Bodenschutz in der Bauplanung

Boden als Bauland? Im Vorfeld schützen!

Unsere Böden gehören zu den wichtigsten Umweltmedien. Im Ökosystem erfüllen Böden vielfältige Funktionen als Lebensgrundlage und Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanze, als Regler im Wasser- und Nährstoffkreislauf, als Filter, Puffer und Speicher für Nähr- und Schadstoffe und als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte.

Maschinen bearbeiten den Boden einer Deponie-Bodenabdichtung. Durch Bebauung können wertvolle Ackerböden verloren gehen; Foto: G. Overhoff

Bis sich 1 Meter Boden gebildet hat, vergehen Jahrhunderte bis Jahrtausende. Der Verlust natürlicher Böden kann darum kaum kompensiert werden!

Verdichtung oder Versiegelung durch Bautätigkeiten beeinträchtigt oder beschädigt unsere intakten Böden langfristig. Eine Rekultivierung geschädigter Böden ist sehr zeit- und kostenaufwendig. Zudem können die natürlichen Bodenfunktionen nicht mehr gänzlich hergestellt werden. Darum sollten wir den Schutz unserer Böden in der Bauplanung frühzeitig berücksichtigen.

Im Jahr 2017 wurden in Bayern pro Tag durchschnittlich 11,7 ha Freiflächen in Siedlungs- und Verkehrsflächen umgewandelt.

So schützen Sie unsere Böden bei Planvorhaben

  • Ausnutzung der vorhandenen Innenentwicklungspotenziale (Aktivierung von Baulücken, Konversion von Industrieflächen, Geschosswohnungsbau, Stellplätze in Parkhäusern und Tiefgaragen),
  • Ausweisung von Grünflächen, Versickerungsflächen, Ausgleichsflächen, Landschaftsschutzgebieten, Wasserschutzgebieten, Überschwemmungsgebieten
  • Urbane grüne Infrastruktur (Dachbegrünungen),
  • Bodenmanagement und Baubegleitender Bodenschutz.

Das LfU stellt für Kommunen eine Flächenmanagement-Datenbank zur Verfügung, mit welcher sich Flächen im Innenbereich, die potenziell neu bebaut werden können, erfassen und verwalten lassen.