Auswirkungen für den Bürger

Liegt ein Gebäude oder Grundstück in einem bekannten überschwemmungsgefährdeten Gebiet, ist es notwendig, sich intensiver mit der Hochwassergefahr und entsprechenden Vorsorgemöglichkeiten zu beschäftigen. Aber auch außerhalb dieser Gebiete muss mit einer Hochwassergefahr (z.B. durch Starkregen) gerechnet werden. Selbst im Schutz vorhandener Hochwasserschutzanlagen muss sich jeder Einzelne mit den verbleibenden Hochwasserrisiken (z.B. bei extremen Hochwasserereignissen) auseinandersetzen.


Fluss bei Hochwasser Bild vergrößern Augusthochwasser 2005, Gemeinde Eschenlohe

Im Rahmen der Umsetzung des Hochwasserrisikomanagements wird das Gewässernetz Bayerns hinsichtlich des potenziell signifikanten Hochwasserrisikos untersucht. An Gewässerabschnitten mit potentiell hohen Hochwasserrisiken werden Überschwemmungsgebiete ermittelt und Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten erarbeitet und regelmäßig aktualisiert.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden im Informationsdienst Überschwemmungsgefährdete Gebiete (IÜG) zur Verfügung gestellt. Bitte beachten Sie dabei, dass nicht für alle bayerischen Gewässer Gefahrenermittlungen vorliegen. Sind an einem Gewässer keine Informationen verfügbar, muss dort dennoch mit einer Hochwassergefahr gerechnet werden. Erste Hinweise auf Gefahren durch Überschwemmungen können auch die "wassersensiblen Bereiche" geben, die ebenfalls im IÜG eingesehen werden können. Der Kartendienst wird laufend aktualisiert und es lohnt sich daher, in regelmäßigen Abständen die Gefährdungslage zu überprüfen.

Grundsätzlich muss überall mit Gefahren durch Hochwasser gerechnet werden. Auch fern von Gewässern können z.B. Starkregenereignisse oder hohe Grundwasserstände Schäden verursachen. Diese meist sehr lokalen Ereignisse können im Kartendienst IÜG jedoch nicht abgebildet werden. Weitere Informationen zu ggf. bekannten Gefahrenbereichen erteilen im Einzelfall die Gemeinden und Wasserwirtschaftsämter.

Schlammrückstände auf einer Straße in Eschenlohe infolge des Hochwasserereignisses 2005 Bild vergrößern Augusthochwasser 2005, Gemeinde Eschenlohe

Einschränkungen im amtlich festgesetzten Überschwemmungsgebiet

Durch Hochwasser verursachte Überschwemmungsgebiete werden nur entlang von Oberflächengewässern festgesetzt. Die amtliche Festsetzung eines Überschwemmungsgebiets erfolgt per Rechtsverordnung im Rahmen eines öffentlichen Festsetzungsverfahrens. Diesem vorgeschaltet ist in der Regel eine vorläufige Sicherung des Gebiets. Die Rechtsfolgen bei vorläufig gesicherten und festgesetzten Überschwemmungsgebieten sind allgemein in § 78 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und Art. 46 Bayerisches Wassergesetz (BayWG) formuliert. So sind z.B. die Ausweisung neuer Baugebiete in Bauleitplänen sowie die Genehmigung von Bauvorhaben nur in genau geregelten Ausnahmefällen möglich.

In der Rechtsverordnung können jedoch spezielle Regelungen getroffen werden, die in Einzelfällen von den grundsätzlichen Vorgaben des WHG und BayWG abweichen. Die konkreten rechtlichen Auswirkungen einer amtlichen Festsetzung können daher nur der jeweiligen Rechtsverordnung entnommen werden. Im Kartendienst IÜG sind die Rechtsverordnungen zu festgesetzten Überschwemmungsgebieten hinterlegt und können dort eingesehen werden.