Um die Werte einzuordnen gibt es zwei unterschiedliche Klassifizierungen:
Jährlichkeit (HQx) und Meldestufen.
Die Meldestufe gibt Auskunft darüber welche Schäden durch Überschwemmungen beim Hochwasser im Bereich des jeweiligen Pegels aufgetreten sind bzw. auftreten können.
In Bayern wurden Meldestufen an etwa 260 Pegeln festgelegt, vorrangig an Pegeln mit größerem Einzugsgebiet. Hochwasser durch Starkniederschläge, welches meist räumlich sehr begrenzt auftritt, wird daher besser durch die Angabe der Jährlichkeits-Werte abgebildet. Diese sind für rund 490 Pegel vorhanden, davon auch viele Pegel mit kleinem Einzugsgebiet.
Datengrundlage
Plausibilisierte und geprüfte Abfluss- und Wasserstands-Daten stehen für das Jahr 2023 noch nicht zur Verfügung. Daher werden für diesen Bericht Rohdaten verwendet, die sich bei der abschließenden Prüfung noch ändern können. Während der Bearbeitung dieses Berichts wurden jedoch bereits die wichtigsten Werte auf auffällige Ausreißer überprüft und korrigiert.
Im Zeitraum von November 2024 bis Oktober 2025 traten nur kleinere- bis mittlere Hochwasser auf. Es gab auch deutlich weniger Hochwasser-Ereignisse als im Vorjahr und es wurden nur vereinzelt Hochwasserwellen mit Abflussmengen einer höheren Jährlichkeit beobachtet. Auch beim größten Ereignis im Januar 2025 waren die Überschwemmungen nicht sehr verbreitet.
Vom Hochwassernachrichtendienst wurde in diesem Zeitraum 15-mal eine Information zur Hochwasserlage herausgegeben. Zum Vergleich: Im Zeitraum November 2023 bis Oktober 2024 gab es insgesamt 97 Hochwasserlageberichte und Informationen zur Hochwasserlage.
Abbildung 1: Zeitliche Verteilung der Überschwemmungen nach Meldestufen im Zeitraum November 2024 bis November 2025. Angegeben wird die Anzahl an Pegeln, die am jeweiligen Tag den Schwellwert der Meldestufe 1 bis 4 überschritten haben, insgesamt gibt es in Bayern 260 Pegel, für die Meldestufen festgelegt wurdenHochwasser-Ereignisse
Anfang November 2024 waren die Abflüsse an den Flüssen und Seen in Bayern noch vom vorangegangenen Hochwasser-Ereignis erhöht, am Pegel Obermenzing an der Würm unterhalb des Starnberger Sees lagen die Abflüsse bis zum 9. November im Bereich des HQ1.
Anfang Dezember 2024 gab es im Norden und Osten Bayerns an wenigen Flussabschnitten Überschwemmungen der Meldestufe 1 und 2 durch wiederkehrende Regenfälle und Schneeschmelze.
Das größte Hochwasser trat Anfang bis Mitte Januar auf. Regenfälle und Tauwetter verursachten Hochwasser im Main-Gebiet, an den nördlichen Donau-Zuflüssen und an kleineren südlichen Zuflüssen zur oberen Donau. Hier kam es an insgesamt 52 Pegeln zu Überschwemmungen und Überschreitungen der Meldestufe 1 bis 2. Am Pegel Schenkenau / Itz wurden auch Wasserstände in Meldestufe 3 gemessen.
Ende Juli und am 21./22. August gab es im mittleren und östlichen Teil der Bayerischen Alpen und des Alpenrandes Dauerregen mit lokal auftretenden Starkniederschlägen. Dabei wurden nur vereinzelt Überschwemmungen an den mittleren-größeren Flussabschnitten beobachtet, an den kleineren Flüssen wurden aber durchaus Hochwasserwellen mit extrem hohen Abflüssen gemessen. Beim Ereignis Ende Juli wurden an 38 Pegeln Abflüsse gemessen, die seltener als einmal jährlich auftreten. An zwei kleineren Zuflüssen zum oberen Inn und zur Tiroler Achen auch Abflusswerte mit Jährlichkeiten im Bereich von 20 bis 50 Jahren.
Beim Hochwasser am 21./22. August lag der Schwerpunkt des Hochwassers im östlichen Teil der bayerischen Alpen. Es gab an 11 Pegeln Abflüsse über dem 1jährlichen Wert, an einem kleinen Saalach-Zufluss wurden 20 bis 50jährliche Abfluss-Werte gemessen.Im Gebiet des Pegels Thundorf / Kleine Sur gab es eine Sturzflut mit Abflussmengen, die deutlich über dem Wert für das 100jährliche Hochwasser lagen.
Ende September gab es in Folge von Dauerregen Hochwasser mit kleineren Überschwemmungen der Meldestufe 1 bis 2 im Gebiet von Wörnitz, Altmühl und Regnitz.
