Kirchheimer Quaderkalk

Der Rohstoff Naturwerkstein spielt für die Bauindustrie eine wichtige Rolle und erfreut sich sowohl global, als auch national, einer wachsenden Nachfrage. Bayern verfügt über eine Reihe interessanter Naturwerksteine, die als Bau- und Werksteine deutschlandweit, teils sogar international nachgefragt werden. Hierzu zählt auch der sogenannte Quaderkalk, dessen Hauptabbaugebiet derzeit im Raum Kleinrinderfeld-Kirchheim-Gaubüttelbrunn (südlich von Würzburg) liegt.

Quaderkalk-Felswand in einem Steinbruch Quaderkalk-Horizont in einem Steinbruch im Raum Kirchheim-Gaubüttelbrunn, an dieser Stelle ist der Zielhorizont etwa 4 Meter mächtig

Wegen der hohen wirtschaftlichen Bedeutung des Natursteins im Kirchheimer Raum wurden mit Sondermitteln und im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) rohstoffgeologische Untersuchungen im Bereich dieses wichtigen Abbaugebietes durchgeführt.

Der Quaderkalk aus Tauber- und Mainfranken stellt eine fazielle Sonderentwicklung des Oberen Muschelkalks dar und wird seit Jahrhunderten in großem Umfang als Naturwerkstein gewonnen und verarbeitet. Zahlreiche bedeutende Profanbauten wie das Berliner Olympiastadion, das Pergamon-Museum auf der Berliner Museumsinsel oder die Festung Marienberg in Würzburg wurden daraus erbaut.

Aufgrund der herausragenden physikalischen, chemischen und optischen Eigenschaften, gepaart mit einer sehr guten Umweltbilanz, erfreuen sich heimische Naturwerksteinprodukte aus Quaderkalk auch heute noch großer Beliebtheit. Durch den fortschreitenden Abbau, die zunehmende Verknappung potenzieller Gewinnungsstellen aufgrund steigender Flächenkonflikte und ungünstiger werdende Abraum-zu-Rohstoff-Verhältnisse ist die kurz- bis mittelfristige Versorgung mit diesem wichtigen, heimischen Rohstoff jedoch gefährdet.

Im Auftrag und mit Finanzierung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) wurde eine Erkundungskampagne im Abbaugebiet im Raum Kleinrinderfeld-Kirchheim-Gaubüttelbrunn (südlich von Würzburg) durchgeführt, um dieser Situation entgegenzuwirken. Dabei wurden 16 Bohrungen abgeteuft, die anschließend petrografisch und rohstoffgeologisch angesprochen, nach der sogenannten "Steinbrecherklassifikation" eingeteilt und auf ihre Eignung als Naturwerkstein getestet wurden. Die rund 400 für diesen Zweck aus den Bohrkernen erzeugten Prüfkörper wurden unter anderem auf ihre Wasseraufnahmefähigkeit unter atmosphärischem Druck sowie unter Vakuum und der sich daraus ergebenden Parameter Sättigung, Porosität sowie Roh- und Reindichte untersucht. Weiterhin wurde hygrische Dilatation, Kompressionswellengeschwindigkeit, einaxiale Druckfestigkeit und Verwitterungsbeständigkeit der Gesteine untersucht.

Aus den erzielten Ergebnissen konnte eine Potenzialfläche von 466 Hektar, verteilt auf sechs Einzelflächen, für die mittel- bis langfristige Versorgung mit Quaderkalk ermittelt werden. Dabei handelt es sich sowohl um Erweiterungspotenziale bereits bestehender Vorranggebiete für Rohstoffgewinnung, als auch um noch unverritzte Gebiete mit hohem Rohstoffpotenzial und relativ geringen konkurrierenden Nutzungen. Ein 3D-Modell der lateralen und vertikalen Verbreitung des Oberen Hauptquaderkalks im Untersuchungsgebiet wurde erstellt. Auch wenn das generierte Modell keine bindende kleinmaßstäbliche Aussage liefert, ermöglicht es einen groben Überblick über die bestehenden rohstoffgeologischen Potenziale (Mächtigkeit des Rohstoffs und des Abraums) und liefert Anreize für zukünftige Erkundungs- und Gewinnungsvorhaben.

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Außerdem wurde eine umfangreiche Charakterisierung der unterschiedlichen Quaderkalkvarietäten durchgeführt und Empfehlungen zur prinzipiellen Verwendbarkeit erläutert.