Einzugsgebiet bayerische Donau

Die Donau ist mit rund 2.850 km Länge der zweitlängste Fluss Europas und verbindet auf ihrem Lauf zehn Länder. Als der einzige größere Fluss in Europa, der von Westen nach Osten fließt, war und ist die Donau einer der wichtigsten Handelswege Europas.

Gewässersystem

Die Quellflüsse der Donau, die Breg und die Brigach, entspringen in Baden-Württemberg im südlichen Schwarzwald. Nach ihrer Vereinigung bei Donaueschingen durchbricht der Fluss in einem engen, gewundenen Tal die Schwäbische Alb zwischen Geisingen und Sigmaringen. In diesem Gebiet befindet sich auch die Donauversickerung, bei der ein Großteil des Wassers aus der Donau durch ein unterirdisches Höhlensystem dem Rhein zufließt. Der verbleibende Teil speist ab Möhringen das weitere Flussbett der Donau.

Die Donau durchfließt Bayern von Westen nach Osten und bildet die natürliche Grenze zwischen Süd- und Nordbayern. Östlich von Passau überquert sie die Landesgrenze nach Österreich, durchfließt weitere sieben Länder Mittel- und Südosteuropas, bevor sie in Rumänien im Donaudelta ins Schwarze Meer mündet.

Von Süden kommend münden die wasserreichen Nebenflüsse Iller, Lech, Isar und Inn in die Donau. Sie entspringen in den Alpen und durchfließen dann das Alpenvorland. Die wichtigsten nördlichen Nebenflüsse sind Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen, die in den Mittelgebirgen der Schwäbischen und Fränkischen Alb und des Bayerischen Waldes entspringen. Das Einzugsgebiet der nördlichen Nebenflüsse beträgt nur etwa ein Drittel des Einzugsgebiets der südlichen Donauzuflüsse.

Hochwassercharakteristik

Die Entstehung von Hochwasser im Einzugsgebiet der Donau ist ein komplexer Prozess, der vor allem mit der Größe des Gebiets zusammenhängt. Die Donau hat viele Nebenflüsse, die in sehr unterschiedlichen Landschaften und Naturräumen verlaufen und so auch verschiedene Niederschlagshöhen, Abflussverhalten und Hochwasserhäufigkeiten aufweisen. Das Einzugsgebiet teilt sich grob in zwei Regionen mit unterschiedlicher Hochwassercharakteristik auf: Nördlich und südlich der Donau.

Nördlich der Donau befinden sich hauptsächlich Mittelgebirgsflüsse, die die meisten und größten Hochwasser in den Wintermonaten aufweisen. Hochwasser entstehen hier vor allem durch das Zusammenwirken von Regen, Eis und Schnee. Fallen größere Mengen Regen auf gefrorene Böden, führt dies direkt zu einem großen Oberflächenabfluss. Tauwetter und dadurch ausgelöste Schneeschmelze können die Situation zusätzlich verschärfen.

Im Süden sind die Abflüsse alpin geprägt, besonders an den Flüssen Iller, Lech, Isar, Inn und Salzach. Das bedeutet, die Ursachen für Hochwasser sind zum einen starke Sommerniederschläge an der Alpennordseite, die durch Aufstau und Aufgleiten feuchter Luftmassen an den Bergen entstehen. Zum anderen findet die hauptsächliche Schneeschmelze in den Bergen im späten Frühjahr und in den Sommermonaten statt. Das Zusammenwirken dieser Faktoren kann zu großem Hochwasser führen. Besonders extreme Sommerhochwasser können sich an den Alpenflüssen durch eine Vb-Wetterlage entwickeln.

Selten ist also das gesamte Einzugsgebiet der Donau gleichzeitig von Hochwasser betroffen, dennoch gehört die Donau zu den hochwasserreichsten Flüssen in Europa.

Ausführliche Informationen zu den großen Hochwasserereignissen der letzten Jahre, ihren Schäden und ihre Folgen finden Sie in nachfolgendem Link.

Naturräume

Im bayerischen Donaugebiet werden insgesamt 65 Naturräume unterschieden. Die zehn größten und bedeutendsten der im bayerischen Donaueinzugsgebiet liegenden Naturraum-Haupteinheiten sind südlich der Donau die ganz im Süden liegenden nördlichen Kalkalpen und die Schwäbisch-Oberbayerischen Voralpen sowie nördlich davon das Voralpine Moor- und Hügelland. Daran schließen sich nordwestlich die Donau-Iller-Lech-Platten sowie nordöstlich das Unterbayerische Hügelland und die Isar-Inn-Schotterplatten an. Nördlich der Donau liegt die Fränkische Alb und das Oberpfälzisch-Obermainische Hügelland, im Westen die Schwäbische Alb und das Schwäbische Keuper-Lias-Land und im Osten der Oberpfälzer und Bayerischer Wald.

Weitere Informationen zu der naturräumlichen Gliederung Bayerns sowie eine Übersichtskarte der Naturraum-Haupteinheiten finden Sie in nachfolgendem Link.

Schutzgebiete und Umwelt

An der Donau prägten ursprünglich Auwälder und ausgedehnte Moore die Tallandschaften. Aufgrund des früher ehemals stark mäandrierenden Flusslaufs gibt es heute entlang der Donau noch viele besonders schützenswerte Naturgebiete. In diesen sind seltene Auenbiotope und Auwälder mit artenreichen und mittlerweile auch gefährdeten Pflanzen- und Tiergemeinschaften zu finden.

Darüber hinaus befinden sich im bayerischen Donaugebiet bedeutende National- und Naturparks. Zu den Nationalparks zählen der Nationalpark "Bayerischer Wald" sowie der Nationalpark "Berchtesgaden". Zu den Naturparks zählen der Naturpark "Bayerischer Wald", der Naturpark "Altmühltal" sowie der Naturpark "Augsburg – Westliche Wälder".

Landnutzung

Das Einzugsgebiet der bayerischen Donau wird fast zur Hälfte landwirtschaftlich genutzt, in dünner besiedelten Gebieten beträgt der Anteil der Landwirtschaft über 54 %. In den Ballungsräumen, insbesondere südlich der Donau, überwiegt der Anteil an bebauter Fläche. Im Bergland der Alpen, des Bayerischen Waldes und der Fränkischen Alb finden sich ausgedehnte Wälder. Größere Waldgebiete befinden sich auch zwischen Lech und Iller sowie südlich von München bis hin zu den oberbayerischen Seen. Insgesamt beträgt der Anteil an Wäldern und naturnahen Flächen ca. 35 %. Der Anteil der bebauten Flächen beträgt ca. 8 %, der Anteil an Wasserflächen beträgt knappe 2 % und der Anteil an vegetationslosen Flächen beträgt nicht mal 1 %.

Besiedlung

Im bayerischen Einzugsgebiet der Donau leben ca. 8,5 Mio. Einwohner. Dies entspricht etwa 67 % aller Einwohner Bayerns. Die Besiedlungsdichte beträgt durchschnittlich 175 Einwohner pro km2.

4 der 6 bevölkerungsreichsten Städte Bayerns liegen im Einzugsbereich der Donau. Der Siedlungsschwerpunkt liegt auf dem Großraum München mit ca. 3 Mio. Einwohnern. In der Landeshauptstadt München (ca. 1,4 Mio. Einwohner) und ihrem Verdichtungsraum leben stellenweise mehr als 1.000 Einwohner pro km2. Die Region umfasst neben der Landeshauptstadt München die Städte und Gemeinden der Landkreise Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech, München und Starnberg. Die anderen 3 der 6 bevölkerungsreichsten Städte Bayerns im Donauraum sind der Verdichtungsraum Augsburg mit ca. 1 Mio. Einwohnern sowie Regensburg (ca. 140.000 Einwohner) und Ingolstadt (ca. 130.000 Einwohner). Diese Verdichtungsräume weisen Einwohnerdichten zwischen 500 bis über 1.000 Einwohner pro km2 auf.

Wirtschaftliche Aktivität

Das Donaugebiet umfasst mit dem Großraum München die wirtschaftsstärkste Region Bayerns. Es liegt bei den wichtigsten wirtschaftlichen Kennzahlen, wie dem Anteil Erwerbstätiger oder dem Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner, leicht über dem bayerischen und deutlich über dem deutschen Durchschnitt. Zwei Drittel der Wirtschaftsleistung wurden 2010 durch Dienstleistungen und ein Drittel durch das produzierende Gewerbe erbracht. Land- und Forstwirtschaft machten nur einen geringen Teil der gesamten Wirtschaftsleistung im Donaugebiet aus. Sie spielten aber in den ländlichen Gebieten als landschaftsprägende Wirtschaftszweige eine wichtige Rolle.

Kulturgüter

In den Auen bzw. an Gewässern finden sich zahlreiche wertvolle Bau- und Bodendenkmäler, da sich Städte und größere Siedlungen oftmals in Gewässernähe entwickelt haben.

Im bayerischen Einzugsgebiet der Donau liegen 470 Bauensembles, dazu zählen beispielsweise mehrere Altstädte und Kirchen, der Domberg von Freising, oder auch Schloss Blutenburg, die Maximilianstraße, Prinzregentenstraße und das Lehel in München und das Fuggerschloss in Gablingen. Zudem befinden sich in diesem Raum ca. 76.000 Baudenkmäler und über 35.000 Bodendenkmäler.