(Bio)akkumulation von Stoffen

Um Kenntnis über den Verbleib von Stoffeinträgen in die verschiedenen Ökosysteme zu bekommen, sind Untersuchungsprogramme wie das Akkumulationsmonitoring notwendig. Man bedient sich dabei der Eigenschaft verschiedener chemischer Verbindungen sich an Partikel anzuheften oder der Fähigkeit von Organismen, Stoffe anzureichern (Bioakkumulation).

Im aquatischen Bereich werden Fische und Muscheln aus Fließgewässern und Seen regelmäßig auf den Gehalt verschiedener Schadstoffe untersucht, die sie aus dem Wasser oder über ihre Nahrung aufgenommen haben. Anhand chemischer Analysen von Gewebeproben der Muskulatur, Leber oder des Muschelweichkörpers erhält man dann ein Abbild der Belastungssituation in den jeweiligen Gewässern. Das bayerische Fisch- und Muschel-Schadstoffmonitoring ist ein gut geeignetes und etabliertes Instrument der Umweltüberwachung. Fragestellungen zur Verzehrsfähigkeit von Fischen oder lebensmittelrechtliche Aspekte werden vom (Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bearbeitet und fallen nicht in die Zuständigkeit des Landesamtes für Umwelt.

Die Untersuchung von Fischen oder Muscheln auf bestimmte prioritäre Schadstoffe ist in den Tochterrichtlinien zur europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verpflichtend vorgeschrieben. Hier sind Umweltqualitätsnormen (UQN) für 11 Stoffe oder Stoffgruppen festgelegt.

Schadstoffe können auch an Partikel im Wasser gebunden sein. Daher stellen chemische Rückstandsuntersuchung an Schwebstoffen im Rahmen eines sogenannten Schwebstoffmonitorings eine weitere Möglichkeit dar, die Belastungssituation der Gewässer zu beschreiben. Die verschiedenen Monitoringprogramme sind in wesentlichen Punkten aufeinander abgestimmt (z.B. Auswahl der Beprobungsstellen und der zu untersuchenden Stoffe). Neben Trendaussagen zur Schadstoffbelastung ist es damit auch möglich, Quellen von Schadstoffeinträgen zu identifizieren, um gezielt Mininimierungsmaßnahmen ergreifen zu können.

Neben dem aquatischen Bereich ist ein Akkumulationsmonitoring auch für die Untersuchung des Stoffeintrags aus der Luft in das Ökosystem etabliert. Für dieses sogenannte immissionsökologische Monitoring werden u.a. Pflanzen (zum Beispiel Grünkohl, Weidelgras) eingesetzt.

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