Wasserstand der Seen

Die großen Seen Bayerns liegen südlich der Donau. So zeigt sich bei der Entwicklung der Seewasserstände meist eine Parallele zu der Abflussentwicklung an den südlichen Donauzuflüssen, so auch im Jahr 2018.

Jahresentwicklung der Wasserstände

Für die bayerischen Seen wird der Jahresgang der Wasserstände am Beispiel des Pegels Stock/Chiemsee in Tageswerten (Abb.1) und in Monatswerten im Vergleich zu langjährigen Werten (Abb.2) dargestellt und im Text monatsweise beschrieben.

Abb.2| Wasserstand am Pegel Stock/Chiemsee - Gegenüberstellung Monatsmittelwerte 2018 (dunkelblau) und der langjährigen Monatsmittelwerte (hellblau) der Jahre 1907-2013 (Rohdaten). Abb.2: Wasserstand am Pegel Stock/Chiemsee - Gegenüberstellung Monatsmittelwerte 2018 (dunkelblau) und der langjährigen Monatsmittelwerte (hellblau) der Jahre 1907-2013 (Rohdaten)

Im typischen Jahresverlauf sind zu Jahresbeginn die Wasserstände auf niedrigem Niveau. Aufgrund der schon abflussstarken Wintermonate in 2017 sowie dem abflussstarken Januar startet der Chiemsee diesmal gut gefüllt in das Jahr 2018. Der mittlere Wasserstand im Januar liegt mit 35cm deutlich über dem des langjährigen Monatsmittels. Infolge des trockenen und kalten Februars sinken die Wasserstände dann deutlich ab, die Wasserstände liegen aber mit 16cm noch deutlich über dem für Februar langjährigen Mittelwasserstand. Im März verharren die Wasserstände auf diesem Niveau. Mitte März steigen diese leicht an. Im April setzt, trotz der fehlenden Niederschläge, aufgrund der hohen Lufttemperaturen eine starke Schneeschmelze ein, was einen deutlichen Anstieg der Wasserstände zur Folge hat. Dies führt zu monatlichen Mittelwerten, die im Bereich der langjährigen Monatsmittel liegen. Im Anschluss daran sinken die Wasserstände im Mai und Juni wieder deutlich ab. Im Mai ist der mittlere Wasserstand 26cm und im Juni 32cm niedriger als der jeweilige langjährige Monatsmittelwert. Ende Juni und vor allem Anfang Juli führen Niederschläge im Einzugsgebiet des Chiemsees zu einer deutlichen kurzzeitigen Erholung der Wasserstände. Im Anschluss sinken die Wasserstände aufgrund der fehlenden Niederschläge und der hohen Temperaturen bis zur 3.Augustdekade deutlich ab. Im August liegt der mittlere Wasserstand sogar 37cm unter dem langjährigen mittleren Wasserstand für diesen Monat. Im September führen wiederkehrende Niederschläge zu einer Erholung der Wasserstände. Im Oktober und November sinken diese, dem typischen Jahrestrend folgend, wieder ab und erreichen im November die niedrigsten Wasserstände im Jahresverlauf. Der mittlere Wasserstand im November ist 17cm niedriger als der langjährige Monatsmittelwert. Anfang Dezember wird die Trockenperiode mit dem Durchzug von Tiefdruckgebieten mit ergiebigen Niederschlägen beendet. Die Wasserstände steigen wieder deutlich an. Der mittlere Wasserstand im Dezember liegt im Bereich des langjährigen Mittelwertes.