Risikodialog

Seit 2010 wurde in Zusammenarbeit verschiedenster Akteure der erste Hochwasserrisikomanagement-Plan für das Elbeeinzugsgebiet erstellt. Mit der Veröffentlichung dieses Plans im Dezember 2015 war der 1. Bearbeitungszyklus der Hochwasserrisikomanagementplanung abgeschlossen. Seitdem werden die ausgewählten Maßnahmen zur Reduzierung des Hochwasserrisikos umgesetzt. Die Ergebnisse werden in einem 6-Jahres-Rhythmus überprüft und, wenn nötig, an neue Gegebenheiten und Erkenntnisse angepasst.

Im Gegensatz zu den anderen Flussgebieten in Bayern, für die der Freistaat eigene Management-Pläne erstellt hat, wurde für das deutsche Elbegebiet ein gemeinsamer Managementplan erstellt, zu dem die verschiedenen Bundesländer beigetragen haben. In Bayern wurde ein Beitrag zum Saale- und Egergebiet erstellt.
Die Strategische Umweltprüfung (SUP) fand auf der Ebene des Gesamtplans statt. Die Vorgehensweise bei der Planung im Gebiet Saale- Eger unterscheidet sich ansonsten nicht von der Vorgehensweise in den anderen bayerischen Flussgebieten. Die Flussgebietsgemeinschaft Elbe koordiniert hier deutschlandweit.

International erstreckt sich das Einzugsgebiet der Elbe über Deutschland und Tschechien, hier werden jeweils anteilig eigenständige Hochwasserrisikomanagement-Pläne erstellt. Die Internationale Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE) koordiniert die Erstellung eines einheitlichen Hochwasserrisikomanagement-Plans auf internationaler Ebene.

Für die praktische Umsetzung der Managementplanung im bayerischen Anteil der Elbe wurde das Einzugsgebiet in kleinere Teilgebiete untergliedert.

Von Dezember 2013 bis März 2014 konnten Fachbehörden schriftlich oder im Gespräch mit Regierungsvertretern ihr Risiko bewerten, bereits umgesetzte Maßnahmen dokumentieren sowie weitere Maßnahmen vorschlagen. Von 13 beteiligten Fachbehörden haben 6 keine Betroffenheit identifiziert. Die anderen äußerten sich mit zum Teil konkreten Anmerkungen, zum Beispiel die Fischereifachberatung zur Durchgängigkeit der Flüsse für Fische bei technischen Schutzmaßnahmen oder das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zur Gefährdung von Einzelgehöften.

Brücke bei Hochwasser an der Saale Das staatliche Bauamt forderte unter anderem einen größeren Abflussquerschnitt für eine nicht mehr leistungsfähige Brücke

Ebenfalls von Dezember 2013 bis März 2014 konnten sich betroffene Städte und Gemeinden beteiligen. Falls das Gemeindegebiet mindestens von einem Extremhochwasser betroffen ist, konnten sie mit fachlicher Unterstützung durch Wasserwirtschaftsämter und Kreisverwaltungsbehörden eine Risikobewertung und Maßnahmenauswahl durchführen und so selbst über Intensität und Umfang ihres Engagements bestimmen. Von den 21 betroffenen Städten und Gemeinden in den Teileinzugsgebieten von Saale und Eger haben sich alle an der Risikobewertung und Maßnahmenauswahl beteiligt.

Die Träger überörtlicher Infrastruktur wurden auf regionaler Ebene über die Regierungen bei der Risikobewertung und Maßnahmenauswahl eingebunden. Anhand eines Fragenkatalogs konnten sie ihre eigene Betroffenheit beschreiben, bereits umgesetzte Maßnahmen dokumentieren und bei Bedarf geeignete weitere Maßnahmen vorschlagen.

Wasserforum 2013

Die bayerischen Verbände wurden jährlich bei der Veranstaltung "Wasserforum" auf den neuesten Stand zur Umsetzung der HWRM-Richtlinie gebracht. Darüber hinaus wurden sie von Dezember 2013 bis März 2014 durch die Regierung von Oberfranken beteiligt. Sie konnten zusätzliche Hinweise zum Hochwasserrisiko und Vorschläge zu der Auswahl von Maßnahmen geben.

Die Öffentlichkeit muss Zugang zu den Ergebnissen der vorläufigen Risikobewertung, den Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten und den HWRM-Plänen haben (§ 79 Abs. 1 WHG). Die Allgemeine Öffentlichkeit wurde daher durch den Internetauftritt zur Umsetzung der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie und verschiedene Broschüren über die Management-Planung in Bayern informiert.

Der Zugang zu den Gefahren- und Risikokarten wird darüber hinaus über einen Kartendienst sichergestellt. Dafür wurde der "Informationsdienst Überschwemmungsgefährdete Gebiete" hinsichtlich Layout und Funktionen überarbeitet.

Die Allgemeine Öffentlichkeit konnte zudem vom 22.12.2014 bis 22.6.2015 zum Entwurf des Management-Plans für das deutsche Elbeeinzugsgebiet und dem dazugehörigen Umweltbericht (Ergebnis der Strategischen Umweltprüfung) Stellung nehmen.

Der Hochwasserrisikomanagement-Plan Elbe wird bis Ende 2021 fortgeschrieben.