Geologische Landesaufnahme

Hauptaufgabe der geologischen Landesaufnahme am Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) ist die Erhebung und Bereitstellung von Daten zur geologischen Beschaffenheit des Untergrunds. Diese Geoinformationen sind eine wichtige Grundlage für die Planung und Auslegung in vielen Anwendungsbereichen wie Erdwärmenutzung, Rohstoffgewinnung, Grundwassererschließung oder Baumaßnahmen.

Die Daten werden landesweit erfasst und den Nutzern online im UmweltAtlas Bayern zur Verfügung gestellt; im Wesentlichen in Form von geologischen Karten, Bohrprofilen und 3D-Modellen.

Der Blick in die Fläche: Geologische Karten

Kartenausschnitt im UmweltAtlas Bayern Ausschnitt der dGK25 im UmweltAtlas Bayern mit Legendendarstellung

Das Kernprodukt der geologischen Landesaufnahme ist die Geologische Karte 1:25.000 (GK25), die mittlerweile in einer ersten Fassung flächendeckend für Bayern digital vorliegt. Während das Hauptaugenmerk in der Vergangenheit auf der Neukartierung bisher noch nicht erfasster Kartenblätter lag, konzentriert sich die geologische Kartierung mittlerweile auf die kontinuierliche Verbesserung und Weiterentwicklung des vorliegenden Kartenwerks.

Geologe mit einem Tabletcomputer im Gelände Geländearbeit mit Feldcomputer

Bei der Kartierung erfassen Geologinnen und Geologen die verschiedenen Gesteine nach ihrer Beschaffenheit, räumlichen Verbreitung und Lagerung. Neben der Dokumentation von Gesteinseigenschaften dienen diese Beobachtungen der Ableitung der Entstehungsbedingungen und des erdgeschichtlichen Alters der verschiedenen Gesteinseinheiten. Im Gelände sammeln Geologinnen und Geologen dazu Daten über Gesteine, messen mit dem Kompass die Lagerung der Schichten und entnehmen Proben für Untersuchungen. In wenig "aufgeschlossenen" Gebieten werden die Arbeiten durch Bohrungen, Schürfe und geophysikalische Untersuchungen ergänzt. Alle Beobachtungen werden digital mit Feldcomputern und integrierter GPS-Navigation erfasst.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Entwicklung von Themenkarten zur GK25, d.h. direkt aus der GK25 abgeleiteten Karten, die bestimmte Gesteinseigenschaften darstellen. Aktuelle Beispiele hierfür sind die Ingenieurgeologische Karte von Bayern 1:25.000 (IGK25), die Baugrundeigenschaften der oberflächennahen Gesteine erfasst, sowie die Karte der Geochemischen Hintergrundwerte der Gesteine Bayerns.

Eine weitere Produktlinie sind die gedruckten GK25 mit ausführlichen Erläuterungen, die ebenfalls bereits für zahlreiche Gebiete in Bayern vorliegen und kontinuierlich ergänzt werden. Diese können im Publikationsshop heruntergeladen oder bestellt werden.

Der Blick in die Tiefe: Bohrungen

Bohrungen bieten neben geophysikalischen Untersuchungen die beste Möglichkeit, Einblicke in die Beschaffenheit und den Aufbau des tieferen Untergrundes zu erhalten; sie haben daher für die geologische Landesaufnahme große Bedeutung.

Sämtliche geplanten Bohrungen sind nach dem Lagerstättengesetz beim LfU mittels der digitalen Bohranzeige anzuzeigen. Nachdem die angezeigte Bohrung ausgeführt wurde, sind die Bohrergebnisse an das LfU zu liefern. Die Bohrdaten werden in das Bodeninformationssystem Bayern (BIS-BY) eingegeben. Regionalgeologinnen und Regionalgeologen prüfen und bewerten die Schichtenansprachen. Die Daten werden anschließend im UmweltAtlas Bayern online bereitgestellt und tragen so zu einer kontinuierlich wachsenden Kenntnis der geologischen Beschaffenheit des Untergrundes von Bayern bei.

Personen gruppiert um einen Tisch mit Bohrkernen Bohrkerne einer Forschungsbohrung im Zentralen Bohrprobenarchiv des LfU

Bohrkerne belegen die Gesteinsfolgen im Untergrund und eröffnen die Möglichkeit zur Untersuchung sonst unzugänglicher Gesteinsbereiche. Die Aufbewahrung von ausgesuchten Bohrkernen im Bohrprobenarchiv des LfU erlaubt spätere Bearbeitungen, z.B. bei neuen Fragestellungen oder zur Schulung von Fachpersonal (sowohl intern als auch extern).