Vulkanismus

"Vulkanausbrüche in Bayern? Das gibt es doch gar nicht!" werden Sie vielleicht denken. Und tatsächlich gibt es zur Zeit keine aktiven Vulkane bei uns. Aber aus geologischer Sicht ist es gar nicht so lange her, dass in Nordbayern zahlreiche Vulkane aktiv waren.

Schlackenkegel Schlackenkegel Eisenbühl (Tschechien) aus dem Quartär

Die meisten erloschenen Vulkane in Nordbayern sind etwa 45 bis 10 Millionen Jahre alt (Tertiär). Südlich von Eger (Tschechien), an der Grenze zu Bayern, zeugt der Eisenbühl bei Neualbenreuth vom Vulkanismus der jüngsten Erdgeschichte vor etwa 250.000 Jahren. Auch in Bayern konnte im Jahr 2015 mit dem Maar bei Neualbenreuth quartärer Vulkanismus mit einem Alter von ca. 280.000 bis 300.000 Jahren nachgewiesen werden. Weitere Informationen zum – bisher – jüngsten Vulkan Bayerns finden Sie auf der Unterseite "Jüngster Vulkan Bayerns" (Navigation linke Spalte).

Im Zusammenhang mit der vulkanischen Aktivität stehen die zahlreichen heißen und/ oder mineralreichen Quellen in Nordbayern.

Tertärer Vulkanismus

Die Vulkanite der Rhön, der Heldburger Gangschar und Nordost-Bayerns sind Zeugen des känozoischen Intraplattenvulkanismus in Mitteleuropa. Hauptsächlich im Oligozän und Miozän drangen an tiefreichenden Bruchsystemen alkalibasaltische Magmen an die Oberfläche. Die zahlreichen Eruptionszentren in Nordost-Bayern stehen in Zusammenhang mit dem kontinentalen Rifting des ostnordost-streichenden Egergrabens.

Erhalten sind meist Reste von Tuff- und Lavadecken, letztere oft mit schön ausgebildeten Basaltsäulen. Gänge und Füllungen von Förderschloten formen markante Bergkegel und andere Härtlingsstrukturen wie zum Beispiel den Hohen Parkstein und den Rauhen Kulm in der Oberpfalz und den Lindenstumpf in Unterfranken.

Kartenausschnitt zum Vulkanismus in Süddeutschland Tertiärer Vulkanismus in Süddeutschland