Das hydrologische Jahr 2025 (01.11.2024 bis 31.10.2025) war in Bayern das fünfzehnte zu warme Jahr in Folge und zählt als weiteres Trockenjahr. So betrug die Mitteltemperatur des Abflussjahres 2025 für Bayern 9,3°C und lag um 1,5 Grad über dem Mittel der Jahre 1971 bis 2000. Die Niederschlagssumme des hydrologischen Jahres 2025 erreichte 764mm und entspricht einem Niederschlagsdefizit von 19 Prozent im Vergleich zur Referenzperiode. Damit sind in der Bilanz der letzten 15 Jahre 12 zu trocken ausgefallen und nur die Abflussjahre 2013, 2016 sowie 2024 waren zu nass.
Abbildung 1: Thermopluviogramm zu den hydrologischen Jahren Bayerns von 1961 bis 2025 – Prozentuale Abweichung der Niederschlagssumme vom Mittel 1971 bis 2000 sowie Abweichung des Lufttemperaturmittels vom Mittel 1971 bis 2000 in Grad Kelvin. Die Datenpunkte sind mit den zugehörigen Jahreszahlen beschriftet (Datenquelle: Deutscher Wetterdienst, Datenaufbereitung LfU, Referat 86)Das Thermopluviogramm (Abbildung 1) verdeutlicht die Häufung der zu warmen und zugleich zu trockenen Abflussjahre der letzten Jahre.
Herausragende Besonderheiten
Die regionale und monatliche Analyse des hydrologischen Jahres 2025 ergibt folgende herausragende Besonderheiten:
- Südbayern (Bayern südlich der Donau) verzeichnete 2025 ein Trockenjahr bei einem Niederschlagsdefizit von 21% (853mm, 79% vom Mittel 1971 bis 2000). Es blieben neun der zwölf Monate zu trocken, wobei die deutlich zu trockenen Monate Februar sowie April herausragten (Abbildung 2). Als zu nass sind Januar, Juli und September zu nennen.
- Das 12-Monatsniederschlagsdefizit war in Nordbayern (Bayern nördlich der Donau) geringer und betrug 17% (663mm, 83% vom Mittel 1971 bis 2000). So waren dort nur acht der zwölf Monate zu trocken, wobei der deutlich zu trockene März hervorstach (Abbildung 2). Die zu nasse Witterung der Monate Januar, Juli, Oktober sowie der deutlich zu nasse September entspannten zeitweise die Trockenheit.
- Die Bilanzierung der hydrologischen Jahresniederschläge für die bayerischen Regierungsbezirke (Abbildung 3) belegt das bayernweite Trockenjahr. Im Vergleich zu den langjährigen Mittelwerten 1971 bis 2000 gab es die höchsten Niederschlagsdefizite in Ober- und Niederbayern, mit jeweils 23% zu wenig Niederschlag. In der Rangliste der unterdurchschnittlichen Niederschlagssummen folgen die Regierungsbezirke Oberpfalz (-19%), Unterfranken (-18%), Oberfranken (-16%), Schwaben (-15%) und Mittelfranken (-11%).
- Die südbayerische Niederschlagssumme aus dem Acht-Monatszeitraum November 2024 bis Juni 2025 war die geringste der 74-jährigen Beobachtungsreihe (432mm). In Nordbayern betrug diese Achtmonatssumme 342mm und dort waren bisher nur die Vergleichszeiträume aus den Jahren 2013/2014 (335mm) sowie 1953/1954 (331 mm) noch niederschlagsärmer.
Abbildung 2: Abweichungen vom mittleren Monatsniederschlag (1971 bis 2000) für die Regionen Nord- und Südbayern und die Niederschlagssummenkurve des hydrologischen Jahres 2025Besondere Niederschlagsereignisse
- November 2024: Die Starkniederschläge am 19., mit den höchsten Werten im Bereich des Bayerischen Waldes und dem Oberallgäu (Grainet-Rehberg/Lkr. Freyung-Grafenau 37 mm, Immenstadt/Lkr. Oberallgäu 33mm), führten bei einzelnen nordbayerischen Pegeln zu Meldestufe 1 Überschreitungen. Am 21. verursachte das Norditalientief Renate kräftige Niederschläge (Oberreute/Lkr. Lindau 24 mm) und an den Alpen schneite es heftig. Das Allgäu bekam zum Teil 40 cm Neuschnee.
- Dezember 2024: Am Nikolaustag regnete es an den ostbayerischen Mittelgebirgen stark (Fichtelberg-Hüttstadl/Lkr. Bayreuth 40 mm und Lindberg-Buchenau/Lkr. Regen 37 mm am 06.) und in der Folge gab es an einzelnen nordbayerischen Flüssen leichte Ausuferungen.
- Januar 2025: Die Frontensysteme des Tiefs Bernd überquerten am 05./06. Bayern mit regional teils ergiebigen Niederschlägen (Lindberg-Buchenau/Lkr. Regen 26 mm). Diese fielen zunächst als Schnee und gingen dann mit steigenden Temperaturen in Regen über. In der Folge entstand im nördlichen Schwaben sowie im westlichen und nördlichen Franken ein kleineres Hochwasser. Zum Monatsende gab es an den Alpen und im Allgäu weitere kräftige Regenfälle (Zweitagesniederschlag am 28.: Balderschwang/Lkr. Oberallgäu: 57 mm).
- März 2025: Zum Monatsende fielen in Südostbayern länger anhaltende Niederschläge (Marktschellenberg/Lkr. Berchtesgadener Land 88 mm vom 29. bis 31.).
- April 2025: Bei dem Starkregenereignis am 18. lag der Schwerpunkt über dem Bayerischen Wald (Lam-Lambach/Lkr. Cham 25 mm). Am 23. erhielt das südliche Oberbayern stärkere Niederschläge (Irschenberg-Kasthub/Lkr. Miesbach 39 mm).
- Mai 2025: Die Starkregenfälle beschränkten sich auf die ersten Maitage und das letzte Monatsdrittel. Am 03. wurden die höchsten Regenmengen in Mittelfranken gemessen (Dinkelsbühl/Lkr. Ansbach 28 mm). Im Folgenden lag der Schwerpunkt meist über Südostbayern (Brannenburg-Degerndorf/Lkr. Rosenheim 40 mm am 04., Marktschellenberg/Lkr. Berchtesgadener Land 31 mm am 22., Aschau-Stein/Lkr. Rosenheim 32 mm am 25.). Am 28. regnete es am Alpenrand sehr heftig (Rohrmoos/Lkr. Oberallgäu 50 mm, Ettal-Linderhof/Lkr. Garmisch-Partenkirchen 47 mm).
- Juni 2025: Den Monat prägten wiederholte Starkregenfälle, die teils mit Gewittern verbunden waren. Der Niederschlagsschwerpunkt lag am 01. über Ostbayern (Aldersbach-Kriestorf/Lkr. Passau 41 mm), am 02. über Oberbayern (Geisenfeld/Lkr. Pfaffenhofen an der Ilm 33 mm), am 04. über Niederbayern (Elsendorf/Lkr. Kelheim 32 mm) und am 07. über den Alpen sowie der Oberpfalz (Schwandorf 33 mm). Die Gewitterlage am 15. traf insbesondere Ostbayern (Teisnach/Lkr. Regen 79 mm, Fichtelberg-Hüttstadl/Lkr. Bayreuth 48 mm). Weitere ergiebige Regenfälle wurden am 23. über Südostbayern (Herrenchiemsee/Lkr. Rosenheim 38 mm), am 26. über Südbayern (Altomünster/Lkr. Dachau 40 mm) und am 30. im Oberallgäu verzeichnet.
- Juli 2025: Bereits in der ersten Monatshälfte regnete es an den Alpen immer wieder stark (Griesen/Lkr. Garmisch-Partenkirchen 56 mm am 03., Rohrmoos/Lkr. Oberallgäu 95 mm vom 07. bis 08.). Weitere ergiebige Starkregenfälle traten im letzten Monatsdrittel In Südwestbayern (Halblech-Buching/Lkr. Ostallgäu 42 mm am 19., Ettal-Linderhof/Lkr. Garmisch-Partenkirchen 53 mm am 20.) und in Oberfranken auf (Presseck/Lkr. Kulmbach 42 mm am 21.). An den Alpen ging der Monat mit einer ergiebigen Dauerregenlage vom 25. bis 28. bei einer mitteleuropäischen Troglage zu Ende (Aschau-Stein/Lkr. Rosenheim 212 mm in vier Tagen).
- August 2025: In der ersten Monatshälfte gab es ab und zu im südlichen Bayern Starkregen (Vilsbiburg/Lkr. Landshut 39 mm am 01., Oberreute/Lkr. Lindau 45 mm am 02., Eggenfelden/Lkr. Rottal-Inn 42 mm am 15.). In der zweiten Monatshälfte lagen die Niederschlagsschwerpunkte am 16. über der Oberpfalz (Nabburg/Lkr. Schwandorf 63 mm), am 20./21. an den Alpen (Zweitagesniederschlag am 21.: Kreuth-Glashütte/Lkr. Miesbach 93 mm, Marktschellenberg/Lkr. Berchtesgadener Land 97 mm) und am 28. über Unterfranken (Königsberg/Lkr. Haßberge 39 mm).
- September 2025: Am 04. erstreckte sich ein Starkregenband von Oberfranken über Mittelfranken und Schwaben bis zum Bodensee (Bad Steben/Lkr. Hof 45 mm, Georgensgmünd/Lkr. Roth 39 mm, Vilgertshofen-Pflugdorf/Lkr. Landsberg a. Lech 62 mm, Sigmarszell/Lkr. Lindau 38 mm). Am 05. gab es die höchsten Niederschläge über dem Bayerischen Wald (Saldenburg-Entschenreuth/Lkr. Freyung-Grafenau 61 mm) und am 15. im Berchtesgadener Land (Marktschellenberg 35 mm). Im letzten Monatsdrittel regnete es nördlich der Donau ergiebiger und häufiger (Nürnberg-Netzstall 32 mm am 21., Amorbach-Neudorf/Lkr. Miltenberg 46 mm am 24., Dinkelsbühl/Lkr. Ansbach 43 mm am 24., Reimlingen/Lkr. Donau-Ries 43 mm am 24.) Daraus resultierten an einzelnen Pegel des nördlichen Schwabens und Mittelfrankens kleinere Ausuferungen.
- Oktober 2025: Am Monatsanfang gab es an den Alpen einige Starkregenfälle (Balderschwang/Lkr. Oberallgäu 35 mm am 04., Aschau-Stein/Lkr. Rosenheim 97 mm vom 05. bis 06.). Weitere kräftige Regenfälle folgten dann erst wieder im letzten Monatsdrittel mit den höchsten Werten am 23. in Oberfranken (Stammbach-Querenbach/Lkr. Hof 41 mm) und am 27. in Südbayern (Weiler-Simmerberg/Lkr. Lindau 55 mm, Sonnen/Lkr. Passau 38 mm).
Niederschlagsbilanz für die bayerischen Regierungsbezirke. Prozentuale Abweichung des hydrologischen Jahresniederschlages 2025 (01.11.2024 bis 31.10.2025) vom langjährigen Mittelwert 1971 bis 2000 (Datenquelle LfU Referat 94 basierend auf Daten des Deutschen Wetterdienstes [HYRAS-DE v6-1])Trockenperioden mit mindestens 11 aufeinanderfolgenden Tagen ohne nennenswerten Niederschlag (Tagesniederschläge kleiner oder gleich 1 mm) traten in fast allen Monaten (10 von 12) auf, lediglich Juli und September hatten keine so langen trockenen Zeiträume. Herausragende Trockenperioden gab es im Januar nahezu bayernweit (10. bis 21.), im März in Mittelfranken und der Oberpfalz (01. bis 23. März), im April in Oberbayern (01. bis 21. April), im Mai sowie Juni in Mittelfranken (04. bis 20. Mai, 16. bis 30. Juni). Des Weiteren trat im August in Franken eine 21-tägige Trockenperiode auf (06. bis 21.) und im Oktober blieb nahezu ganz Bayern für 14 Tage trocken (07. bis 20).
Schneeanalysen
Der Winter 2024/2025 war in den tiefen Lagen sehr schneearm. Im Zeitraum von November 2024 bis März 2025 hatte München nur an sechs Tagen eine Schneedecke mit der größten Schneehöhe von 6 cm am 22.11.2024. In Oberstdorf waren 64 der 151 Tage schneebedeckt, mit den höchsten Schneehöhen am 21.11.2024 (28 cm) und am Weihnachtstag 24.12.2024 (24 cm). Die DWD-Station Nürnberg verzeichnete im Januar nur drei Tage mit einer Schneedecke, die kleiner als 5 cm mächtig war. Die DWD-Messstelle auf dem Zugspitzplatt meldete im Februar eine für diese Jahreszeit außergewöhnlich geringe Schneehöhe von unter 115 cm. Im Oktober 2025 gab es den ersten Schnee in den Mittelgebirgslagen.
Analysen zur Lufttemperatur
- Das Lufttemperaturmittel des Abflussjahres 2024 stellt den höchsten Wert in der 74-jährigen Beobachtungsreihe Bayerns dar (10,5°C). Auch das vorliegende Folgejahr 2025 fällt markant zu warm aus (9,3°C), da die Abweichung vom langjährigen Mittelwert 1,5 Grad erreichte.
- 11 der 12 Monate des hydrologischen Jahres fielen zu warm aus. Dabei ragten die deutlich zu warmen Monate April und Juni 2025 heraus. Im Mai wurde die mittlere Lufttemperatur des Referenzzeitraums 1971 bis 2000 erreicht.
- Die tiefste Temperatur des Jahres trat in Südbayern Anfang Januar (Oberstdorf -16,7°C am 04.) und in Nordbayern Mitte Februar auf (Hof -12°C am 18.).
- Der 31. Mai brachte den ersten heißen Tag des Jahres (Regensburg 31,9°C). Mehrtägige Hitzewellen mit Höchsttemperaturen über 30°C folgten in den Monaten Juni, Juli und August. Und den heißesten Tag des Jahres meldete Kitzingen am 02. Juli bei einer Lufttemperatur von 39,1°C an der dortigen DWD-Station. Ein letzter heißer Tag im Jahresablauf trat vereinzelt noch im September auf (Kitzingen 31,8°C am 20.).
- Der Oktober begann mit den ersten herbstlichen Frosttagen (Bamberg -1,1°C am 03.).
- Insgesamt prägten die geringe Anzahl von Eistagen sowie die Vielzahl der Sommertage und heißen Tage das hydrologische Jahr 2025. Im langjährigen Vergleich traten doppelt bis dreimal so viele heiße Tage auf als im Mittel 1971 bis 2000. Bei der Summe der Sommertage wurde das jeweilige Stationsmittel um das 1,4- bis 1,7-fache überschritten. Die Gesamtzahl der Niederschlagstage war unterdurchschnittlich und belegt die Einstufung als Trockenjahr. Im langjährigen Vergleich war es ein sehr schneearmes Jahr (nachfolgende Tabelle).
Kalt-/Heißtage
| Ort | Eistage (Max. unter 0°C) | Frosttage (Min. unter 0°C) | Sommertage (Max. mindestens 25°C) | Heiße Tage (Max. mindestens 30°C) |
|---|---|---|---|---|
| Würzburg | 8 / 39 | 73 / 93 | 58 / 137 | 20 / 238 |
| Hof | 22 / 52 | 111 / 92 | 29 / 142 | 4 / 211 |
| Augsburg | 14 / 50 | 97 / 99 | 51 / 145 | 16 / 302 |
| Regensburg | 14 / 47 | 94 / 96 | 75 / 167 | 27 / 342 |
Niederschlagstage
| Ort | Tage mit mind. 1mm Niederschlag | Tage mit mind. 25mm Niederschlag | Tage mit mind. 1cm Schneehöhe |
|---|---|---|---|
| Würzburg | 95 / 90 | 0 / 0 | 1 / 4 |
| Hof | 104 / 82 | 2 / 95 | 34 / 43 |
| Augsburg | 107 / 88 | 0 / 0 | 4 / 9 |
| Regensburg | 103 / 93 | 1 / 67 | 6 / 12 |
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