EU-Projekt Bodenatlas Bayern - Standortauskunft Baugrund Bayern

Ein Bagger auf einer BaustelleBild vergrössern Baugrundvorbereitung

Ingenieurgeologische Informationen sind für die meisten Planungs- und Bauvorhaben von erheblicher Bedeutung. Grundlagen hierzu sind in den Geologischen und Bodenkundlichen Karten implizit enthalten. Ohne eine Interpretation durch einen Fachmann sind diese Daten aber bisher nicht nutzbar. Im Rahmen des Anfang 2016 gestarteten EU-Projekts "Bodenatlas Bayern" sollen im Teilprojekt "Baugrund" mit einer Standortauskunft Baugrund die Daten künftig einer öffentlichen Nutzung zugänglich gemacht werden, indem allen Gesteinen und Böden Bayerns ihre typischen Baugrundeigenschaften zugeordnet werden. Damit kann und soll ein Baugrundgutachten für ein konkretes Vorhaben nicht ersetzt werden. Die Standortauskunft soll aber die Lücke zwischen Nichtwissen und Fachgutachten schließen, um die Vorplanungsphase zu erleichtern.

Produkte

  • digitale Ingenieurgeologische Karte 1:25.000 für den geologischen Untergrund "dIGK"
    Auf Grundlage der digitalen geologischen Karte von Bayern im Maßstab 1:25.000 werden alle vorkommenden Gesteinseinheiten (ab ca. 1 m unter Geländeoberkante) ingenieurgeologisch interpretiert. Es erfolgt eine Zuordnung in Typen ähnlicher baugrundgeologischer Eigenschaften, z.B. ähnlicher Tragfähigkeit, auf deren Grundlage dann eine Karte der Baugrundtypen erstellt wird.
  • Grabbarkeitskarte 1:25.000 für den oberflächennahen Bereich
    Auf Grundlage der Übersichts-Bodenkarte von Bayern im Maßstab 1:25.000 werden alle vorkommenden Bodeneinheiten (bis ca. 1 m unter Geländeoberkante) ingenieurgeologisch interpretiert. Es erfolgt eine Zuordnung in Bereiche ähnlicher Grabbarkeit, d.h. Lösbarkeit des Bodens, und die Ausscheidung in einer thematischen Karte.
  • Internet-basierte Standortauskunft Baugrund
    Für einen frei wählbaren Einstichpunkt oder eine Adresse können die bekannten Baugrundeigenschaften in kompakter Form zusammenfassend abgefragt werden. Grundlage sind die beiden genannten Kartenwerke.
    Zusätzlich werden für jede Gesteins- bzw. Bodeneinheit Hinweise auf besondere Eigenschaften oder baugrundgeologische Gefährdungen gegeben, wie z.B. lithologische Besonderheiten oder mögliche Einlagerungen, bzw. mögliche Beeinflussung durch Grundwasser. Es werden aber auch weitere standortbezogene Fachinformationen aus anderen Kartenwerken mit einbezogen, wie z.B. die Gefahrenhinweiskarte für Georisiken.

Seit Dezember 2018 seht die digitale Ingenieurgeologische Karte (dIGK) im Umweltatlas Bayern öffentlich zur Verfügung, soweit die geologischen Einheiten bereits eingestuft sind und die digitalen Geologischen Karten als Grundlage bereits vorliegen:

Das Projekt "Bodenatlas Bayern" im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz läuft insgesamt bis Ende 2020 und mit Kofinanzierung durch den Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) IWB Bayern 2014-2020 (siehe Spalte rechts).

Projektleitung

Dr. Stefan Glaser, Bayerisches Landesamt für Umwelt, Referat 102