sein. Im Vollzug des Landtagsbeschlusses "Abwasserbehandlung im ländlichen Raum" sollte daher vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) überprüft werden, ob auch in kleinen Kläranlagen Abwasser dezentral weitestgehend gereinigt und im Einzelfall in den Untergrund versickert werden kann.

Kurzbeschreibung

Luftaufnahme der Kläranlage Erlheim Kläranlage Erlheim

Im Rahmen des Vorhabens wurden die zwei technischen "High Tech Kläranlagen" Richtheim (Membranbelebungsanlage für 100 Einwohnerwerte) und Erlheim (Stabilisierungsanlage mit Sandfilter und UV-Anlage für 300 Einwohnerwert) sowie die naturnahe Kläranlage Wollenzhofen (Teichkläranlage mit Bodenfilter für 60 Einwohnerwerte) errichtet. 2004 wurden die Anlagen eingeweiht. Die Gesamtbaukosten betrugen rund 1.4 Mio. €. Das Vorhaben wurde vom Freistaat Bayern mit 80% bezuschusst. Die Projektierung, die Inbetriebnahme und die anschließende Optimierung der Anlagen wurde im Zeitraum von 2002 bis Ende 2006 im Auftrag des LfU wissenschaftlich und ingenieurtechnisch begleitet.

Projektbeteiligte

  • Gemeinde Ursensollen (Bau und Betrieb der Kläranlagen)
  • Bayerisches Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz (Projektinitiator, Steuerung)
  • Wasserwirtschaftsamt Weiden (Förderung)
  • Ing. Büro ATM (Wissenschaftliche Begleitung)
  • ATZ-EVUS (Wissenschaftliche Begleitung)
  • Ingenieurbüro Ing. Büro Rubenbauer, (Planung)
  • Bayerisches Landesamt für Umwelt (Koordination)

Der Schlussbericht kann auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.