Aktuelle Messdaten von Wetterstationen sind eine wichtige Grundlage für den Hochwassernachrichtendienst, den Niedrigwasser-Informationsdienst sowie den Gewässerkundlichen Dienst Bayern. Dabei steht die schnelle Verfügbarkeit von Messdaten mit einer hohen Qualität im Vordergrund, da diese auch für die operationelle Hochwasservorhersage genutzt werden. Außerdem werden die Niederschlagsdaten aus dem Bodenmessnetz dazu verwendet, um die Radarniederschläge des Deutschen Wetterdienstes in Echtzeit zu kalibrieren.
Das Landesamt für Umwelt betreibt in Zusammenarbeit mit der bayerischen Wasserwirtschaftsverwaltung 135 automatische Niederschlagsstationen für den Hochwassernachrichtendienst und bezieht zusätzliche meteorologische Messdaten aus ca. 15 Partnermessnetzen.
Folgende Parameter werden an den Niederschlagsstationen gemessen:
- Niederschlagshöhe (mm)
- Niederschlagsintensität (mm/min)
- Schneehöhe (cm)
- Wasseräquivalent der Schneedecke (mm).
Die Erfassung der Schneeparameter ist sehr wichtig, um auch Taufluten vorhersagen zu können.
Weitere meteorologische Parameter, wie zum Beispiel Lufttemperatur, relative Luftfeuchte, Luftdruck, Windgeschwindigkeit und Globalstrahlung, werden benötigt, um Wasserhaushaltsmodelle berechnen zu können. Diese Daten kommen von sogenannten Klimastationen und vorwiegend aus Partnermessnetzen. Acht eigene Klimastationen hat das Landesamt für Umwelt in Zusammenarbeit mit der Wasserwirtschaftsverwaltung bisher errichtet und in Betrieb genommen. Die Wetterstation am Pegel Trauchgau ist eine davon.
Für den Betrieb der Messstellen werden vielfach private Beobachter eingesetzt. Sie überprüfen regelmäßig die Funktionsfähigkeit der Messgeräte und führen regelmäßig Kontrollmessungen mit dem Niederschlagsmesser nach Hellmann durch. Im Winter werden zusätzlich Schneehöhen- und Wasseräquivalentmessungen sowie Angaben zur Schneebedeckung erhoben. Eine webbasierte Eingabemaske erleichtert die Datenübermittlung.

