PRESSEMITTEILUNG

Nr. 43 / Dienstag, 20. September 2022

Natur
Schadensausgleich für Nutztierrisse im Ammergebirge

Komplexe Genetikergebnisse belegen Hund als Verursacher, weisen aber auch auf Beteiligung eines Wolfs hin

+++ Für das Gebiet des Ammergebirges wurden dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) am 05. und 17. Juli sowie am 12., 17. und 21. August 2022 Übergriffe auf Nutztiere (Schafe) mit Verdacht auf die Beteiligung eines großen Beutegreifers gemeldet. Dabei wurden im Auftrag des LfU insgesamt zehn tote bzw. euthanasierte Schafe ausführlich begutachtet und dokumentiert. Weitere Schafe waren verletzt oder werden noch vermisst. Bei der Dokumentation der Ereignisse wurden – neben einer gründlichen Inaugenscheinnahme und Untersuchung der Tierkörper – auch Proben für genetische Analysen durch das Senckenberg-Institut genommen. Nur beim Ereignis vom 17. Juli 2022 wurden aufgrund des späten Fundes und der verzögerten Meldung keine DNA-Proben genommen.

Mittlerweile liegen die abschließenden Ergebnisse der vertiefenden DNA-Analysen des Senckenberg-Instituts vor: in allen vier vor Ort dokumentierten Ereignissen wurde in der DNA-Analyse derselbe Hund nachgewiesen. Zudem wurde in den Proben vom 17. August 2022 ein Genmuster festgestellt, das auf einen weiteren Hund hindeutet. In den Proben der Ereignisse vom 12., 17. und 21. August 2022 konnte zudem Wolfs-DNA nachgewiesen werden, wobei im Rahmen der Individualisierung für das Ereignis vom 17. August 2022 ein Wolfsrüde mit der Kennung GW2906m ermittelt werden konnte, der bisher in Bayern nicht nachgewiesen werden konnte. In den beiden anderen Fällen war eine Individualisierung nicht möglich.

Aufgrund der nachgewiesenen Wolfsbeteiligung und des engen räumlichen und zeitlichen Zusammenfallens der Ereignisse wird in allen Fällen Schadensausgleich gewährt. Zudem wird in Bezug auf die Förderung von Präventionsmaßnahmen ein entsprechendes Ereignisgebiet ausgewiesen.

Die betroffenen Tierhalter sowie Verbände und Nutztierhalter in der Region wurden entsprechend informiert.

Am 10.09.2022 wurde zudem ein Wolf im nördlichen Landkreis Garmisch-Partenkirchen durch eine Wildkamera fotografiert. +++

 

Hinweise zu Wolf, Luchs und Bär melden Sie bitte an das Bayerische Landesamt für Umwelt, Fachstelle Große Beutegreifer:

Tel. 09281 1800-4640,

Mail fachstelle-gb@lfu.bayern.de.

Hinweise melden zu Wolf, Luchs oder Bär

 

Informationen zu Schadensausgleich, Fördermöglichkeiten etc.:

Ausgleichsregelung Große Beutegreifer

Förderung Herdenschutz Wolf

 

Häufig gestellte Fragen (FAQs) fasst das LfU in seinem Internetangebot zusammen.

Weitere Informationen zum Wolf, insbesondere auch zu den Kriterien des standardisierten Monitorings und früheren Wolfsnachweisen in Bayern, sind im Internetangebot des LfU zu finden unter: Monitoring von Wölfen - LfU Bayern

 

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