Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Windenergie und Vogelschutz

Ziel des seit 01.09.2016 geltenden Bayerischen Windenergie-Erlasses 2016 (BayWEE) der bayerischen Staatsregierung ist es, den Vollzug der maßgeblichen Vorschriften im Genehmigungsverfahren mit einer Verwaltungsvorschrift zu vereinheitlichen und effizienter zu gestalten. Grundlage der naturschutzfachlichen Einschätzungen im BayWEE sind der aktuelle Wissensstand ökologischer Forschung und fachliche Einschätzungen von Landesfachbehörden, wie sie beispielsweise in den Abstandsempfehlungen der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten zusammengestellt wurden.

Dieses Vorgehen wurde gewählt, um vertieft und flexibel auf Fragen aus der Genehmigungspraxis eingehen zu können, die im BayWEE nicht im Detail behandelt werden konnten. Zugleich soll das Handeln der Genehmigungsbehörden vereinheitlicht und vereinfacht werden.

Arbeitshilfe Vogelschutz und Windenergienutzung

Die "Arbeitshilfe Vogelschutz und Windenergienutzung" enthält fachliche Konkretisierungen der einschlägigen Aussagen des BayWEE und damit auch für die Ausübung des naturschutzfachlichen Beurteilungsspielraums (Einschätzungsprärogative), den die Rechtsprechung der Naturschutzverwaltung bei der Prüfung des Tötungsverbots in § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG und der Ausnahmevorschrift des § 45 Abs. 7 BNatSchG einräumt (BayVGH, Urt. v. 27.05.2016, 22 BV 15.2003, BeckRS 2016, 50119, Rn. 25 und 29). Sie berücksichtigt die jeweils aktuelle Rechtsprechung der Verwaltungsgerichtsbarkeit und wird bei Bedarf aufgrund von neueren Erkenntnissen aktualisiert.

Die Arbeitshilfe finden Sie in der rechten Spalte dieser Seite mit Verweis auf den Publikationsshop des Geschäftsbereichs des StMUV. Sie kann dort bestellt bzw. heruntergeladen werden.

Vertiefende Studien zu Vogelschutz und Windenergienutzung

Das LfU hat verschiedene Studien durchführen lassen, die die Thematik Vogelschutz und Windenergienutzung anhand von einzelnen Vogelarten näher beleuchten.

Im Einzelnen sind dies:

Rastplatzwahl des Mornellregenpfeifers in Unterfranken

Das Landesamt für Umwelt (LfU) führte in den Jahren 2013 und 2014 Untersuchungen zur Rastplatzwahl vom Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus) in Unterfranken durch. Traditionelle Rastplätze werden bevorzugt und regelmäßig genutzt. Entscheidend für die Wahl als Rastplatz sind bestimmte topographische Gegebenheiten, die angebaute Feldfrucht und der Ernte- bzw. Bearbeitungszustand. Bei Windenergieplanungen in potentiellen Rastgebieten des Mornellregenpfeifers sollte die Rastphänologie und Bedeutung der Gebiete als Rasthabitate ermittelt werden.

Uhu und Windkraft: Analysen zur Habitatnutzung als Grundlage für die planerische Praxis - Abschlussbericht 2014

2012 bis 2014 führte das Landesamt für Umwelt (LfU) in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) eine Telemetriestudie an vier Uhus (Bubo bubo) in verschiedenen Regionen Bayerns durch. Die Untersuchungen lieferten zuverlässige Aussagen zum Aktionsraum sowie zur Habitatnutzung. Es konnten unter anderem die klassischen Jagdgebiete, wie Grünland und Siedlungen, aber auch ein hoher Anteil der Nutzung von Wäldern gezeigt werden. Die Fragestellung zur Ermittlung der Flughöhen konnte allerdings nicht im zufriedenstellenden Maße beantwortet werden.

Untersuchungen zum Einfluss von Windkraftanlagen auf den Vogelzug in Bayern

Im Jahr 2015 führte das LfU an 39 Windenergieanlagen Untersuchungen zum Vogelzug mit gleichzeitiger Suche nach Kollisionsopfern durch. Dabei sollte u.a. die Fragestellung erörtert werden, inwieweit ein Zusammenhang zwischen der Intensität des Vogelzuges und dem Auffinden von Schlagopfern besteht.

Ansprechpartner

Ansprechpartner am LfU sind:
E-Mail: Stefan Kluth, E-Mail: Bernd-Ulrich Rudolph,
Telefon: 08821/2330.

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